Hire and fire bei dimanche.ch

Chefredaktor Daniel Pillard muss seine Sonntagszeitung dimanche.ch abspecken

Chefredaktor Daniel Pillard muss seine Sonntagszeitung dimanche.ch abspeckenVon Anita Vaucher Die Entlassung von acht Mitarbeitern bei dimanche.ch hat Gerüchten um ein baldiges Ende der Westschweizer Sonntagszeitung neue Nahrung zugeführt. Daniel Pillard, seit einem Jahr Chefredaktor von dimanche.ch, gibt sich zweckoptimistisch.
Erklärtes Ziel von Daniel Pillard ist es, die Sonntagszeitung dimanche.ch von Ringier Romandie als Komplementärblatt zur grossen Konkurrentin Matin Dimanche zu positionieren. Matin Dimanche sei eine ausgesprochene Servicezeitung, während dimanche.ch die Zeitung sein wolle, die Denkanstösse vermittle. Mit diesen Worten definiert Pillard sein Blatt – in der vollen Überzeugung, dass der Westschweizer Leser eine Alternative zum Monopolisten Matin Dimanche wünsche. Pillard gibt aber zu, dass dieses Ziel nur etappenweise erreicht werden kann. Auch wenn die Ringier-Direktion ihrem Chefredaktor keine Frist gesetzt hat, weiss er sehr wohl, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, um das Blatt in der Westschweizer Zeitungslandschaft zu verankern. Denn bereits im Januar war schon heftig über die Zukunft des Blattes spekuliert worden.
Keine Westschweizer Cervelat-Prominenz
Als erste Massnahme hat Pillard bei seinem Stellenantritt vor einem Jahr den ersten Bund neu strukturiert und diesen mit mehr News gefüllt. Die Leserführung ist zudem durch klarere Bezeichnungen der einzelnen Rubriken verbessert worden. An der Verkaufsfront wurde die Anzahl der Verkaufsboxen von 1000 auf 1700 Stück erhöht. Neu werden Rubriken gestrichen, die bereits von Matin Dimanche besetzt sind oder nicht ins Leitbild von dimanche.ch passen.
So wird das Thema Tourismus nicht mehr behandelt, und die People-Seite mit der Westschweizer Cervelat-Prominenz wurde ersatzlos gestrichen. Was wohl eher auf Sparmassnahmen zurückzuführen ist. Dem Leitbild getreu werden ab dem 1. September der dritte und vierte Bund zusammengelegt und von 22 auf 16 Seiten gekürzt.
«Weniger, aber besser», lautet das neue Credo von Pillard für seine Zeitung. Gleiches galt auch für die acht Mitarbeiter, davon fünf Journalisten, denen vor den Sommerferien gekündigt wurde. Erklärungsbedarf signalisierte das verbliebene Redaktionsteam aber, als Daniel Pillard unmittelbar danach zwei neue Journalisten engagierte. Er suche für seine kleine Redaktion eher polyvalente Journalisten anstelle von Spezialisten, argumentierte er.

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