Herzlich, Ihr Reinhold Weber
Zeitschriften Weber Hodel Schmid schreibt für die Glückspost werbewirksame Leserbriefe.
Zeitschriften Weber Hodel Schmid schreibt für die Glückspost werbewirksame Leserbriefe.«Jetzt kommen sie schon wieder mit einer Typo-Werbung. Und nach dem Koch(en)magazin jetzt auch noch für die Glückspost», hört Reinhold Weber bereits das Gespött der Konkurrenz. Inhouse fürchtet man bei Weber Hodel Schmid (WHS) diese Kritik keineswegs. Auf die neue Idee mit einer Kampagne in Form von Leserbriefen sind die Kreativen bei WHS echt stolz. Und selbst wenn es die Lifestyle-Gesellschaft kaum wahrhaben will: Jede Woche lesen in der Schweiz etwa 450000 Leserinnen und Leser die Glückspost. Tendenz: steigend. Die Zeitschrift ist in ihrem Genre damit die Nummer eins und gehört mit einer Auflage von über 170000 zu den fest etablierten Titeln der Schweizer Medienlandschaft. Dieses Glück soll noch gemehrt werden. «Auflage und Leserzahlen sollen erhöht werden», erklärt Berater Dominik Mätzener den Auftrag aus dem Hause Ringier.
Erteilt hat ihn Glückspost-Chefredaktor Helmut-Maria Glogger. Und der ist unbestritten der Kopf des Blattes. Für WHS war somit bald klar: Er soll auch das «Herz» der neuen Kampagne sein. «Das Verhältnis zwischen Glogger und seinen Leserinnen ist ein ganz besonderes», davon ist Weber überzeugt. Der Chefredaktor verkörpert nicht nur Kompetenz in punkto Prominenz. Glogger ist zugleich der «gute Freund» seiner Leserinnen. Davon zeugt ein reger Briefwechsel. Und diesen Dialog zwischen Zeitschrift und Leserinnen hat WHS zum Nukleus der neuen Glückspost-Kampagne gemacht. Man kann das auch People-to-Person-Communication nennen.
In die Tat umgesetzt, beantwortet WHS also im Namen von Chefredaktor Helmut-Maria Glogger wöchentlich einen fingierten Brief von Glückspost-Leserinnen und gestaltet diesen als Anzeige. Diese Briefe können von echten Leseranfragen inspiriert sein. Es geht dabei um Fragen zu Liz Taylor oder Prinzessin Stefanie. Aber auch um Fragen zu Partnersuche-Kleinanzeigen oder Wettbewerbsgewinnen. Die ganzseitigen Anzeigen sind jeweils von Helmut-Maria Glogger und dem neuen Claim «Herzlich, Ihre Glückspost» gezeichnet.
WHS-Texter Glogger
Die Anzeigen erscheinen vorerst nur in Ringier-Titeln. Ein weiterer Budget-Vorteil dieser Kampagne: Die Typo-Anzeigen lassen sich sehr kostengünstig produzieren. Glogger selbst wird rund einen Drittel der Anzeigen texten. In diesen Episteln kommen dessen Hund Forty ebenso vor wie andere persönliche Begebenheiten aus dem Leben des Chefredaktors und seiner Familie. Die restlichen 66 Prozent der Leserbriefe dürfen die Texter bei WHS verfassen, dabei ihren Gefühlen freien Lauf lassen und nach Lust und Laune aus dem Vollen schöpfen. Als interner Gag hat die Agentur für all diese Ghostwriter Visitenkarten mit dem neuen Vornamen Helmut-Maria drucken lassen.
Die Leserbriefe sollen sich möglichst an aktuellen Ereignissen orientieren und viel Schicksalhaftes offenbaren. Eine Leserschaftsanalyse der Glückspost hat nämlich ergeben, dass sich unbeobachtet fühlende Menschen als Erstes jeweils die Schicksalsgeschichten in einer Zeitschrift lesen.
Die fingierten Leserbriefe können, so WHS, auch auf einen möglichen Inhalt der jeweils nächsten Glückspost verweisen. Schön wäre es, wenn aus den Werbebriefen mit echten Antworten der Leser ein über längere Zeit anhaltender Briefwechsel entstünde. «Diese Kampagne ist offen für jede Form von Eigendynamik», meint darum Reinhold Weber. Auch Running Gags mit Anspielungen auf real existierende Menschen sind angesagt.
Das Buch zum Leserbrief
Und wenn Webers Idee gar kontrolliert aus dem Ruder zu laufen droht, will WHS im fortgeschrittenen Stadium der Kampagne vielleicht sogar ein Buch mit den gesammelten Briefwechseln der Glückspost herausgeben. Jedenfalls freut man sich in der Agentur an der Seestrasse aus ganzem Herzen über den neuen Auftrag. «Da gibt es für uns keine Berührungsängste», erklärt Weber.
Die Kampagne zielt auch auf Inserenten, denn «das Blatt ist für
die Werbung völlig unterverkauft», meint Weber. Der Budgetwechsel vom Tages-Anzeiger zur SonntagsZeitung hätte die Agentur «befreit, um sich auch für andere Medien zu öffnen».
Und im Foyer von WHS ist jetzt natürlich die Glückspost im Zeitungsständer gleich neben der NZZ und Facts eingesteckt.
Andreas Panzeri
Erteilt hat ihn Glückspost-Chefredaktor Helmut-Maria Glogger. Und der ist unbestritten der Kopf des Blattes. Für WHS war somit bald klar: Er soll auch das «Herz» der neuen Kampagne sein. «Das Verhältnis zwischen Glogger und seinen Leserinnen ist ein ganz besonderes», davon ist Weber überzeugt. Der Chefredaktor verkörpert nicht nur Kompetenz in punkto Prominenz. Glogger ist zugleich der «gute Freund» seiner Leserinnen. Davon zeugt ein reger Briefwechsel. Und diesen Dialog zwischen Zeitschrift und Leserinnen hat WHS zum Nukleus der neuen Glückspost-Kampagne gemacht. Man kann das auch People-to-Person-Communication nennen.
In die Tat umgesetzt, beantwortet WHS also im Namen von Chefredaktor Helmut-Maria Glogger wöchentlich einen fingierten Brief von Glückspost-Leserinnen und gestaltet diesen als Anzeige. Diese Briefe können von echten Leseranfragen inspiriert sein. Es geht dabei um Fragen zu Liz Taylor oder Prinzessin Stefanie. Aber auch um Fragen zu Partnersuche-Kleinanzeigen oder Wettbewerbsgewinnen. Die ganzseitigen Anzeigen sind jeweils von Helmut-Maria Glogger und dem neuen Claim «Herzlich, Ihre Glückspost» gezeichnet.
WHS-Texter Glogger
Die Anzeigen erscheinen vorerst nur in Ringier-Titeln. Ein weiterer Budget-Vorteil dieser Kampagne: Die Typo-Anzeigen lassen sich sehr kostengünstig produzieren. Glogger selbst wird rund einen Drittel der Anzeigen texten. In diesen Episteln kommen dessen Hund Forty ebenso vor wie andere persönliche Begebenheiten aus dem Leben des Chefredaktors und seiner Familie. Die restlichen 66 Prozent der Leserbriefe dürfen die Texter bei WHS verfassen, dabei ihren Gefühlen freien Lauf lassen und nach Lust und Laune aus dem Vollen schöpfen. Als interner Gag hat die Agentur für all diese Ghostwriter Visitenkarten mit dem neuen Vornamen Helmut-Maria drucken lassen.
Die Leserbriefe sollen sich möglichst an aktuellen Ereignissen orientieren und viel Schicksalhaftes offenbaren. Eine Leserschaftsanalyse der Glückspost hat nämlich ergeben, dass sich unbeobachtet fühlende Menschen als Erstes jeweils die Schicksalsgeschichten in einer Zeitschrift lesen.
Die fingierten Leserbriefe können, so WHS, auch auf einen möglichen Inhalt der jeweils nächsten Glückspost verweisen. Schön wäre es, wenn aus den Werbebriefen mit echten Antworten der Leser ein über längere Zeit anhaltender Briefwechsel entstünde. «Diese Kampagne ist offen für jede Form von Eigendynamik», meint darum Reinhold Weber. Auch Running Gags mit Anspielungen auf real existierende Menschen sind angesagt.
Das Buch zum Leserbrief
Und wenn Webers Idee gar kontrolliert aus dem Ruder zu laufen droht, will WHS im fortgeschrittenen Stadium der Kampagne vielleicht sogar ein Buch mit den gesammelten Briefwechseln der Glückspost herausgeben. Jedenfalls freut man sich in der Agentur an der Seestrasse aus ganzem Herzen über den neuen Auftrag. «Da gibt es für uns keine Berührungsängste», erklärt Weber.
Die Kampagne zielt auch auf Inserenten, denn «das Blatt ist für
die Werbung völlig unterverkauft», meint Weber. Der Budgetwechsel vom Tages-Anzeiger zur SonntagsZeitung hätte die Agentur «befreit, um sich auch für andere Medien zu öffnen».
Und im Foyer von WHS ist jetzt natürlich die Glückspost im Zeitungsständer gleich neben der NZZ und Facts eingesteckt.
Andreas Panzeri
