Hirnlos ins Verderben
Prävention APG und TCS wollen mit einer auf Schock bedachten Plakatkampagne Raser zur Räson bringen.
Prävention APG und TCS wollen mit einer auf Schock bedachten Plakatkampagne Raser zur Räson bringen.
«Zwei Tote bei Raserunfall» – solche Schlagzeilen erscheinen fast täglich in den Zeitungsspalten. Allein im Kanton Zürich sind gemäss Kantonspolizei 1157 der insgesamt 14852 Unfälle des vergangenen Jahres auf übersetzte Geschwindigkeit zurückzuführen. Als Raser gilt, wer innerorts 25, ausserorts 30 und auf der Autobahn 35 Kilometer pro Stunde zu viel auf dem Tacho hat. Mit einem umfangreichen Massnahmenpaket versuchten die Polizeikorps des Kantons Zürich und der Zentralschweizer Kantone von Mai bis Juli junge Raser und vor allem deren Umfeld zu sensibilisieren. Seit Mitte August beziehen auch TCS und APG zum Thema öffentlich Stellung. Mit einer nationalen Plakatkampagne wollen auch sie Rasern das Fürchten lehren. Dafür setzt die konzeptführende Agentur Publicis einerseits auf schockierende Visuals wie Reifenspuren, die in ein offenes Grab münden. Andererseits appellieren die Headlines an den Stolz der Verkehrssünder: «Helft Rasern. Spendet Hirn.» Dazu CD Markus Tränkle: «Niemand lässt sich den Vorwurf gefallen, über zu wenig Hirn zu verfügen.»
Trotz provokativer Umsetzung haben sich die Verantwortlichen bemüht, die Ansprache möglichst neutral zu halten. «Die Versuchung ist gross, den schwarzen Peter einer Gruppe in die Hand zu drücken», meint der CD weiter und spricht damit den Umstand an, dass häufig junge Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien in Raser-Unfälle verwickelt sind. «Bloss», ist Tränkle weiter überzeugt, «rasen dann alle mit anderer Herkunft ungehemmt weiter.» Die Kreativen blieben sogar so neutral, dass sie auf eine Grabstein-inschrift beim Sujet «Raser kommen schneller ans Ziel» verzichteten. Weniger Fingerspitzengefühl zeigten die Verantwortlichen der Kapo-Kampagne: In das abgebildete Holzkreuz am Strassenrand war der Name Oliver geritzt, was einigen Namensvettern in den falschen Hals geraten war.
Stoppt die Raserei: Auch für Leute mit wenig Verstand verständlich.
Simone Keller
«Zwei Tote bei Raserunfall» – solche Schlagzeilen erscheinen fast täglich in den Zeitungsspalten. Allein im Kanton Zürich sind gemäss Kantonspolizei 1157 der insgesamt 14852 Unfälle des vergangenen Jahres auf übersetzte Geschwindigkeit zurückzuführen. Als Raser gilt, wer innerorts 25, ausserorts 30 und auf der Autobahn 35 Kilometer pro Stunde zu viel auf dem Tacho hat. Mit einem umfangreichen Massnahmenpaket versuchten die Polizeikorps des Kantons Zürich und der Zentralschweizer Kantone von Mai bis Juli junge Raser und vor allem deren Umfeld zu sensibilisieren. Seit Mitte August beziehen auch TCS und APG zum Thema öffentlich Stellung. Mit einer nationalen Plakatkampagne wollen auch sie Rasern das Fürchten lehren. Dafür setzt die konzeptführende Agentur Publicis einerseits auf schockierende Visuals wie Reifenspuren, die in ein offenes Grab münden. Andererseits appellieren die Headlines an den Stolz der Verkehrssünder: «Helft Rasern. Spendet Hirn.» Dazu CD Markus Tränkle: «Niemand lässt sich den Vorwurf gefallen, über zu wenig Hirn zu verfügen.»
Trotz provokativer Umsetzung haben sich die Verantwortlichen bemüht, die Ansprache möglichst neutral zu halten. «Die Versuchung ist gross, den schwarzen Peter einer Gruppe in die Hand zu drücken», meint der CD weiter und spricht damit den Umstand an, dass häufig junge Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien in Raser-Unfälle verwickelt sind. «Bloss», ist Tränkle weiter überzeugt, «rasen dann alle mit anderer Herkunft ungehemmt weiter.» Die Kreativen blieben sogar so neutral, dass sie auf eine Grabstein-inschrift beim Sujet «Raser kommen schneller ans Ziel» verzichteten. Weniger Fingerspitzengefühl zeigten die Verantwortlichen der Kapo-Kampagne: In das abgebildete Holzkreuz am Strassenrand war der Name Oliver geritzt, was einigen Namensvettern in den falschen Hals geraten war.
Stoppt die Raserei: Auch für Leute mit wenig Verstand verständlich.
Simone Keller
