Fast alles ist möglich
Sponsoring III Seit zweieinhalb Jahren sponsert Toyota den erfolgsverwöhnten FC Basel – zu einem Schnäppchenpreis.
Sponsoring III Seit zweieinhalb Jahren sponsert Toyota den erfolgsverwöhnten FC Basel – zu einem Schnäppchenpreis.Toyota hat sich einen Platz in den Lehrbüchern für Marketing verdient. Welcher Sponsor sonst könnte sich rühmen, zu einem so passenden Zeitpunkt als Hauptsponsor bei einem Sportklub aufgesprungen zu sein wie der japanische Autokonzern? Timing ist alles. Als Toyota beim Fussballclub Basel (FCB) im Dezember 2000 unterschrieb, lag das Fanionteam auf dem fünften Tabellenplatz der Schweizer Meisterschaft und hatte ausser einer grossen Vergangenheit mit Namen wie Karli Odermatt wenig Glanzvolles vorzuzeigen. Seit Sommer 2002 ist alles anders: Meistertitel, Cupsieg, Qualifikation zur einträglichen Championsleague. Und wenn immer die TV-Kameras surrten, zoomte die Linse auf die Trikots der FCB-Akteure und den prominent aufgenähten Toyota-Schriftzug. «Wir sind im Dezember 2000 ein gewisses Risiko eingegangen und haben für die damaligen Verhältnisse eigentlich sehr viel bezahlt», gestand Oswald Kron, Generaldirektor des Autoherstellers Toyota, vor einiger Zeit in einem Interview.
Insgesamt rund vier Millionen Franken soll der Autokonzern für sein auf dreieinhalb Jahre befristetes Engagement hingeblättert haben. Netto, notabene. Zusätzliche Boni bei Erfolg wurden im Vertrag nicht festgehalten. Ein Vorteil für Toyota, wie sich heute herausstellt: «Experten haben errechnet, dass unser Hauptsponsor derzeit den zehnfachen Gegenwert für das erhält, was er zahlt», sagt FCB-Präsident Werner Edelmann.
Pro Match 28000 Besucher
Ganz daneben dürfte Basels Präsident mit seiner Schätzung nicht liegen. Kein anderer Schweizer Sportklub sorgte in der jüngsten Vergangenheit für so viele positive Schlagzeilen wie der FCB. Selbst vietnamesische und japanische Zeitungen berichteten über den Beppi-Klub, als dieser unter Europas besten Teams mitkickte.
Und spätestens seit über 100000 Fans beim Titelgewinn im Mai 2002 ihr Team bis in die frühen Morgenstunden auf dem Barfüsserplatz feierten, steht fest: Kein Schweizer Klub mobilisiert derzeit mehr Zuschauer und Fans als der FCB. Seit Beginn der neuen Saison pilgern nach wie vor bis zu 28000 Anhänger pro Heimspiel in den St.Jakob-Park. Und immer mit dabei: Toyota.
Selbst wenn die Spieler unterwegs sind, tun sie dies in einem Lexus oder Toyota. «Sie sind verpflichtet, an offiziellen Anlässen mit ihrem Toyota oder Lexus vorzufahren», bestätigt FCB-Sprecher Josef Zindel. Wer dies nicht tut, «wird intern gemäss einem klar
geregelten ‹Katalog› bestraft», so Zindel wörtlich. «Wobei die Bussen im Wiederholungsfall spürbar steigen.» Wie oft die Spieler bislang gebüsst werden mussten, war nicht zu erfahren.
Sexy Yakins
Solche Abmahnungen dürften die FCB-Bosse des Öfteren ausgesprochen haben: Spieler wie Murat Yakin (bekennender BMW-M5-Fahrer) lassen sich nur ungern in ein starres Korsett zwängen. Doch genau das macht sie sexy, interessant und damit zu super Imageträgern. Kein Wunder erschienen über die FCB-Spieler deutlich mehr Geschichten in Lifestyle- und Frauenmagazinen als über andere Schweizer Fussballer. Und bei der Sportleragentur Athletic Models kann man die Brüder Murat und Hakan Yakin inzwischen schon als Werbemodels mieten, auch wenn Letzterer künftig im Trikot des Pariser Traditionsklubs Paris St. Germain einlaufen wird.
Toyota darf kostenlos über die FCB-Spieler verfügen. Zumindest bis Ende Saison 2003/2004. Dann läuft der Vertrag des FCB-Hauptsponsors aus. «Wir haben von Toyota Schweiz bereits klare Signale erhalten, wonach eine weitere Zusammenarbeit begrüsst werden würde», sagt Zindel. So günstig wie vor zweieinhalb Jahren wird Toyota den FCB dann allerdings nicht mehr bekommen.
Edler Dienstwagen für Christian Gross. Der FCB-Trainer erhielt vor wenigen Wochen den Lexus RX300 als Leihwagen von Toyota.
Toyota beim FCBToyota lässt im Sponsoring-Engagement für den FC Basel nichts aus: Trikots, Bandenwerbung im Stadion, Präsenz auf Inseraten (etwa im Fussballclub-Magazin Rot Blau), auf Autogrammkarten, auf Saisontickets, im Spielkalender sowie der Ticketvorverkauf in Basler Toyota-Garagen sind nur ein kleiner Teil des Auftritts. Um seinen VIPs einen Sonderservice zu bieten, hat der japanische Autohersteller im zumeist ausverkauften St.Jakob-Park eine eigene Loge eingerichtet, in der 900 VIPs verköstigt werden können. Zudem kann Toyota beim Genfer Autosalon oder bei Händlermeetings auf FCB-Stars zurückgreifen und für
ihre Karossen werben lassen. (af)
Annelies Friedli
Insgesamt rund vier Millionen Franken soll der Autokonzern für sein auf dreieinhalb Jahre befristetes Engagement hingeblättert haben. Netto, notabene. Zusätzliche Boni bei Erfolg wurden im Vertrag nicht festgehalten. Ein Vorteil für Toyota, wie sich heute herausstellt: «Experten haben errechnet, dass unser Hauptsponsor derzeit den zehnfachen Gegenwert für das erhält, was er zahlt», sagt FCB-Präsident Werner Edelmann.
Pro Match 28000 Besucher
Ganz daneben dürfte Basels Präsident mit seiner Schätzung nicht liegen. Kein anderer Schweizer Sportklub sorgte in der jüngsten Vergangenheit für so viele positive Schlagzeilen wie der FCB. Selbst vietnamesische und japanische Zeitungen berichteten über den Beppi-Klub, als dieser unter Europas besten Teams mitkickte.
Und spätestens seit über 100000 Fans beim Titelgewinn im Mai 2002 ihr Team bis in die frühen Morgenstunden auf dem Barfüsserplatz feierten, steht fest: Kein Schweizer Klub mobilisiert derzeit mehr Zuschauer und Fans als der FCB. Seit Beginn der neuen Saison pilgern nach wie vor bis zu 28000 Anhänger pro Heimspiel in den St.Jakob-Park. Und immer mit dabei: Toyota.
Selbst wenn die Spieler unterwegs sind, tun sie dies in einem Lexus oder Toyota. «Sie sind verpflichtet, an offiziellen Anlässen mit ihrem Toyota oder Lexus vorzufahren», bestätigt FCB-Sprecher Josef Zindel. Wer dies nicht tut, «wird intern gemäss einem klar
geregelten ‹Katalog› bestraft», so Zindel wörtlich. «Wobei die Bussen im Wiederholungsfall spürbar steigen.» Wie oft die Spieler bislang gebüsst werden mussten, war nicht zu erfahren.
Sexy Yakins
Solche Abmahnungen dürften die FCB-Bosse des Öfteren ausgesprochen haben: Spieler wie Murat Yakin (bekennender BMW-M5-Fahrer) lassen sich nur ungern in ein starres Korsett zwängen. Doch genau das macht sie sexy, interessant und damit zu super Imageträgern. Kein Wunder erschienen über die FCB-Spieler deutlich mehr Geschichten in Lifestyle- und Frauenmagazinen als über andere Schweizer Fussballer. Und bei der Sportleragentur Athletic Models kann man die Brüder Murat und Hakan Yakin inzwischen schon als Werbemodels mieten, auch wenn Letzterer künftig im Trikot des Pariser Traditionsklubs Paris St. Germain einlaufen wird.
Toyota darf kostenlos über die FCB-Spieler verfügen. Zumindest bis Ende Saison 2003/2004. Dann läuft der Vertrag des FCB-Hauptsponsors aus. «Wir haben von Toyota Schweiz bereits klare Signale erhalten, wonach eine weitere Zusammenarbeit begrüsst werden würde», sagt Zindel. So günstig wie vor zweieinhalb Jahren wird Toyota den FCB dann allerdings nicht mehr bekommen.
Edler Dienstwagen für Christian Gross. Der FCB-Trainer erhielt vor wenigen Wochen den Lexus RX300 als Leihwagen von Toyota.
Toyota beim FCBToyota lässt im Sponsoring-Engagement für den FC Basel nichts aus: Trikots, Bandenwerbung im Stadion, Präsenz auf Inseraten (etwa im Fussballclub-Magazin Rot Blau), auf Autogrammkarten, auf Saisontickets, im Spielkalender sowie der Ticketvorverkauf in Basler Toyota-Garagen sind nur ein kleiner Teil des Auftritts. Um seinen VIPs einen Sonderservice zu bieten, hat der japanische Autohersteller im zumeist ausverkauften St.Jakob-Park eine eigene Loge eingerichtet, in der 900 VIPs verköstigt werden können. Zudem kann Toyota beim Genfer Autosalon oder bei Händlermeetings auf FCB-Stars zurückgreifen und für
ihre Karossen werben lassen. (af)
Annelies Friedli
