Kopf der Woche: «Hier lässt sich einiges machen, hier kann ich viel bewirken»

Frank Bumann ist seit dem 1. Mai Leiter Marketingkommunikation der SBB-Division Personenverkehr

Frank Bumann ist seit dem 1. Mai Leiter Marketingkommunikation der SBB-Division PersonenverkehrKopf der Woche: «Hier lässt sich einiges machen, hier kann ich viel bewirken» /
Dieser Mann hat eine Nase für grosse Auftritte: Wer sonst bringt es fertig, exactement 22-mal in den Medien zitiert zu werden, ohne eine wirklich spektakuläre Geschichte zu liefern? Eine erotisch angehauchte Werbung, angedrohte Massnahmen gegen haschende Snöber und ein missglücktes Projekt genügten Bumann bereits für einen Platz in der Boulevardpresse. «Es ist doch toll, wenn man so oft zitiert
wird. Schliesslich konnte ich so auf unkonventionelle Art und
Weise auf Saas-Fee aufmerksam machen», sagt Bumann.
Seine Medienpräsenz half aber nicht nur Saas-Fee, sondern auch ihm selbst. Sogar als möglicher Nachfolger von Luzerns fast schon legendärem Verkehrsdirektor Kurt H. Illi wurde er vor eineinhalb Jahren in einer Zeitung gehandelt. «Davon habe ich nichts mitbekommen», gibt sich Bumann bescheiden. Gereizt hätte ihn der Job allerdings schon. Nach sechs Jahren als Verkehrsdirektor stand für Bumann vergangenes Jahr nämlich fest: «Ich brauche eine neue Herausforderung.» Einen Job zu finden war für den ehrgeizigen HSG-Absolventen nicht allzu schwer. «Ich stand bei mehreren Jobs in der Endausscheidung.»
Die Zusage erhielten die SBB. «Weil es mich reizt, in einem solchen Grossbetrieb zu arbeiten und weil ich der Meinung bin, dass hier vieles bewirkt werden kann.» Ideen, erklärt er, habe er genug. Wie die aussehen, will er allerdings nicht verraten, geschweige denn, was er alles zu ändern gedenkt. «Ich will mich erst seriös einarbeiten und mich mit meinen neuen Mitarbeitern unterhalten, bevor ich in dieser Hinsicht Stellung beziehe», sagt er diplomatisch.
Schliesslich sei alles neu für ihn: Der Betrieb, die Mitarbeiter, der Ort, das Budget: Statt als Tourismusdirektor von Saas-Fee arbeitet er neu als Leiter Marketingkommunikation der SBB-Division Personenverkehr, statt 18 Mitarbeiter hat er 20, statt in Saas-Fee wohnt er jetzt in der Nähe von Bern, statt eines Budgets von 3 Millionen Franken hat er eines von 20 Millionen Franken zur Verfügung: «Damit lässt sich einiges machen», sagt er und lächelt verschmitzt.
Wie bei Saas-Fee dürfte er auf unkonventionelle Taktiken zurückgreifen. Dort setzte er nämlich – im Gegensatz zur Konkurrenz – auf eine ausländische Agentur: jene von Professor Kleiber-Wurm in München. «So konnten wir uns von der Konkurrenz abheben und unkonventionell sein.»
Unerwartet konventionell sind allerdings Bumanns Hobbys: Er wandert gern, fährt gern Ski, betreibt Langlauf, sammelt Pilze und verbringt «gern Zeit» mit seiner Lebenspartnerin und mit Freunden. «So kann ich mich am besten entspannen», sagt er. Annelies Friedli

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