Die SVP-Würmer sind verschwunden
Das umstrittene und viel diskutierte SVP-Wurm-Plakat ist eine Woche vor dem Urnengang aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Wie der SonntagsZeitung aufgefallen ist, ist das kontrovers diskutierte Wahlplakat aus dem öffentlichen Raum verschwunden. Das Sujet zeigt einen Apfel, der von Würmern, welche die gegnerischen Parteien sowie die EU symbolisieren, zerfressen wird. Als es lanciert wurde, sorgte es nicht nur im gegnerischen Lager für Empörung, sondern auch in den eigenen Reihen für kritische Töne (Werbewoche.ch berichtete). Die Provokation funktionierte: Das Wurm-Plakat war dafür verantwortlich, dass der SVP auch in diesem Wahljahr wieder die grösste mediale Aufmerksamkeit zukam (Werbewoche.ch berichtete).
Ursprünglich als Hauptsujet geplant
Im August liess SVP-Wahlleiter Adrian Amstutz noch verlauten, beim Apfel-Plakat handle es sich um das Hauptsujet des diesjährigen Wahlkampfs. Dass es nun kurz vor dem Wahltermin verschwunden ist, könnte auch mit dem fehlenden Rückhalt in den eigenen Reihen zusammenhängen. Mehrere Kantonalsektionen – darunter Thurgau oder Luzern – beschlossen nämlich, auf das Sujet zu verzichten. Im Kanton Schaffhausen platzte unter anderem aufgrund des Plakates gar eine Listenverbindung mit der FDP.
Negativkampagne war nicht geplant
Es zeige sich nun, dass die Negativkampagne gar nicht geplant gewesen sei, sondern abrupt lanicert wurde, schreibt die SonntagsZeitung. Die SVP habe vor einem Jahr beschlossen, auf Positivbotschaften zu setzen.
Dies bestätigt auch Präsident Albert Rösti – er fügt aber an, man habe «kurzfristig kontern müssen». Das Apfel-Plakat stellte demnach eine Reaktion auf die anderen Parteien dar, welche die Entscheide über den Rahmenvertrag mit automatischer Übernahme von EU-Recht und über die Kohäsionsmilliarde in die Zeit nach den Wahlen verlegten sowie auf das Schweigen der Medien zu diesen Themen. Man habe dies nicht einfach so hinnehmen können, sagt Rösti gegenüber der SonntagsZeitung.
Laut Rösti war der Einsatz von Beginn an auf drei Wochen angelegt. «Wir wollten mit dem Plakat aufrütteln, auch eigene Leute.» Es sei nie die Absicht gewesen, die Kantonalsektionen mit dem Sujet ihre regionalen Wahlkämpfe bestreiten zu lassen.
