«Es geht ums nackte Überleben»

Doris Fiala-Goldingers Agentur Relations & More betreut die Öffentlichkeitsarbeit für das Lighthouse.

Doris Fiala-Goldingers Agentur Relations & More betreut die Öffentlichkeitsarbeit für das Lighthouse.
WW Das Lighthouse ist finanziell stark gefährdet: Wie geht es nun weiter?Doris Fiala-Goldinger Weil der Bund heute im Gesundheitswesen sehr viel an die Kantone delegiert, ist diese finanzielle Unterstützung entfallen. Wir sind jedoch ganz klar der Meinung, dass das Hospiz Zürcher Lighthouse im Kanton Zürich auf die Spitalliste müsste. Aus diesem Grund haben wir eine Volksinitiative lanciert. Diese hat ein umwerfendes Echo innerhalb der Bevölkerung ausgelöst. Ohne Unterstützung der Parteien haben wir im Alleingang vor Fristablauf 14000 Unterschriften gesammelt, wovon 12500 gültig sind. Die Volksinitiative ist also gut zu Stande gekommen. Man hätte nur 10000 Unterschriften gebraucht. Jetzt gehen wir davon aus, dass im Sommer eine Abstimmung stattfinden wird und die Stimmbevölkerung im Kanton Zürich über das Überleben des Lighthouse entscheiden kann.
Über Aids kursieren verschiedene Zahlen – viele meinen, die Krankheit sei heute heilbar. Ist das Lighthouse noch nötig?
Der Bedarf für dieses Hospiz ist leider nach wie vor sehr gross. Schwerstkranke können im Lighthouse einen menschenwürdigen Abschied finden. Und wenn man richtig rechnet, würde ein Patient, der in einem Spital stirbt, die öffentliche Hand noch viel mehr als im Lighthouse belasten. Deshalb stimmt das politische Argument vom Spardruck auch nicht.
Wie bedeutend ist nun die Sammelaktion mit den Bären?
Das Lighthouse hat schon immer rund ein Viertel bis ein Drittel seiner Kosten mittels Fundraising finanziert. Da ist die Weihnachtsaktion ein Teil davon. Das reicht aber nicht. Wir brauchen die Unterstützung von offizieller Seite. Es geht um das nackte Überleben des Lighthouse. Die Sympathiewelle ist sehr herzbewegend und eine grosse Hilfe. Aber ohne positive Volksabstimmung wird es nicht gehen.
Wie gefällt Ihnen der Spot mit dem toten Bären?
Es braucht Berufsleute in Marketing und Werbung, die soziales Engagement zeigen. Das ist eine fantastische Aktion von Tarkan Özküp von TeleZüri und Markus Cavegn. Der Spot ist sehr gelungen. Mich hat er stark berührt. Bei diesem Glockenspiel mit dem Kinderlied kommt ein wohliges Wärmegefühl auf – und wenn man dann den Zettel am Fuss des toten Bären sieht, so wie man es in Filmen oder sogar in der Realität schon gesehen hat, wenn ein toter Mensch daliegt, dann ist das sehr bewegend.
Welche Symbolkraft steckt in dem Bären?
Der Bär ist ein Plüschtier, das die Kinder begleitet, wenn sie noch in der Familie behütet sind. Jetzt ist er auch ein Symbol für Wärme und Geborgenheit in den letzten Stunden im Lighthouse. Der Bär hat darum für diese Einrichtung eine hohe Symbolkraft. Das ist mit sehr viel Feingefühl umgesetzt worden.
Interview: Andreas Panzeri

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