Je grösser, desto frecher
Print ist teuer, heisst es. Leider nicht zu Unrecht. Es gibt dafür viele Gründe, auch selbstverschuldete. So muss doch nachdenklich stimmen, dass vorab Grossverlage immer höhere Preise verlangen, aber immer weniger Leistung bieten. Kommentar von Werbewoche-Mitarbeiter Markus Knöpfli.
Print ist teuer, heisst es. Leider nicht zu Unrecht. Es gibt dafür viele Gründe, auch selbstverschuldete. So muss doch nachdenklich stimmen, dass vorab Grossverlage immer höhere Preise verlangen, aber immer weniger Leistung bieten. Die aktuelle Printtarif-Runde führt dies einmal mehr vor Augen. Beispiele gefällig? Bitte. Allein seit 2005 hat der Tages-Anzeiger 80’000 Leser oder 14 Prozent seiner Reichweite verloren. Doch hat Tamedia seither auch den Tagi-Seitentarif gesenkt? Nein, der Konzern hat ihn 2006 gar um 10 Prozent erhöht. Bei Blick und NZZ ist es ähnlich: Ihre Leserschaft reduzierte sich seit 2006 um 10 beziehungsweise 16 Prozent, doch beide Verlage liessen ihre Preise unverändert – was einer versteckten Erhöhung gleichkommt.
Kleinere Verlage agieren da meist bescheidener und kundenbewusster. Sinkt ihre Reichweite, reduzieren sie oft auch den Preis. Kleine Lesergewinne geben sie als Supplement weiter. Oder sie schlagen um bloss ein halbes bis zwei Prozent auf – wegen der Teuerung.
Zu viel Zurückhaltung kann allerdings für kleine Titel rasch gefährlich werden, siehe Impartial und Express: Entsprechend ihren Reichweiten liessen sie auch ihre Tarife über mindestens sechs Jahre (!) unverändert. Nun fehlen die Reserven, einschneidende Sparmassnahmen sind angesagt. So gesehen sind die beiden das Gegenextrem zu den Frechlingen und Preistreibern unter den grossen Titeln.
Das ändert aber nichts daran, dass besonders Grossverlage ihre Tarife wieder fairer und leistungsorientierter festsetzen sollten. Dem Ruf des Mediums Print wäre dies bestimmt förderlich.
Kleinere Verlage agieren da meist bescheidener und kundenbewusster. Sinkt ihre Reichweite, reduzieren sie oft auch den Preis. Kleine Lesergewinne geben sie als Supplement weiter. Oder sie schlagen um bloss ein halbes bis zwei Prozent auf – wegen der Teuerung.
Zu viel Zurückhaltung kann allerdings für kleine Titel rasch gefährlich werden, siehe Impartial und Express: Entsprechend ihren Reichweiten liessen sie auch ihre Tarife über mindestens sechs Jahre (!) unverändert. Nun fehlen die Reserven, einschneidende Sparmassnahmen sind angesagt. So gesehen sind die beiden das Gegenextrem zu den Frechlingen und Preistreibern unter den grossen Titeln.
Das ändert aber nichts daran, dass besonders Grossverlage ihre Tarife wieder fairer und leistungsorientierter festsetzen sollten. Dem Ruf des Mediums Print wäre dies bestimmt förderlich.
Markus Knöpfli
