Frauenland in Bäuerinnenhand

Die neue Zeitschrift Frauenland will die Modeblatt-Lücke schliessen

Die neue Zeitschrift Frauenland will die Modeblatt-Lücke schliessenDie neuesten Partytipps und die coolsten Shoppingadressen wird man in dem neuen Magazin nicht finden, das die Schweizer Agrarmedien GmbH im November auf den Markt bringen will. Mit Absicht. Denn Frauenland wendet sich an Bäuerinnen, Hausfrauen und Arbeiterinnen im ländlichen Raum.«Im Prinzip möchten wir in die Lücke der kürzlich eingestellten Frauenzeitschrift Meyer’s treten, so wie sie als Modeblatt früher war», zeigt Verlagsleiterin Rosmarie Ritz die Stossrichtung auf. Keine ungefährliche Strategie angesichts von Meyer’s unrühmlichem Ende, sollte man denken. Im Lesermarkt hofft Frauenland auf die Starthilfe durch den Schweizerischen Landfrauenverband (SLFV). Der Verband mit seinen 60000 Mitgliedern gehört seit drei Jahren zur Trägerschaft der Schweizer Agrarmedien GmbH. Er nutzt Frauenland künftig für Mitteilungen und interne Informationen. Diese werden in einem herausnehmbaren Sonderteil namens Landfrauen produziert.
Die Verbandsmitglieder sind laut Rosmarie Ritz denn auch die primäre Zielgruppe des Magazins, das sechsmal im Jahr erscheint. «Die Idee einer Zeitschrift für den ländlichen Raum geisterte schon länger in unserem Haus herum, doch war die Zielgruppe zu verschwommen», so Ritz. Durch die Zusammenarbeit mit dem SLFV sei dieses Problem nun gelöst worden.
Nicht nur die heimische Scholle ist für Frauenland ein Thema
Frauenland startet mit zwei Grossauflagen von 60000 Exemplaren. Mittelfristig wird eine Auflage von 25000 Stück angepeilt. Möglichst viele dieser Exemplare sollen über Abonnemente vertrieben werden. Daneben wird die Zeitschrift auch am Kiosk erhältlich sein. Die Startausgabe liegt zudem in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in Coiffeursalons auf und «überall sonst, wo man warten muss».
Rosmarie Ritz betont, dass im SLFV keineswegs nur Bäuerinnen vereinigt sind. Die Mehrheit der Landfrauen arbeite in gewöhnlichen Berufen. Die Themenpalette in der Frauenland-Nullnummer reicht darum über das Ländliche und Landwirtschaftliche hinaus und befasst sich zwischen Koch- und Gartentipps besonders auch mit (Frauen-)Politik.
Der Anzeigenverkauf wird inhouse organisiert
Fraglich bleibt, ob diese Themenmischung und Zielgruppe auch im Anzeigenmarkt auf genügend Resonanz stösst. In der gegenwärtigen Marktlage steht Frauenland vor der Herausforderung, ein eher altertümliches Konzept und eine wenig beachtete Zielgruppe an zurückhaltend agierende Werbetreibende zu verkaufen.
Anders als das Aushängeschild der Schweizer Agrarmedien, die Bauernzeitung, wird Frauenland nicht von der Publimag, sondern lediglich intern vermarktet. Auf bestimmte Branchen als bevorzugte Anzeigenkunden wollte sich Rosmarie Ritz nicht festlegen. Frauenland müsse natürlich vor allem Produkte zu akquirieren versuchen, die eine Affinität zu Landfrauen aufweisen: «Die ganz hoch gestellten Sachen werden wir wohl nicht bekommen.»
Stefano Monachesi

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