Grosse Brands, grosse Ziele

Philipp Skrabal, neuer CD bei Publicis, will auch bei grossen Kunden die kreativen Möglichkeiten voll ausschöpfen.

Philipp Skrabal, neuer CD bei Publicis, will auch bei grossen Kunden die kreativen Möglichkeiten voll ausschöpfen.«Für mich ist die Herausforderung, vom Jäger zum Gejagten zu werden – in der führenden und so genannt kreativsten Agentur der Schweiz», meint Philipp Skrabal. Nach dem Teilabgang von Chief Creative Officer Jean-Etienne Aebi hat Publicis die Abteilung Kreation etwas umgebaut und ein Creative Board ins Leben gerufen. In diesem soll Skrabal als Creative Director das Team von Executive Creative Director Markus Gut verstärken. Philipp Skrabal hat sich die letzten fast sieben Jahre bei Matter & Partner einen Namen gemacht, zuletzt als CD und Mitglied der Geschäftsleitung. «Ich habe eigentlich nicht mit dem Gedanken gespielt zu wechseln», sinniert der neue Mann an der Zürcher Theaterstrasse. «Ich hatte eine super Zeit bei Matter & Partner.» Als aber Markus Gut ihm bei einem kollegialen Bier seine Board-Pläne vorgestellt hatte, da realisierte Skrabal, dass Publicis «eine grosse Chance ist». Er hätte diese Agentur schon immer aufmerksam verfolgt im Sinne einer anerkennenden Feststellung, wie hier wirklich grosse und nachhaltige Kampagnen gemacht worden sind – «solche, an die sich das Publikum erinnert».
Kreativ auffallende Plakate und Inserate waren es auch, die Philipp Skrabal schon in jungen Jahren für einen Beruf in der Werbung begeistert haben. Mit 15 Jahren besuchte er deshalb den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich. «Das war das Einzige, auf das ich Lust hatte.» Anschliessend folgte eine Grafikerausbildung bei Seiler DDB. Von 1992 bis 1996 sammelte er erste Konzepterfahrungen bei Euro RSCG und wurde bereits mit 23 Jahren AD. Schliesslich durfte er im Rahmen eines Jobtauschs im Netzwerk für ein halbes Jahr nach Australien wechseln. «Das war genau zur richtigen Zeit, weil ich damals eine Motivationskrise durchlebte und das Gefühl hatte, ich könne mich nicht durchsetzen mit meinen Ideen.»
In Sidney hat der junge Schweizer «eine ganz andere Arbeitsweise, die angelsächsische, kennen gelernt». Bei dieser sei die Verteilung der Aufgaben viel mehr strukturiert, was zum Beispiel einem AD erlaubt, sich viel stärker auf das Konzeptionelle zu fokussieren. «Bei uns ist es so, dass in mittelgrossen Agenturen jeder alles machen muss. Das kann auch spannend sein, aber man kann schneller in einer Disziplin viel besser werden, wenn man sich voll konzentrieren kann», meint Skrabal.
Ein bisschen von dieser Kultur hofft er nun auch bei der grössten Schweizer Agentur Publicis wieder zu finden. Skrabals persönliches Ziel ist es, «auf diesen tollen Brands» wie Nestlé, UBS, Renault oder Bilanz bei Publicis «im grossen Stil» durchziehen zu können, was ihm vorher bei Matter & Partner «im mittelgrossen Stil» gelungen ist.
Bei diesen bisherigen Arbeiten ist ADC-Mitglied Skrabal zum Beispiel stolz auf seine letzten fünf Jahre für das Theater Spektakel. «Die aktuelle Kampagne zeigt, wie man überraschend für einen solchen Anlass werben kann.» Listig aufgefallen sind auch seine Aproz-Lastwagen, die mit dem Mineralwasser der Migros in Vals oder Rhäzüns einfahren. Eine Idee, die auch international bei Jurierungen erfolgreich war, ist Skrabals Jeep mit den Wildgänsen. Statt ihrer Leitgans folgen die Vögel einem Chrysler-Jeep mit einem neuartigen Navigationssystem.
Skrabal und sein Team haben in den letzten sechs Jahren für Matter & Partner über 75 Auszeichnungen gewonnen, die Hälfte davon international. Die Agentur ist damit im Kreativ-Ranking vom 21. auf den
6. Rang vorgerückt. Der neue CD in der nun ersten und grössten Schweizer Agentur hat zwei Kinder und fährt in seiner Freizeit Rennvelo.
Will seine angelsächsische Erfahrung einbringen: Philipp Skrabal, der neue CD bei Publicis.
Andreas Panzeri

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