Ganz grosse Krise
Künzli hatte die gesamte Geschäftsleitung im Think Tank zusammengetrommelt. Er sah nur in bleiche Gesichter und hätte sich am liebsten auch am allgemeinen Gemurmel beteiligt: «Unfassbar, der GAU, wie konnte das nur passieren, das gibt es doch gar nicht, das ist das Ende.»
Aber als CEO einer mittelgrossen Internet-Agentur musste Künzli auch in solchen Situationen Führungsstärke beweisen, wäre doch gelacht. «Also meine Herren, meine Dame», sagte er, und blitzartig wurde es still im Raum, «wie wir alle wissen, ist das Internet heute Morgen um genau 7.39 h zusammengebrochen. Es ist weg, verschwunden, ins Nirwana abgezischt, keine Ahnung. Niemand weiss etwas Genaues. Das ist das Problem. Was wir aber brauchen, sind Lösungen.
Darf ich Vorschläge hören?» Im Raum blieb es totenstill, und Künzli starrte in bleiche Gesichter. Da hob Michi, der Ober-IT-Nerd, seine Hand, und mit wohlwollendem Nicken erteilte ihm Künzli das Wort.
Was ist passiert, wo ist das Internet hin? Hat Michi eine Lösung, die die Menschheit retten wird? Haben Sie eine?
Die Geschichte ist Teil einer Sammlung von 25 Geschichten aus der Wunderwelt des Web. In dem Buch der Webagentur INM «Alles echt. 25 Storys aus der Wunderwelt des Web» rechnet Remo Peyer mit den «üblen Machenschaften der Internet-Mafia» ab: Abzocke, Schaumschlägerei und zum Schluss: Der Webuntergang.
Teaserbild: Keystone
