Go west!
Markus Knöpfli über die Absichten der Espace Media Groupe in Biel.
Markus Knöpfli über die Absichten der Espace Media Groupe in Biel.Sollte die Espace Media Groupe das Bieler Radio Canal 3 übernehmen dürfen, ist dessen Zweisprachigkeit aus wirtschaftlichen Gründen mittelfristig gefährdet. Das wiederholen einige Initianten des neuen Radio-Bilingue-Projektes immer wieder (siehe auch S. 15). Als Beweis tischen sie eine alte Geschichte auf: Das zur Espace Media gehörende TeleBärn habe gemäss ursprünglicher Konzession den Auftrag gehabt, Biel auch mit einem französischen Programm zu bedienen, sei diesem Auftrag aber nie nachgekommen. Darum sei das zweisprachige TeleBielingue bewilligt worden.Doch die Geschichte ist falsch, wie eine Anfrage beim Bakom ergab.
TeleBärn hat in Biel nichts vernachlässigt, vielmehr hat das Bakom den Auftrag von Anfang an sistiert, um TeleBielingue, das erst im Entstehen war, eine Chance zu geben. Später wurde der Auftrag gestrichen.
Hier soll keine Lanze für die Espace Media gebrochen werden. Doch unwahre Geschichten werden durch Nachbeten nicht wahrer, sie lenken vom Wesentlichen ab. Und das Wesentliche am Canal-3-Interesse der Espace Media ist die dahinterstehende Absicht des Berner Konzerns: Dieser will expandieren – nach Solothurn und in die Romandie. Nicht umsonst hat sich die ehemalige Berner Tagblatt Medien AG vor drei Jahren einen französischen Namen gegeben. Canal 3 ist nun für die Espace Media ein erstes Tor zur Westschweiz, wie sie längst eines gesucht hat. Beim darniederliegenden Canal 3 kann sie dem Westschweizer Publikum und den dortigen Werbetreibenden beweisen, dass sie es mit dem Schritt Richtung Westen ernst meint und auch inhaltlich etwas zu bieten hat. Deshalb ist die Zweisprachigkeit des Senders nie und nimmer gefährdet.
Gefährdet oder zumindest belastet ist jedoch die bisherige Kooperation zwischen Berner Zeitung und Bieler Tagblatt. Zwar wird die Espace Media diese kaum aufkündigen, aber die Art, wie die Berner nun in den Bieler Markt eingedrungen sind und selbst den langjährigen Partner vor den Kopf stiessen, signalisiert: «Dieses Radio hol ich mir, auch auf Kosten unserer Partnerschaft.» Die Kooperation mit dem BT ist jedenfalls für die Espace Media zweitrangig geworden – aus strategischen Gründen.
> Markus Knöpfli, redaktioneller Mitarbeiter
TeleBärn hat in Biel nichts vernachlässigt, vielmehr hat das Bakom den Auftrag von Anfang an sistiert, um TeleBielingue, das erst im Entstehen war, eine Chance zu geben. Später wurde der Auftrag gestrichen.
Hier soll keine Lanze für die Espace Media gebrochen werden. Doch unwahre Geschichten werden durch Nachbeten nicht wahrer, sie lenken vom Wesentlichen ab. Und das Wesentliche am Canal-3-Interesse der Espace Media ist die dahinterstehende Absicht des Berner Konzerns: Dieser will expandieren – nach Solothurn und in die Romandie. Nicht umsonst hat sich die ehemalige Berner Tagblatt Medien AG vor drei Jahren einen französischen Namen gegeben. Canal 3 ist nun für die Espace Media ein erstes Tor zur Westschweiz, wie sie längst eines gesucht hat. Beim darniederliegenden Canal 3 kann sie dem Westschweizer Publikum und den dortigen Werbetreibenden beweisen, dass sie es mit dem Schritt Richtung Westen ernst meint und auch inhaltlich etwas zu bieten hat. Deshalb ist die Zweisprachigkeit des Senders nie und nimmer gefährdet.
Gefährdet oder zumindest belastet ist jedoch die bisherige Kooperation zwischen Berner Zeitung und Bieler Tagblatt. Zwar wird die Espace Media diese kaum aufkündigen, aber die Art, wie die Berner nun in den Bieler Markt eingedrungen sind und selbst den langjährigen Partner vor den Kopf stiessen, signalisiert: «Dieses Radio hol ich mir, auch auf Kosten unserer Partnerschaft.» Die Kooperation mit dem BT ist jedenfalls für die Espace Media zweitrangig geworden – aus strategischen Gründen.
> Markus Knöpfli, redaktioneller Mitarbeiter
