Frische Brise aus Brasilien
André Engert Morales sieht für sich und seine AdZürich das Werbejahr 2002 als das «Jahr der Kleinen».
André Engert Morales sieht für sich und seine AdZürich das Werbejahr 2002 als das «Jahr der Kleinen».Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater stammt aus Mexiko, und zur Welt kam er in Brasilien. Seine wesentliche Ausbildung zum Werber besorgte er sich an der Filmhochschule in München, und für seine Agentur AdZürich lebt er – nomen est omen – in der Limmatstadt. Nicht genug. André Engert Morales spricht sechs Sprachen und besitzt mehrere Pässe. Nur den mexikanischen mochte er partout nicht annehmen, weil die Aussicht auf Militärdienst dort «nicht lustig» gewesen wäre. Morales hat in Brasilien Industriedesign studiert. Aber in dem südamerikanischen Land versteht man darunter so viel wie ausländische Produkte anpassen, «damit Patente umgangen werden können». Mehr Entfaltung brachte ein Job in Mexiko. Dort half er mit, für den Staat ein modulares Bausystem zu entwickeln, von dem die Ärmsten unter Mexikos Bevölkerung profitieren sollten. Zurück im TV-Eldorado Brasilien, entdeckte er seinen Sinn für Bilder und TV-Spots. In der Agentur Almap/ BBDO realisierte er als CD fast zehn Werbefilme pro Monat. Und mit diesem Training on the job flog Morales nach Deutschland. Sein Thema bei der Aufnahmeprüfung für die Filmhochschule in München war «Flüchtlinge als menschliches Problem». Eine Schlüsselszene daraus drehte er auch in der Schweiz.
Als ehemaliger Schüler der Schweizerschule in Rio hatte er schnell den Draht zur hiesigen Kultur gefunden. So ist er 1990 schliesslich in Zürich hängen geblieben. Zuerst als AD bei Scotti. Dann wurde er bei McCann einer von vier CDs, pendelte zwischen Zürich und Genf und betreute vor allem die Budgets für Reynolds.
«Kleiner, mit Erfahrung in Grossagenturen», war seine Empfehlung, als er 1995 sein eigenes Agenturbüro AdZürich gründete. Zu seinen wichtigsten Kunden gehört die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Mit Werbung fürs Literaturhaus, Bernhard Littéraire, das Theater Spektakel und andere Sponsoring-Projekte der ZKB rutschte AdZürich immer mehr in den Kulturbereich hinein. Seit sieben Jahren arbeitet Morales aber auch für die französische Regierung. Seine Kampagnen sollen Schweizer Industrielle zu Investitionen in Frankreich bewegen. Mit Brasilien bleibt er über den ADC in Rio verbunden, für den er in Artikeln über die Werbeszene in Europa berichtet.
Was das Schweizersein betreffe, habe er sich früher immer versucht anzupassen. Aber «eigentlich ist frischer Wind hier gefragt. Ein guter Moment, um anders zu denken.» So, wie man neben den grossen Einkaufszentren auch wieder Lust für einen Einkauf im kleinen Quartierladen verspüre, könne es auch in der Werbung vielleicht wieder einmal laufen. «2002 war das Jahr der Kleinen, die an sich und ihre eigene Leistung glauben», ist er überzeugt.
Zwölf Jahre war Morales mit einer Schweizerin verheiratet. Weil seine Frau früher bei der Swissair arbeitete, ist er in dieser Zeit oft für ein Weekend nach Kapstadt oder Peking gejettet. Auf diesen Kurztrips hat er auch eine Dokumentation über Hotelportiers oder eine Reportage über Clubs in Kapstadt gedreht. Als Musikliebhaber arbeitet er an einer Dokumentation über Musik. Er will Konzerte mit Bildern unterlegen. «Musik ist die Hälfte des Lebens, der Rest ein gutes Storyboard, um es zu illustrieren.»
Andreas Panzeri
Als ehemaliger Schüler der Schweizerschule in Rio hatte er schnell den Draht zur hiesigen Kultur gefunden. So ist er 1990 schliesslich in Zürich hängen geblieben. Zuerst als AD bei Scotti. Dann wurde er bei McCann einer von vier CDs, pendelte zwischen Zürich und Genf und betreute vor allem die Budgets für Reynolds.
«Kleiner, mit Erfahrung in Grossagenturen», war seine Empfehlung, als er 1995 sein eigenes Agenturbüro AdZürich gründete. Zu seinen wichtigsten Kunden gehört die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Mit Werbung fürs Literaturhaus, Bernhard Littéraire, das Theater Spektakel und andere Sponsoring-Projekte der ZKB rutschte AdZürich immer mehr in den Kulturbereich hinein. Seit sieben Jahren arbeitet Morales aber auch für die französische Regierung. Seine Kampagnen sollen Schweizer Industrielle zu Investitionen in Frankreich bewegen. Mit Brasilien bleibt er über den ADC in Rio verbunden, für den er in Artikeln über die Werbeszene in Europa berichtet.
Was das Schweizersein betreffe, habe er sich früher immer versucht anzupassen. Aber «eigentlich ist frischer Wind hier gefragt. Ein guter Moment, um anders zu denken.» So, wie man neben den grossen Einkaufszentren auch wieder Lust für einen Einkauf im kleinen Quartierladen verspüre, könne es auch in der Werbung vielleicht wieder einmal laufen. «2002 war das Jahr der Kleinen, die an sich und ihre eigene Leistung glauben», ist er überzeugt.
Zwölf Jahre war Morales mit einer Schweizerin verheiratet. Weil seine Frau früher bei der Swissair arbeitete, ist er in dieser Zeit oft für ein Weekend nach Kapstadt oder Peking gejettet. Auf diesen Kurztrips hat er auch eine Dokumentation über Hotelportiers oder eine Reportage über Clubs in Kapstadt gedreht. Als Musikliebhaber arbeitet er an einer Dokumentation über Musik. Er will Konzerte mit Bildern unterlegen. «Musik ist die Hälfte des Lebens, der Rest ein gutes Storyboard, um es zu illustrieren.»
Andreas Panzeri
