Kopf der Woche: «Ich will an die Programmfront und die DRS-Produkte auch spüren»
Heinz Gantenbein, bisher Geschäftsführer von Radio Zürisee, ist neuer Stabschef von Radio DRS
Heinz Gantenbein, bisher Geschäftsführer von Radio Zürisee, ist neuer Stabschef von Radio DRSKopf der Woche «Ich will an die Programmfront und die DRS-Produkte auch spüren»Er sagts im Brustton der Überzeugung: «Ich weiss, dass ich mich jetzt in einem Apparat mit mehreren Hierarchiestufen befinde.» Drei Tage nach seinem Stellenantritt als Stabschef von Radio DRS hat Heinz Gantenbein schon den öffentlichrechtlichen Stallgeruch angenommen und verkündet gerne, «dass ich hier etwas bewegen kann, denn es hat sich bereits einiges getan». So seien «grosse Schritte» im Programmbereich vollzogen sowie die Standorte Zürich für DRS 1, DRS 3 und Musigwälle, Basel für Virus und DRS 2 und Bern für die Nachrichten- und Sportredaktionen festgelegt.
Als rechte Hand von Direktor Walter Rüegg will er dazu beitragen, dass im Zuge der Umstrukturierung auch neue Synergien zur Entwicklung der Programme genutzt werden. Seine Hauptaufgabe sieht der bald 50-Jährige in der Umsetzung von Ideen, die er nun mit Rüegg entwickeln will.
Dabei wird er Fingerspitzengefühl benötigen, etwa, wenn es zu Konflikten in den Redaktionen kommt – wie derzeit bei
DRS 3 und Virus. Für ihn ist deshalb klar: «Ich will auch an die Programmfront, ich will sehen, wie die DRS-Produkte entstehen und sie auch spüren.»
Bis Ostern war Gantenbein Geschäftsführer von Radio Zürisee, bekam aber nach zehn Jahren das Gefühl, «an Ort zu treten». Zwar hatte er für den Sender eine Gebietserweiterung erreicht, letztes Jahr aber die von ihm eingefädelte Partnerschaft mit der Tamedia verloren. Diese musste auf Geheiss der Wettbewerbskommission (Weko) wegen der Belcom-Übernahme ihren 26,7-Prozent-Anteil bei Radio Zürisee verkaufen. «Das tat weh», sagt er.
Nach Studium und Assistenz an der Uni Zürich war Gantenbein zunächst während dreier Jahre Projektleiter für Verlagsmarketing bei der Publimedia, wurde 1987 Zentralsekretär beim Verband Schweizer Presse, absolvierte die Sawi-Ausbildung zum Verlagskaufmann und war von 1989 bis 1992 Verlagsleiter des Zürcher Oberländers. Danach wurde er von Radio Zürisee angefragt. «Radio hat mich immer interessiert», sagt er – und ist heute froh, damals die Gelegenheit beim Schopf gepackt zu haben.
Weshalb wechselte er nun ausgerechnet zu Radio DRS, dem Konkurrenten aller Privatradios? «Für mich war Radio DRS nie Konkurrent, sondern eine andere Liga. Für unsere Mitarbeiter war es immer eine berufliche Aufstiegsmöglichkeit, und das ist es jetzt auch für mich», sagt er. Zudem lasse er nun auch einengende Dinge hinter sich. Die «überregulierte Medienpolitik» zum Beispiel, deren «Kleinkariertheit» Gantenbein bei Radio DRS nicht mehr so direkt zu spüren bekommt. «Auch Druckversuche der Werbeauftraggeber und Mediaagenturen fallen weg», fügt er hinzu. Markus Knöpfli
Als rechte Hand von Direktor Walter Rüegg will er dazu beitragen, dass im Zuge der Umstrukturierung auch neue Synergien zur Entwicklung der Programme genutzt werden. Seine Hauptaufgabe sieht der bald 50-Jährige in der Umsetzung von Ideen, die er nun mit Rüegg entwickeln will.
Dabei wird er Fingerspitzengefühl benötigen, etwa, wenn es zu Konflikten in den Redaktionen kommt – wie derzeit bei
DRS 3 und Virus. Für ihn ist deshalb klar: «Ich will auch an die Programmfront, ich will sehen, wie die DRS-Produkte entstehen und sie auch spüren.»
Bis Ostern war Gantenbein Geschäftsführer von Radio Zürisee, bekam aber nach zehn Jahren das Gefühl, «an Ort zu treten». Zwar hatte er für den Sender eine Gebietserweiterung erreicht, letztes Jahr aber die von ihm eingefädelte Partnerschaft mit der Tamedia verloren. Diese musste auf Geheiss der Wettbewerbskommission (Weko) wegen der Belcom-Übernahme ihren 26,7-Prozent-Anteil bei Radio Zürisee verkaufen. «Das tat weh», sagt er.
Nach Studium und Assistenz an der Uni Zürich war Gantenbein zunächst während dreier Jahre Projektleiter für Verlagsmarketing bei der Publimedia, wurde 1987 Zentralsekretär beim Verband Schweizer Presse, absolvierte die Sawi-Ausbildung zum Verlagskaufmann und war von 1989 bis 1992 Verlagsleiter des Zürcher Oberländers. Danach wurde er von Radio Zürisee angefragt. «Radio hat mich immer interessiert», sagt er – und ist heute froh, damals die Gelegenheit beim Schopf gepackt zu haben.
Weshalb wechselte er nun ausgerechnet zu Radio DRS, dem Konkurrenten aller Privatradios? «Für mich war Radio DRS nie Konkurrent, sondern eine andere Liga. Für unsere Mitarbeiter war es immer eine berufliche Aufstiegsmöglichkeit, und das ist es jetzt auch für mich», sagt er. Zudem lasse er nun auch einengende Dinge hinter sich. Die «überregulierte Medienpolitik» zum Beispiel, deren «Kleinkariertheit» Gantenbein bei Radio DRS nicht mehr so direkt zu spüren bekommt. «Auch Druckversuche der Werbeauftraggeber und Mediaagenturen fallen weg», fügt er hinzu. Markus Knöpfli
