Fachchinesisch: Was bedeutet eigentlich «robust»?

Benno Maggi erklärt in seiner Kolumne «Fachchinesisch» Begriffe aus dem Marketing- und Kommunikationsbereich. Dieses Mal erklärt er, weshalb der Begriff «robust» in den aktuell schwierigen Zeiten gerne und viel verwendet wird.

fachchinesisch

In sportlichem Tempo hat es die Branche überrollt, das neue Wort, und wir müssen es alle und sofort sein: robust. Bei Daten, Konzepten, Ideen und Lösungen, Mitarbeitenden und Kundenbeziehungen reicht es nicht mehr, nur gut zu sein oder passend; sie alle müssen heute robust sein. Wieso? Okay, die aktuelle Lage in der Branche und generell in der Gesellschaft braucht in der Tat mehr Standhaftigkeit, als die letzten Jahrzehnte gefordert war, weht doch gerade ein rauer Wind, bebt gleichzeitig die Erde und regnet es obendrauf noch in Strömen. Ganz schön viel auf einmal. Aber deswegen gleich das Holzfällerhemd montieren?

 

Aus gutem Holz geschnitzt durch agile Zeiten

Agil sollten wir doch sein – elastisch, zäh, biegsam wie Eibenholz – das haben mittlerweile wegen der Digitalisierung auch alle begriffen. Jetzt plötzlich dazu auch noch robust, hart und kraftvoll wie die Eiche, die den tobenden Stürmen trotzt. Ganz schön viel verlangt. Halten wir uns doch deshalb statt an die Forstwirtschaft am besten an jene, die das alles schon längst tun: die Sportler. Alle, die schon mal auf ansprechendem Niveau sportlich tätig waren, wissen es nämlich. Nebst Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit ist Kraft nur eine von vier Einheiten auf dem Weg zum sportlichen Erfolg. Also ab in die Muckibuden, liebe Werber und Kommunikationsverantwortliche, aber vor lauter Bankdrücken einfache Bewegungsgymnastik, Intervalltraining und Laufband nicht vergessen.

* Benno Maggi ist Mitgründer und CEO von Partner & Partner. Er lauscht seit über 30 Jahren in der Branche und entdeckt dabei für uns Worte und Begriffe, die entweder zum Smalltalken, Wichtigtun, Aufregen, Scrabble spielen oder einfach so verwendet werden können.

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