Ein schönes, frisches Blondes
Getränke Heineken sucht Männer, die ihr Bier gern selber zapfen. Publicis spannt für die Suche Frauen ein.
Getränke Heineken sucht Männer, die ihr Bier gern selber zapfen. Publicis spannt für die Suche Frauen ein.Von der Hitzeperiode des vergangenen Sommers konnten nicht nur Mineralwasserhersteller profitieren. Auch der Bierkonsum zog dank Rekordtemperaturen an, nachdem er seit Jahren rückläufig ist. Im Juni, Juli und August wurden gegenüber den Vorjahresmonaten Steigerungsraten von über zehn Prozent erreicht, wie der Schweizerische Brauerverein mitteilt. Diese Rekordergebnisse verschafften den Bierverkäufen 2003 insgesamt einen Anstieg von rund vier Prozent: 4,3 Millionen Hektoliter Bier flossen hier zu Lande die Kehlen hinunter. Als Premium-Produkt positioniert
Temperaturmässig scheint der Sommer 2004 den Bierbrauereien allerdings einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dafür ist ja nun die Fussball-EM angepfiffen, welche dem Bierkonsum ihrerseits zu Höhenflügen verhelfen könnte. Zumindest wenn man der landläufigen Meinung Glauben schenkt, (männliche) Fussballfans seien ein einig Volk von Biertrinkern – egal ob im Stadion oder zu Hause vor dem Fernseher.
Pünktlich zur emotional hitzigsten Periode dieses Sommers startet auch Heineken Switzerland mit Kommunikationsmassnahmen für ihre Erfindung BeerTender. Das Zapfgerät für die eigenen vier Wände soll Bierliebhabern auch zu Hause den uneingeschränkten Genuss eines frisch gezapften Heinekens ermöglichen. Mit einem Fassungsvermögen von vier Litern und einem Designgehäuse peilt das Küchengerät allerdings nicht den Durchschnittstrinker an. Vielmehr soll die Maschine im Premium-Segment positioniert werden – immerhin kostet sie im Fachhandel rund 500 Franken. Eingeführt hat Heineken den BeerTender in der Schweiz bereits im April des vergangenen Jahres. Gemäss eigenen Angaben soll das Produkt von der Kundschaft sehr gut aufgenommen worden sein.
Anfang dieses Monats startete die BeerTender-Kommunikation mit einer taktischen Headline-Kampagne. Verantwortlich für das Konzept zeichnet die Zürcher Agentur Publicis, die den Heineken-Gesamtetat im Pitch von JWT + Hostettler + Fabrikant geerbt hat.
Beim Kauf reden die Frauen mit
Mit Slogans wie «Sie werden mehr Freunde haben, als Ihnen lieb ist» oder «Joystick» sollen im taktischen Teil der Kommunikation möglichst viele potenzielle Käufer auf das Gerät aufmerksam gemacht und zum Testen in ein Fachgeschäft gelockt werden. Ende Juni kommen zusätzlich Massnahmen auf Imageebene zum Einsatz. Bei der Kreation der entsprechenden Sujets war sich das Publicis-Team einig, dass der Weg zum Mann über die Frau führt – nicht zuletzt, weil das weibliche Geschlecht beim Kauf einer Küchenmaschine ein Wörtchen mitspricht. Der Premium-Positionierung von BeerTender entsprechend, wurden für das Shooting von Fotograf Bruno Bisang, «selbstbewusste, stilvolle» Frauen gewählt. Den Porträtierten werden Aussagen in den Mund gelegt, die sich eindeutig zweideutig vom Bier auf seine Trinker ableiten lassen. Mit Sprüchen wie «Ich hasse Flaschen», zeigen die Edeldamen, welchen Männertyp sie ansprechend finden: Nicht den bierbäuchigen Unterhemdenträger, sondern den gepflegten Zeitgenossen mit Niveau. «BeerTender will Männer erreichen, die einen Porsche Boxster ansprechend finden und sich diesen auch leisten können», kommentiert CD Markus Gut das Zielgruppensegment.
Die drei Imageinserate starten Ende Monat in diversen Magazinen und sollen im Herbst durch weitere Sujets ergänzt werden, wie Gut erklärt. Weil aber selbst unter dem Zielpublikum von BeerTender der eine oder andere Fussballfan anzutreffen ist, haben Publicis und die Media-Agentur MindShare mit dem Zürcher Club Mascotte zusammengespannt. Letzterer verwandelt im Juni und Juli seine Hallen in die Mascotte-Fussball-arena. Und damit das Selberzap-fen unter fachkundiger Anleitung gleich geübt werden kann, sind in der Club-Lounge BeerTender aufgestellt.
Heineken Switzerland 1984 tritt der Niederländische Brauereikonzern Heineken mit der Gründung von Heineken Switzerland und dem Vertrieb der gleichnamigen Marke in den Schweizer Biermarkt ein. Ein Jahr darauf erwirbt Heineken zehn Prozent der Churer Calanda Bräu, eine Brauerei mit über 200-jähriger Tradition. 1990 gründen der Winterthurer Bierhersteller Haldengut und Calanda Bräu in Chur die Calanda Haldengut. Drei Jahre später übernimmt Heineken die Mehrheit an den Brauereien Haldengut und Calanda Bräu. 1995 lanciert Heineken die Marke Amstel und ein Jahr darauf die Brands Erdinger Weissbier, Fischer, Adelscott und Desperado im hiesigen Markt. Seit 1999 sind Haldengut und Calanda Bräu hundertprozentige Tochtergesellschaften von Heineken und firmieren seit drei Jahren ebenfalls unter Heineken Switzerland AG. Mit einem Marktanteil von 20 Prozent und rund 850 Mitarbeitenden belegt Heineken heute den zweiten Platz unter den hiesigen Brauereien – Marktführer ist Carlsberg. (sk)
Überschäumende Begeisterung will Heineken für den BeerTender wecken.
Für Flaschenverächter: Heineken bietet die Möglichkeit, sein Bier zu Hause gleich selber zu zapfen. Und Publicis lässt bei der Werbung weibliche Reize aufschäumen. >> Seite 7
Simone Keller
Temperaturmässig scheint der Sommer 2004 den Bierbrauereien allerdings einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dafür ist ja nun die Fussball-EM angepfiffen, welche dem Bierkonsum ihrerseits zu Höhenflügen verhelfen könnte. Zumindest wenn man der landläufigen Meinung Glauben schenkt, (männliche) Fussballfans seien ein einig Volk von Biertrinkern – egal ob im Stadion oder zu Hause vor dem Fernseher.
Pünktlich zur emotional hitzigsten Periode dieses Sommers startet auch Heineken Switzerland mit Kommunikationsmassnahmen für ihre Erfindung BeerTender. Das Zapfgerät für die eigenen vier Wände soll Bierliebhabern auch zu Hause den uneingeschränkten Genuss eines frisch gezapften Heinekens ermöglichen. Mit einem Fassungsvermögen von vier Litern und einem Designgehäuse peilt das Küchengerät allerdings nicht den Durchschnittstrinker an. Vielmehr soll die Maschine im Premium-Segment positioniert werden – immerhin kostet sie im Fachhandel rund 500 Franken. Eingeführt hat Heineken den BeerTender in der Schweiz bereits im April des vergangenen Jahres. Gemäss eigenen Angaben soll das Produkt von der Kundschaft sehr gut aufgenommen worden sein.
Anfang dieses Monats startete die BeerTender-Kommunikation mit einer taktischen Headline-Kampagne. Verantwortlich für das Konzept zeichnet die Zürcher Agentur Publicis, die den Heineken-Gesamtetat im Pitch von JWT + Hostettler + Fabrikant geerbt hat.
Beim Kauf reden die Frauen mit
Mit Slogans wie «Sie werden mehr Freunde haben, als Ihnen lieb ist» oder «Joystick» sollen im taktischen Teil der Kommunikation möglichst viele potenzielle Käufer auf das Gerät aufmerksam gemacht und zum Testen in ein Fachgeschäft gelockt werden. Ende Juni kommen zusätzlich Massnahmen auf Imageebene zum Einsatz. Bei der Kreation der entsprechenden Sujets war sich das Publicis-Team einig, dass der Weg zum Mann über die Frau führt – nicht zuletzt, weil das weibliche Geschlecht beim Kauf einer Küchenmaschine ein Wörtchen mitspricht. Der Premium-Positionierung von BeerTender entsprechend, wurden für das Shooting von Fotograf Bruno Bisang, «selbstbewusste, stilvolle» Frauen gewählt. Den Porträtierten werden Aussagen in den Mund gelegt, die sich eindeutig zweideutig vom Bier auf seine Trinker ableiten lassen. Mit Sprüchen wie «Ich hasse Flaschen», zeigen die Edeldamen, welchen Männertyp sie ansprechend finden: Nicht den bierbäuchigen Unterhemdenträger, sondern den gepflegten Zeitgenossen mit Niveau. «BeerTender will Männer erreichen, die einen Porsche Boxster ansprechend finden und sich diesen auch leisten können», kommentiert CD Markus Gut das Zielgruppensegment.
Die drei Imageinserate starten Ende Monat in diversen Magazinen und sollen im Herbst durch weitere Sujets ergänzt werden, wie Gut erklärt. Weil aber selbst unter dem Zielpublikum von BeerTender der eine oder andere Fussballfan anzutreffen ist, haben Publicis und die Media-Agentur MindShare mit dem Zürcher Club Mascotte zusammengespannt. Letzterer verwandelt im Juni und Juli seine Hallen in die Mascotte-Fussball-arena. Und damit das Selberzap-fen unter fachkundiger Anleitung gleich geübt werden kann, sind in der Club-Lounge BeerTender aufgestellt.
Heineken Switzerland 1984 tritt der Niederländische Brauereikonzern Heineken mit der Gründung von Heineken Switzerland und dem Vertrieb der gleichnamigen Marke in den Schweizer Biermarkt ein. Ein Jahr darauf erwirbt Heineken zehn Prozent der Churer Calanda Bräu, eine Brauerei mit über 200-jähriger Tradition. 1990 gründen der Winterthurer Bierhersteller Haldengut und Calanda Bräu in Chur die Calanda Haldengut. Drei Jahre später übernimmt Heineken die Mehrheit an den Brauereien Haldengut und Calanda Bräu. 1995 lanciert Heineken die Marke Amstel und ein Jahr darauf die Brands Erdinger Weissbier, Fischer, Adelscott und Desperado im hiesigen Markt. Seit 1999 sind Haldengut und Calanda Bräu hundertprozentige Tochtergesellschaften von Heineken und firmieren seit drei Jahren ebenfalls unter Heineken Switzerland AG. Mit einem Marktanteil von 20 Prozent und rund 850 Mitarbeitenden belegt Heineken heute den zweiten Platz unter den hiesigen Brauereien – Marktführer ist Carlsberg. (sk)
Überschäumende Begeisterung will Heineken für den BeerTender wecken.
Für Flaschenverächter: Heineken bietet die Möglichkeit, sein Bier zu Hause gleich selber zu zapfen. Und Publicis lässt bei der Werbung weibliche Reize aufschäumen. >> Seite 7
Simone Keller
