In der Ferne ists gut

Züri-Land-Kombi wird zu Züri-Land Der Zeitungspool Züri-Land-Kombi tritt künftig unter der Bezeichnung Züri-Land auf. Das Logo wurde modernisiert und unterstreicht nun die Zugehörigkeit zum Kombi Nordostschweiz. Züri-Land umfasst den Zürcher Unte

Pierre Lamunière hält nichts von einer Hebdo-KonkurrenzWarum denn in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah? Was für fast alle Schweizer Medienhäuser gilt, ficht Edipresse nicht an. Pierre Lamunière, Chef des Westschweizer Medienhauses, investiert auf der iberischen Halbinsel und lässt Gerüchte Gerüchte sein.So rätselte die Branche jüngst, ob Lamunière ein wöchentliches Nachrichtenmagazin plane, um dem derzeit ohne Fortune dümpelnden Ringier-Flaggschiff Hebdo die Winde aus den Segeln zu nehmen. Doch auf die Frage von «Tagesschau»-Journalist Darius Rochebin, ob er keine Lust verspüre, Ringier herauszufordern, kam aus dem Mund des Medienmoguls nur Sibyllinisches. Für ihn sei es immer interessant, über Neulancierungen nachzudenken.
Konkreter wurde Lamunière gegenüber der WerbeWoche. Er habe kein solches Projekt in der Schublade liegen, versicherte er. Stattdessen wolle sein Verlag das Engagement im Ausland verstärken. Dabei stünde der Ausbau in jenen europäischen Ländern im Vordergrund, in denen Edipresse bereits mit Erfolg wirtschafte.
So stockte er seine Beteiligung an der portugiesischen Mediengruppe ACJ von 33,3 auf 50% auf und machte für den Deal mal eben 34 Millionen Franken locker. Edipresse und die Impresa Group kauften dabei den Anteil ihres bisherigen dritten Partners Abril Jovem Investments. ACJ ist Leader auf dem portugiesischen Magazinmarkt und setzte letztes Jahr über 66 Millionen Euro um. Mit seinem Engagement in Spanien wird Edipresse zum wichtigen Player auf dem iberischen Medienmarkt, in dem die Erträge derzeit etwas erfreulicher sprudeln als im nach wie vor wichtigen Heimmarkt. In der Romandie werden dem Medienchef derweil die Hände gebunden. Die Wettbewerbskommission hat ihren Entscheid zum Kauf der Corbaz-Gruppe in Montreux (WW 19/02) um weitere zwei Monate hinausgeschoben, weil ihr angeblich wichtige Informationen zur Entscheidungsfindung fehlten.
Diese Verzögerung nimmt der Edipresse-Patron nur scheinbar gelassen hin. Schliesslich muss er tatenlos zuschauen, wie der französische Verleger Hersant, der sich im Frühjahr bereits die Neuenburger Tageszeitungen L’Impartial und L’Express sicherte, seine Einkaufstour im waadtländischen Cossonay fortgesetzt hat. Mit dem einverleibten Journal du district de Cossonay konkurrenziert der Verlag aus Frankreich just das Edipresse-Blatt Journal de Morges.
Anita Vaucher

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