Edipresse-Gründer Marc Lamunière verstorben
Der ehemalige Westschweizer Verleger Marc Lamunière ist am Dienstag im Alter von 100 Jahren gestorben. Er leitete als Chef und später als Verwaltungsratspräsident während mehrerer Jahrzehnte die Geschicke des Verlagshauses Edipresse in Lausanne.
Seine Familie gab den Tod am Donnerstag bekannt. Der 1921 geborene Jurist stand ab 1952 an der Spitze der Zeitung Société Feuille d’Avis de Lausanne – seit 1972 24 heures – und des Unternehmens Imprimeries Réunies, aus dem später Edipresse hervorging. Bis 1986 agierte er als Geschäftsführer und dann bis 1998 als Verwaltungspräsident des Unternehmens, danach ging er in Pension.
Sein Sohn Pierre Lamunière wurde sein Nachfolger. 2010 trat Edipresse die Schweizer Medienaktivitäten an das Zürcher Medienunternehmen Tamedia ab.
Malen, Jazz und Schreiben
Als Liebhaber von Malerei, Lithographien und Jazz – er spielte selbst Kontrabass und Schlagzeug – übte sich Lamunière auch im Schreiben. Er ist Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Kolumnen, vor allem für die damalige Zeitung Le Nouveau Quotidien.
Marc Lamunière verfasste hauptsächlich Kurzgeschichten und Kriminalromane, jeweils unter den Pseudonymen Marc Lacaze und Ken Wood. Für seine Sammlung «Le dessert indien» aus dem Jahr 1996 wurde er mit dem renommierten Prix de la Nouvelle de la langue française ausgezeichnet. (SDA)

