Jeff Bezos mag es scharf

Der Amazon-Gründer wirbt für die Tex-Mex-Fastfoodkette Taco Bell

Der Amazon-Gründer wirbt für die Tex-Mex-Fastfoodkette Taco BellVon Thérèse Balduzzi In ihrer neuen Werbekampagne wirbt die Tex-Mex-Fastfoodkette Taco Bell in Amerika für eine Quesadilla wie für ein neues, digitales Gerät: Sowohl die Dialoge als auch die Tagline sind der Umgangssprache junger Computernerds entlehnt. In einem Spot spielt sogar Amazon.com-Gründer Jeff Bezos sich selbst.
Im Spot «Bezos Boardroom» findet eine fiktive Sitzung bei Amazon.com statt. Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon.com, will von seinen Mitarbeitern wissen, was es Neues auf dem Markt gibt, das Amazon vertreiben könnte. «Handhelds. I’ve seen these», sagt er abschätzig mit einem Palm Pilot in der Hand. «What do you have that’s new?» Einer der Mitarbeiter schiebt eine Chicken Quesadilla von Taco Bell auf den Konferenztisch. Ein weiterer beschreibt die Zutaten. Die Quesadilla besteht aus geschmolzenem Käse und Pouletfleisch in einer zusammengelegten Tortilla, sodass man sie einfach in einer Hand halten kann. Ein dritter fügt an, man nenne diese «The hot new Hand-held». Bezos verlangt nach einer Demonstration. Eine Mitarbeiterin beisst in die Quesadilla und gibt laute Töne des Entzückens von sich. Darauf folgt eine kurze Produktebeschreibung mit Preisangaben und die Tagline «Think outside the Bun», eine Anspielung auf den Managerjargon «Think outside the Box» und die Hamburgerbrötchen «Buns».
In einem weiteren Spot wird die neue Quesadilla mit Computersprache beschrieben: Die Zugabe von drei verschiedenen Käsesorten wird als «Upgrade» bezeichnet, die schlabrige Masse des geschmolzenen Käses heisst «Interface». Und das «ergonomische Design, das zu einfachem Downloaden verhilft», muss man ganz einfach als «Essen» verstehen. Im dritten Spot tauschen zwei Jugendliche ihr Wissen über das Produkt aus, indem sie lauter Abkürzungen wie TBCQ für Taco Bell Chicken Quesadilla benutzen.
Die Fastfoodkette betreibt eine Brand-Repositionierung
Taco Bell, eine Tochtergesellschaft von Tricon Global Restaurant Inc. und landesweit führende Kette für Tex-Mex-Fastfood, unterhält in Amerika 6700 Filialen, in der sich wöchentlich 35 Millionen Konsumenten verköstigen.
Die Spots wurden von der Agentur Foote Cone & Belding Worldwide in San Francisco gestaltet. Mit der neuen 200-Millionen-Dollar-Kampagne leitet die Fastfoodkette mit Hauptsitz in Irvine, Kalifornien, eine neue Marketingstrategie ein. Sie will die Loyalität ihrer Stammkunden festigen und die Zahl der gelegentlichen Besucher steigern.
Die Idee zur Computer- und Managersprache entstand aus der Tatsache, dass Taco Bell unter seinen Kunden eine grosse Anzahl von Techies – jungen Computernerds – entdeckt hat. Die Tagline «Think outside the Bun» soll potenzielle Kunden dazu herausfordern, ihre eigenen Fastfood-gewohnheiten und Taco Bell in einem anderen Licht zu sehen.
«‹Think outside the Bun› ist nicht nur eine weitere Werbekampagne», sagt Taco-Bell-Präsident Emil Brolick, «es handelt sich um eine Repositionierung des Taco-Bell-Brands. Alles, was wir machen, vom Marketing bis zur Qualität der Produkte, wird dem neuen Thema folgen.» Taco Bell hofft, sich dadurch vom gigantischen Angebot an Fastfood-produkten abheben zu können. Auf die Chicken Quesadilla sollen weitere Produkte-Innovationen folgen.

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