Grosse Radiopoolkonfusion
Ab 1. Juli gibts drei Radiopools, aber nur für sechs Monate
Ab 1. Juli gibts drei Radiopools, aber nur für sechs MonateVon Markus Knöpfli Die Radiobranche mischt ihre Pools auf – und zwar so kurzfristig, zeitlich eng limitiert und unkoordiniert, dass Aussenstehende kaum mehr durchblicken. Jedenfalls existieren in den nächsten sechs Monaten drei statt wie bisher zwei nationale Radiopools sowie ein Namensalat – wie es aber ab 2003 weitergeht, ist noch offen. Wahrscheinlich wird noch einmal alles ganz anders.
Namen sind bloss Schall und Rauch. Das gilt besonders in der Radioszene. Der Millionenpool, obwohl er in angekündigter Zusammensetzung starten kann, wird wegen Namensstreitereien gleich noch umbenannt. Umgekehrt behält der Pool 2000, der in seiner bisherigen Zusammensetzung ab sofort nicht mehr besteht, trotzig seinen Namen bei. Und um die Verwirrung komplett zu machen, mehren sich die Anzeichen, dass auch der City-Pool bald in umgebauter Form daherkommt. Da darf es nicht verwundern, wenn er sich dennoch weiterhin City-Pool nennen oder – warum auch nicht? – in Millionenpool umtaufen würde.
Doch der Reihe nach. Immerhin ein Punkt in der ganzen Radiopool-Diskussion scheint mittlerweile geklärt: Am 1. Juli geht der Millionenpool, der aber in One Pool umbenannt wurde, in den Verkauf. Er umfasst, wie schon früher beschrieben (WW 20/02), das bisherige Zürcher Modul des Pool 2000 (Hitradio Z, Argovia, Sunshine) sowie die Radios Top, Grischa/Piz, 32, Ri und Central. Der One Pool lässt sich in drei Module unterteilen: das Modul Zürich mit Hitradio Z, Argovia, Sunshine und Top, das Modul Mittelland mit Argovia und 32 und das Modul Ostschweiz mit Top, Ri, Grischa/Piz und Central.
Am 1. Juli startet auch der neue Pool 2000, zwar weiterhin mit drei Modulen, doch das vertragsbrüchige Modul Zürich (Hitradio Z, Argovia, Sunshine) wurde letzte Woche auf eigenen Wunsch in den One Pool entlassen und durch den Powerpool (Radio 24, Zürisee) ersetzt. Der Pooltarif ändert selbstredend, Details werden diese Woche beschlossen, ebenso die Frage, ob Radio Aktuell gleich auch noch integriert werden soll. Übrigens: Die Entlassung der ungetreuen drei ging für einmal sogar ohne Anwälte über die Bühne, vermutlich jedoch nicht ohne Schadenersatzzahlungen. Doch darüber wurde Stillschweigen vereinbart.
Bisher wurden Verträge in der Radioszene selten eingehalten
Das Hauptproblem am neuen Pool 2000 sind nicht die vielen Änderungen unter altem Namen, sondern dass sie nur ein halbes Jahr Gültigkeit haben werden. Der Grund: Der Powerpool liess sich nur bis Ende 2002 als Ersatzmodul Zürich verpflichten. Deshalb ist noch völlig offen, was ab 2003 aus dem Pool 2000 wird.
Warum aber liess sich der Powerpool nicht längerfristig beim Pool 2000 einbinden? Weil ihm eine Einladung aus dem City-Pool (Basilisk, Extra Bern, Pilatus) vorliegt. Dazu kommt wohl noch eine Weisung aus den Chefetagen von Tamedia. Dort will man die drei Radios, 24, Basilisk und Extra Bern, an denen der Konzern beteiligt ist, in ein und dasselbe Poolpaket schnüren.
Fest steht: Der City-Pool hat die Erweiterungsbereitschaft beschlossen, ist aber noch ungekündigt. Falls alles vertragskonform abgeht, müsste eine Kündigung noch diese Woche ausgesprochen werden. Vielleicht ist eine solche aber gar nicht nötig, wenn Einstimmigkeit bezüglich der Aufnahme von Radio 24 beziehungsweise des Powerpools herrscht. Das würde in den Statuten stehen. Doch was sind Statuten und Verträge in der Radioszene wert? Bisher wurden sie jedenfalls selten eingehalten. Zudem findet Tamedia bestimmt einen Dreh, wie sie zumindest ihr Radio 24 in den City-Pool bringt, schliesslich gibt sie dort über Basilisk und Extra Bern bereits den Ton an.
Vieles deutet also darauf hin, dass die Einbindung von Radio 24 oder des Powerpools im City-Pool ab 2003 Wirklichkeit wird. Dies hätte dann die Auflösung des Pools 2000 zur Folge. Denkbar wären danach noch zwei mehr oder weniger vernünftige Szenarien (die erfahrungsgemäss allerdings kaum zum Zug kommen werden): Die verwaisten Pool-Module Bern (BE1, BeO, Canal 3) und Basel (Regenbogen, Edelweiss) bleiben je selbstständig und bieten sich als mögliche Ergänzungen zum ostwärts orientierten One Pool an. Oder sie schliessen sich dem One Pool als zusätzliche Module an. Es stellt sich dann jedoch die (rhetorische) Frage, weshalb sie das nicht schon jetzt getan haben. Die Mediaplaner hätten es ihnen bestimmt gedankt. Mit diesem Chaos erweist sich die Radiobranche selbst den grössten Bärendienst.
Namen sind bloss Schall und Rauch. Das gilt besonders in der Radioszene. Der Millionenpool, obwohl er in angekündigter Zusammensetzung starten kann, wird wegen Namensstreitereien gleich noch umbenannt. Umgekehrt behält der Pool 2000, der in seiner bisherigen Zusammensetzung ab sofort nicht mehr besteht, trotzig seinen Namen bei. Und um die Verwirrung komplett zu machen, mehren sich die Anzeichen, dass auch der City-Pool bald in umgebauter Form daherkommt. Da darf es nicht verwundern, wenn er sich dennoch weiterhin City-Pool nennen oder – warum auch nicht? – in Millionenpool umtaufen würde.
Doch der Reihe nach. Immerhin ein Punkt in der ganzen Radiopool-Diskussion scheint mittlerweile geklärt: Am 1. Juli geht der Millionenpool, der aber in One Pool umbenannt wurde, in den Verkauf. Er umfasst, wie schon früher beschrieben (WW 20/02), das bisherige Zürcher Modul des Pool 2000 (Hitradio Z, Argovia, Sunshine) sowie die Radios Top, Grischa/Piz, 32, Ri und Central. Der One Pool lässt sich in drei Module unterteilen: das Modul Zürich mit Hitradio Z, Argovia, Sunshine und Top, das Modul Mittelland mit Argovia und 32 und das Modul Ostschweiz mit Top, Ri, Grischa/Piz und Central.
Am 1. Juli startet auch der neue Pool 2000, zwar weiterhin mit drei Modulen, doch das vertragsbrüchige Modul Zürich (Hitradio Z, Argovia, Sunshine) wurde letzte Woche auf eigenen Wunsch in den One Pool entlassen und durch den Powerpool (Radio 24, Zürisee) ersetzt. Der Pooltarif ändert selbstredend, Details werden diese Woche beschlossen, ebenso die Frage, ob Radio Aktuell gleich auch noch integriert werden soll. Übrigens: Die Entlassung der ungetreuen drei ging für einmal sogar ohne Anwälte über die Bühne, vermutlich jedoch nicht ohne Schadenersatzzahlungen. Doch darüber wurde Stillschweigen vereinbart.
Bisher wurden Verträge in der Radioszene selten eingehalten
Das Hauptproblem am neuen Pool 2000 sind nicht die vielen Änderungen unter altem Namen, sondern dass sie nur ein halbes Jahr Gültigkeit haben werden. Der Grund: Der Powerpool liess sich nur bis Ende 2002 als Ersatzmodul Zürich verpflichten. Deshalb ist noch völlig offen, was ab 2003 aus dem Pool 2000 wird.
Warum aber liess sich der Powerpool nicht längerfristig beim Pool 2000 einbinden? Weil ihm eine Einladung aus dem City-Pool (Basilisk, Extra Bern, Pilatus) vorliegt. Dazu kommt wohl noch eine Weisung aus den Chefetagen von Tamedia. Dort will man die drei Radios, 24, Basilisk und Extra Bern, an denen der Konzern beteiligt ist, in ein und dasselbe Poolpaket schnüren.
Fest steht: Der City-Pool hat die Erweiterungsbereitschaft beschlossen, ist aber noch ungekündigt. Falls alles vertragskonform abgeht, müsste eine Kündigung noch diese Woche ausgesprochen werden. Vielleicht ist eine solche aber gar nicht nötig, wenn Einstimmigkeit bezüglich der Aufnahme von Radio 24 beziehungsweise des Powerpools herrscht. Das würde in den Statuten stehen. Doch was sind Statuten und Verträge in der Radioszene wert? Bisher wurden sie jedenfalls selten eingehalten. Zudem findet Tamedia bestimmt einen Dreh, wie sie zumindest ihr Radio 24 in den City-Pool bringt, schliesslich gibt sie dort über Basilisk und Extra Bern bereits den Ton an.
Vieles deutet also darauf hin, dass die Einbindung von Radio 24 oder des Powerpools im City-Pool ab 2003 Wirklichkeit wird. Dies hätte dann die Auflösung des Pools 2000 zur Folge. Denkbar wären danach noch zwei mehr oder weniger vernünftige Szenarien (die erfahrungsgemäss allerdings kaum zum Zug kommen werden): Die verwaisten Pool-Module Bern (BE1, BeO, Canal 3) und Basel (Regenbogen, Edelweiss) bleiben je selbstständig und bieten sich als mögliche Ergänzungen zum ostwärts orientierten One Pool an. Oder sie schliessen sich dem One Pool als zusätzliche Module an. Es stellt sich dann jedoch die (rhetorische) Frage, weshalb sie das nicht schon jetzt getan haben. Die Mediaplaner hätten es ihnen bestimmt gedankt. Mit diesem Chaos erweist sich die Radiobranche selbst den grössten Bärendienst.
