Jetzt fährt der Express mit Tempo aufs Gratis-Schlachtfeld
Den «epochalen Lancierungsentscheid» für ein mindestens 32 Seiten starkes Tabloid namens Express verkündete Tamedia-VR-Präsident Hans-Heinrich Coninx symbolisch unterm Dach des Glaspalasts
Den «epochalen Lancierungsentscheid» für ein mindestens 32 Seiten starkes Tabloid namens Express verkündete Tamedia-VR-Präsident Hans-Heinrich Coninx symbolisch unterm Dach des Glaspalastsan der Werdstrasse; die offizielle Grablegung von TV 3 war noch im Keller bekannt gegeben worden.Viel Zeit hat sich Tamedia gelassen, um in den Pendlerzeitungsmarkt einzusteigen: Mehr als drei Jahre sind seit dem Start von 20 Minuten vergangen, und gut ein Jahr ist es her, seit dessen Mitbewerber Metropol technisch k.o. ging. Im Frühjahr 2003 steigt nun der Medienkonzern definitiv in den Pendlerzeitungs-Ring.
Mit diesem späten Angriff liefert Martin Kall sein Gesellenstück als schon nicht mehr ganz so neuer Vorsitzender der Tamedia-Geschäftsleitung. Entsprechend martialisch gab er sich denn auch – und überzeugt, dass der am Dienstag erklärte Krieg nur einen Sieger kennen werde: «uns». Offiziell ist das in einer Startauflage von 300000 Exemplaren verteilte Gratisblatt eine Weiterentwicklung des ZürichExpress. Faktisch handelt es sich um eine Aufspaltung des umsatzstarken Titels (Kall: «ZE generiert heute mehr Erlöse als die Belcom-Gruppe») in ein redaktionsloses Tagblatt der Stadt Zürich und den Express, der 20 neue Stellen schafft. Indes, die Pendlerzeitung wird er inhaltlich nicht neu erfinden.
Die NZZ, die 40 Prozent der Anteile am ZürichExpress hält, beteiligt sich zwar am Amtsblatt als «gemeinsamem Service Public» (Coninx). Die überraschend kooperative Haltung des Minderheitsaktionärs ist dennoch als indirekte Unterstützung des Kampfs gegen den skandinavischen Eindringling zu verstehen. Und könnte auch finanziell durchaus aufgehen: Bis zur Eröffnung des neuen Druckzentrums Bubenberg Mitte 2004 muss Tamedia nämlich die Hälfte der durchgängig vierfarbigen Express-Auflage extern drucken lassen. Bei wem, das will der frisch gebackene Express-Geschäftsführer Marius Hagger erst nächste Woche kundtun. Nicht auszuschliessen, dass die NZZ den Zuschlag erhält. (oc)
Mit diesem späten Angriff liefert Martin Kall sein Gesellenstück als schon nicht mehr ganz so neuer Vorsitzender der Tamedia-Geschäftsleitung. Entsprechend martialisch gab er sich denn auch – und überzeugt, dass der am Dienstag erklärte Krieg nur einen Sieger kennen werde: «uns». Offiziell ist das in einer Startauflage von 300000 Exemplaren verteilte Gratisblatt eine Weiterentwicklung des ZürichExpress. Faktisch handelt es sich um eine Aufspaltung des umsatzstarken Titels (Kall: «ZE generiert heute mehr Erlöse als die Belcom-Gruppe») in ein redaktionsloses Tagblatt der Stadt Zürich und den Express, der 20 neue Stellen schafft. Indes, die Pendlerzeitung wird er inhaltlich nicht neu erfinden.
Die NZZ, die 40 Prozent der Anteile am ZürichExpress hält, beteiligt sich zwar am Amtsblatt als «gemeinsamem Service Public» (Coninx). Die überraschend kooperative Haltung des Minderheitsaktionärs ist dennoch als indirekte Unterstützung des Kampfs gegen den skandinavischen Eindringling zu verstehen. Und könnte auch finanziell durchaus aufgehen: Bis zur Eröffnung des neuen Druckzentrums Bubenberg Mitte 2004 muss Tamedia nämlich die Hälfte der durchgängig vierfarbigen Express-Auflage extern drucken lassen. Bei wem, das will der frisch gebackene Express-Geschäftsführer Marius Hagger erst nächste Woche kundtun. Nicht auszuschliessen, dass die NZZ den Zuschlag erhält. (oc)
