Facebook kommt in die Schweiz

Im Interview mit der Sonntagszeitung kündigt Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg eine Expansion in die Schweiz an und spricht über die Konkurrenz von Facebook und der Medienbranche bei den Werbeeinnahmen.

Man investiere viel Geld in europäische Standorte, habe nach Irland und Schweden nun auch eine Niederlassung in Berlin eröffnet. Die Frage, ob als nächstes die Schweiz an der Reihe sei, bejaht Sandberg, hält sich aber mit Details zurück: «Wann, möchte ich nicht verraten. Noch ist nichts spruchreif.»

Facebook habe allein in Europa 200'000 Stellen geschaffen, wie man letztes Jahr zusammen mit dem Beratungsunternehmen Deloitte errechnet habe. Sandberg glaubt nicht, dass durch Facebook der Medienbranche Werbeeinnahmen verloren gehen und schlussendlich Stellen gestrichen würden. «Wir sind noch eine sehr kleine Firma, erst recht wenn es um Werbeeinnahmen geht.» Das soziale Netzwerk sei als Verteilungsplattform zu sehen: User würden via Facebook auf Artikel von Onlinemedien aufmerksam und weitergeleitet. Dadurch würden schlussendlich wohl sogar Stellen im Medienbereich geschaffen. Eine ähnliche Argumentation also wie diejenige von Google im Streit mit den Verlegern.

Am Kurs Werbung als einziges funktionierendes Geschäftsmodell will Facebook festhalten: «Mark Zuckerberg und ich glauben daran, dass Werbung auf Facebook viel Sinn macht», so die 43-jährige Mutter zweier Kinder. Es liege auf der Hand, dass man herausfinden wolle, welche Produkte den gutvernetzten Usern gefallen könnten – auch wenn die hohe Vernetzung für manche Leute Probleme schaffe. Damit meint Sandberg jedoch nicht Datenschutzthemen («Alle glauben immer, wir kümmern uns einen Dreck um Privatsphäre. Dabei ist sie uns sehr wichtig.»), sondern dass es sich beispielsweise aus Sicht der Filmindustrie zu schnell herumspräche, wenn ein Film schlecht sei. (hae)

Bild: Keystone
 

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