Kopf der Woche: «Kleine Netzwerkagenturen sindnur Briefkastenfirmen»
Olivier Girard ist Leiter des Kreativteams bei Simko Genf
Olivier Girard ist Leiter des Kreativteams bei Simko GenfKopf der Woche «Kleine Netzwerkagenturen sind nur Briefkastenfirmen»
Olivier Girard wehrt sich gegen das Vorurteil, dass gutes Werbehandwerk nur in Zürich gemacht werde. Seine Herausforderung bei Simko, Genf, sieht er darum in erster Linie darin begründet, Erfahrungen einzubringen, die er bei grossen Agenturen in Paris, nota bene beim grossen Meister Jacques Séguela, bei Euro RSCG, und in New York gesammelt hat. Und Simko habe schliesslich genügend nationale und internationale Mandate, die dem Kreativteam Gelegenheit gäben, seine Kompetenz unter Beweis zu stellen. Ein weiteres Indiz, wonach in der Westschweiz und insbesondere im internationalen Genf durchaus gute Kommunikationsarbeit geleistet werde, sieht Olivier Girard in der Tatsache, dass Simko mit Agenturen in London, Paris und Mailand zum Pitch eingeladen werde.
Nachdem Girard in Genf für Bozell, McCann und Euro RSCG gejobbt hatte und auch schon mal für kurze Zeit als Freelancer für Publicis, Lausanne, arbeitete, holte ihn Pedro Simko als Freischaffenden für den Kunden Tag Heuer in seine Agentur.
Aus der Teilzeitarbeit ist inzwischen ein Fulltimejob mit Verantwortung für das Kreativteam geworden. Den Vorteil, für kleinere und mittlere Agenturen zu arbeiten, sieht Olivier Girard im unmittelbaren Kontakt zum Kunden und in der kreativen Freiheit.
In einer Grossagentur mit renommiertem Netzwerk zu arbeiten, sei nur dann wirklich interessant, wenn es sich um eine Leadagentur handle, ansonsten seien diese Netzwerkagenturen bloss Briefkastenfirmen, die Adaptationen ausführten und wenig kreative Arbeit leisteten. Das weiss er aus eigener Erfahrung.
Auch wenn Girard ein leidenschaftlicher Werber ist und seine Arbeit liebt, behält er doch eine gewisse Distanz zur Werbung. Werbung sei eigentlich etwas sehr Oberflächliches, relativiert er sein kreatives Schaffen. Dies sei ihm vor allem auf einer sechsmonatigen Reise durch Afrika bewusst geworden. Da habe er realisiert, dass es weitaus wichtigere Dinge gebe im Leben, als den Leuten irgendein Produkt schmackhaft zu machen, grübelt er heute noch. Selber bezeichnet er sich als eher schwer beeinflussbaren Werbe- und Konsummuffel.
Überhaupt könnte Olivier Girard, der einst davon träumte, Auto-Designer zu werden, sich sehr wohl vorstellen, einen handwerklichen Beruf auszuüben, zum Beispiel Tischler. So würde er wenigstens etwas Bleibendes schaffen, träumt er. Seine grosse private Leidenschaft lebt er aber als Drehbuchautor für Krimis aus. Eben sei ein Drehbuch fertiggestellt worden, das in den USA auf lebhaftes Interesse gestossen sei, verrät er ganz nebenbei. Anita Vaucher
Olivier Girard wehrt sich gegen das Vorurteil, dass gutes Werbehandwerk nur in Zürich gemacht werde. Seine Herausforderung bei Simko, Genf, sieht er darum in erster Linie darin begründet, Erfahrungen einzubringen, die er bei grossen Agenturen in Paris, nota bene beim grossen Meister Jacques Séguela, bei Euro RSCG, und in New York gesammelt hat. Und Simko habe schliesslich genügend nationale und internationale Mandate, die dem Kreativteam Gelegenheit gäben, seine Kompetenz unter Beweis zu stellen. Ein weiteres Indiz, wonach in der Westschweiz und insbesondere im internationalen Genf durchaus gute Kommunikationsarbeit geleistet werde, sieht Olivier Girard in der Tatsache, dass Simko mit Agenturen in London, Paris und Mailand zum Pitch eingeladen werde.
Nachdem Girard in Genf für Bozell, McCann und Euro RSCG gejobbt hatte und auch schon mal für kurze Zeit als Freelancer für Publicis, Lausanne, arbeitete, holte ihn Pedro Simko als Freischaffenden für den Kunden Tag Heuer in seine Agentur.
Aus der Teilzeitarbeit ist inzwischen ein Fulltimejob mit Verantwortung für das Kreativteam geworden. Den Vorteil, für kleinere und mittlere Agenturen zu arbeiten, sieht Olivier Girard im unmittelbaren Kontakt zum Kunden und in der kreativen Freiheit.
In einer Grossagentur mit renommiertem Netzwerk zu arbeiten, sei nur dann wirklich interessant, wenn es sich um eine Leadagentur handle, ansonsten seien diese Netzwerkagenturen bloss Briefkastenfirmen, die Adaptationen ausführten und wenig kreative Arbeit leisteten. Das weiss er aus eigener Erfahrung.
Auch wenn Girard ein leidenschaftlicher Werber ist und seine Arbeit liebt, behält er doch eine gewisse Distanz zur Werbung. Werbung sei eigentlich etwas sehr Oberflächliches, relativiert er sein kreatives Schaffen. Dies sei ihm vor allem auf einer sechsmonatigen Reise durch Afrika bewusst geworden. Da habe er realisiert, dass es weitaus wichtigere Dinge gebe im Leben, als den Leuten irgendein Produkt schmackhaft zu machen, grübelt er heute noch. Selber bezeichnet er sich als eher schwer beeinflussbaren Werbe- und Konsummuffel.
Überhaupt könnte Olivier Girard, der einst davon träumte, Auto-Designer zu werden, sich sehr wohl vorstellen, einen handwerklichen Beruf auszuüben, zum Beispiel Tischler. So würde er wenigstens etwas Bleibendes schaffen, träumt er. Seine grosse private Leidenschaft lebt er aber als Drehbuchautor für Krimis aus. Eben sei ein Drehbuch fertiggestellt worden, das in den USA auf lebhaftes Interesse gestossen sei, verrät er ganz nebenbei. Anita Vaucher
