Geteilter Channel ist JCDecaux‘ Freude

Aussenwerbung JCDecaux freut sich über mehr Transparenz bei Clear Channel.

Aussenwerbung JCDecaux freut sich über mehr Transparenz bei Clear Channel.Anfangs Mai gab der US-Medienkonzern Clear Channel (CC) bekannt, dass er sein weltweites Aussenwerbegeschäft – zu dem in der Schweiz Clear Channel Plakanda gehört – per Ende 2005 ausgliedern und danach als separate Firma mit rund 2,5 Milliarden Dollar Umsatz an die Börse bringen werde.Den französischen Aussenwerber JCDecaux, weltweit mit 1,6 Milliarden Dollar Umsatz CCs Hauptkonkurrent und in der Schweiz zu 30 Prozent am Marktleader Affichage beteiligt, freut diese Aufsplittung. François Decaux, Co-Vorsitzender der Geschäftsführung und VR-Mitglied bei Affichage, triumphiert: «Für uns ist das eine Bestätigung, dass Radio und Aussenwerbung zusammen nicht funktionieren.»
Tatsächlich hatte der Mischkonzern CC, in den USA der grösste Radiovermarkter, über Jahre versucht, Radio- und Plakatwerbung paketweise zu vermarkten. JCDecaux und Affichage verfolgten eine Monostrategie. JCDecaux kam deswegen zeitweise unter Investorendruck, weil der Mischkonzern CC einst viel stärker bewertet war als der Pureplayer. Doch der Franzose blieb bei seiner Strategie: «Der Kunde will frei entscheiden, welches Medium er buchen will. Möchte er zwei Medien kombinieren, kann er dies ohnehin. Wird er aber dazu gezwungen, verlangt er einen Riesenrabatt.»
Mit der Aufteilung seines Konkurrenten hofft Decaux auch auf mehr Transparenz: «Endlich kann CC seine Aussenwerbezahlen nicht mehr mit jenen anderer Bereiche vermischen», sagt er. Künftig werde die Aussenwerbefirma Clear Channel Outdoor (CCO) an JCDecaux und anderen Aussenwerbern gemessen.
Ein Einstieg bei CCO steht für Decaux aber ausser Diskussion, vor allem aus kartellrechtlichen Gründen. An der Aussenwerbung von Viacom bleibt JCDecaux weiter interessiert. Auch dieser Konzern hat einen Split angekündigt. François Decaux erklärte deshalb schon früher: «Wir sind interessiert an Viacom Aussenwerbung, denn sie und JCDecaux ergänzen sich bestens: Wir sind die Nummer 1 in Europa, Viacom ist die Nummer 1 in den USA. Wir sind die Nummer 2 weltweit, sie sind die Nummer 3.»
Markus Knöpfli

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