Der Türöffner
Simon Hubacher hat einen Rucksack voller Know-how. Er hofft, bei der PR-Agentur Peter Bütikofer Company möglichst viel davon brauchen zu können.
Simon Hubacher hat einen Rucksack voller Know-how. Er hofft, bei der PR-Agentur Peter Bütikofer Company möglichst viel davon brauchen zu können.Es hat nicht wenige überrascht, als der langjährige Journalist und Mitarbeiter von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey am 1. September bei einer PR-Agentur angeheuert hat. Für Simon Hubacher ist der Einstieg bei Peter Bütikofer und seiner Company in Zürich eine logische Entwicklung: «Die Kombination der Erfahrungen als Journalist und in der Verwaltung im Bundeshaus sind eine ideale Voraussetzung, um im Bereich Public Affairs arbeiten zu können. Mir geht es um einen guten Mix von all dem, was ich bisher gemacht habe. Das kann ich hier einbringen und versuchen, Kunden davon profitieren zu lassen.» Macht ausüben ist kein Ziel
Der neue Leiter für Public Affairs bei Bütikofer kann ein gutes Netzwerk einbringen und hat fundierte Kenntnisse der politischen Mechanismen. «Mal schauen, was sich daraus ergibt», meint er. Allerdings: Um im Hintergrund politische Macht ausüben zu können oder grossen Einfluss in der Wirtschaft zu haben, soll es ihm nicht gehen. «Das war schon als Journalist nicht meine Absicht», meint er – obwohl Hubacher in der SonntagsZeitung oder im Blick immer wieder pointierte Kommentare geschrieben hat. Es sei auch nicht das Ziel, als PR-Berater etwas zu machen, für das er eigentlich selber Politiker hätte werden sollen. Das ist aber beim Sohn des politischen Urgesteins Helmut Hubacher nie zur Diskussion gestanden. «Ich habe die Geduld nicht, die es braucht. Ich kann auch aus der Haut fahren.»
Hubachers Wechsel zu Bütikofer ist bereits sein zweiter Einstieg in die PR-Branche. 2002 hat er sich selbstständig gemacht. Bei den Zeitungen hatte er damals das Gefühl, er sei an einem Scheidepunkt. «Ich hatte es ausgereizt und Lust auf einen Wechsel.» Es sollte allerdings ein Wechsel sein, bei dem der Familienvater mit zwei schulpflichtigen Kindern nicht noch einmal selber jahre- lang in die Schule gehen muss, sondern «mit bestehenden Kompetenzen etwas Neues anfangen» kann.
Da der Journalist schon in seinen Zeiten bei SonntagsBlick, Blick, Facts und SonntagsZeitung hin und wieder für PR-Beratungen angefragt worden ist, diese Jobs aber als Angestellter nie annehmen konnte, hat sich sein Schritt in die Kommunikationsberatung schliesslich aufgedrängt. Das Ziel, einmal ein Büro mit drei Partnern zu haben, ist dann ironischerweise am Erfolg mit einer der ersten Kundinnen gescheitert.
Micheline Calmy-Rey hat zwei Monate vor ihrer Wahl in den Bundesrat Simon Hubacher als Medienberater engagiert. «Es ging darum, in der deutschen Schweiz ihren Namen bekannter zu machen.» Die Politikerin brauchte dazu jemanden, der «den Markt und die Szenen kennt und als Türöffner funktioniert». Die spätere Bundesrätin wusste selber genau, was sie wollte. Hubachers Idee war es, den Medien einen Mix zwischen politischen Aussagen und Privatem zu präsentieren. Der Berater wusste: «Wenn sie nur als rationale Figur rüberkommt, dann wird es schwierig.» Und er ist ein bisschen stolz, dass dieser Mix «noch heute die starke Persönlichkeit von Calmy-Rey ausmacht».
Als Dank wurde Simon Hubacher nach der Wahl als persönlicher Mitarbeiter zum Leiter des Informationsdienstes ins EDA berufen. Das eigene PR-Büro wurde wieder geschlossen, obwohl er wusste, dass er nur eine bestimmte Zeit zwischen der Familie in Bonstetten und Bern pendeln wollte.
Taxifahrer in Basel, Koch in der alternativen Kulturbeiz Engel in Ottenbach und schliesslich Volontär bei der inzwischen eingegangenen Basler AZ waren die «wichtigen Suchjahre statt Lehrjahre», bevor Simon Hubacher mit jungen 21 die Aufnahmeprüfung in die Ringier-Journalistenschule bestanden hat. «Dann sah ich: Das war mein Weg.»
Halifax-Buch als Meilenstein
Hubacher absolvierte zuerst das Ringier-Karussell und wechselte dann zu Tamedia. Als einen seiner journalistischen Meilensteine sieht er die Halifax-Berichterstattung, wo seine Abteilung beim Facts «den Lead» in der kritischen Analyse der Unfallursachen übernommen hat. Zusammen mit Tim van Beveren hat Hubacher zu diesen heiklen Fragen auch ein Buch geschrieben und ist damit bei der Swissair «nicht nur auf Freude gestossen». Der Untersuchungsbericht hat den Journalisten aber schliesslich Recht gegeben.
Mit solchen Erfahrungen soll Hubacher in seinem neuen Engagement auch in Disziplinen wie Krisenkommunikation eingesetzt werden. «Ich bin offen für alles», meint er, obwohl er in Sachen Public Affairs natürlich «mehr mitbringt als in anderen Bereichen».
Lust auf all diese Arbeiten macht Hubacher, dass die Peter Bütikofer Company «in einer spannenden Phase» ist. Interessante Mandate, viele Aufträge, die Nummer drei im Ranking und «ein guter Drive mit vielen jungen Kräften».
Kenner der politischen Mechanismen: Simon Hubacher, der neue Leiter Public Affairs der Peter Bütikofer Company.
Andreas Panzeri
Der neue Leiter für Public Affairs bei Bütikofer kann ein gutes Netzwerk einbringen und hat fundierte Kenntnisse der politischen Mechanismen. «Mal schauen, was sich daraus ergibt», meint er. Allerdings: Um im Hintergrund politische Macht ausüben zu können oder grossen Einfluss in der Wirtschaft zu haben, soll es ihm nicht gehen. «Das war schon als Journalist nicht meine Absicht», meint er – obwohl Hubacher in der SonntagsZeitung oder im Blick immer wieder pointierte Kommentare geschrieben hat. Es sei auch nicht das Ziel, als PR-Berater etwas zu machen, für das er eigentlich selber Politiker hätte werden sollen. Das ist aber beim Sohn des politischen Urgesteins Helmut Hubacher nie zur Diskussion gestanden. «Ich habe die Geduld nicht, die es braucht. Ich kann auch aus der Haut fahren.»
Hubachers Wechsel zu Bütikofer ist bereits sein zweiter Einstieg in die PR-Branche. 2002 hat er sich selbstständig gemacht. Bei den Zeitungen hatte er damals das Gefühl, er sei an einem Scheidepunkt. «Ich hatte es ausgereizt und Lust auf einen Wechsel.» Es sollte allerdings ein Wechsel sein, bei dem der Familienvater mit zwei schulpflichtigen Kindern nicht noch einmal selber jahre- lang in die Schule gehen muss, sondern «mit bestehenden Kompetenzen etwas Neues anfangen» kann.
Da der Journalist schon in seinen Zeiten bei SonntagsBlick, Blick, Facts und SonntagsZeitung hin und wieder für PR-Beratungen angefragt worden ist, diese Jobs aber als Angestellter nie annehmen konnte, hat sich sein Schritt in die Kommunikationsberatung schliesslich aufgedrängt. Das Ziel, einmal ein Büro mit drei Partnern zu haben, ist dann ironischerweise am Erfolg mit einer der ersten Kundinnen gescheitert.
Micheline Calmy-Rey hat zwei Monate vor ihrer Wahl in den Bundesrat Simon Hubacher als Medienberater engagiert. «Es ging darum, in der deutschen Schweiz ihren Namen bekannter zu machen.» Die Politikerin brauchte dazu jemanden, der «den Markt und die Szenen kennt und als Türöffner funktioniert». Die spätere Bundesrätin wusste selber genau, was sie wollte. Hubachers Idee war es, den Medien einen Mix zwischen politischen Aussagen und Privatem zu präsentieren. Der Berater wusste: «Wenn sie nur als rationale Figur rüberkommt, dann wird es schwierig.» Und er ist ein bisschen stolz, dass dieser Mix «noch heute die starke Persönlichkeit von Calmy-Rey ausmacht».
Als Dank wurde Simon Hubacher nach der Wahl als persönlicher Mitarbeiter zum Leiter des Informationsdienstes ins EDA berufen. Das eigene PR-Büro wurde wieder geschlossen, obwohl er wusste, dass er nur eine bestimmte Zeit zwischen der Familie in Bonstetten und Bern pendeln wollte.
Taxifahrer in Basel, Koch in der alternativen Kulturbeiz Engel in Ottenbach und schliesslich Volontär bei der inzwischen eingegangenen Basler AZ waren die «wichtigen Suchjahre statt Lehrjahre», bevor Simon Hubacher mit jungen 21 die Aufnahmeprüfung in die Ringier-Journalistenschule bestanden hat. «Dann sah ich: Das war mein Weg.»
Halifax-Buch als Meilenstein
Hubacher absolvierte zuerst das Ringier-Karussell und wechselte dann zu Tamedia. Als einen seiner journalistischen Meilensteine sieht er die Halifax-Berichterstattung, wo seine Abteilung beim Facts «den Lead» in der kritischen Analyse der Unfallursachen übernommen hat. Zusammen mit Tim van Beveren hat Hubacher zu diesen heiklen Fragen auch ein Buch geschrieben und ist damit bei der Swissair «nicht nur auf Freude gestossen». Der Untersuchungsbericht hat den Journalisten aber schliesslich Recht gegeben.
Mit solchen Erfahrungen soll Hubacher in seinem neuen Engagement auch in Disziplinen wie Krisenkommunikation eingesetzt werden. «Ich bin offen für alles», meint er, obwohl er in Sachen Public Affairs natürlich «mehr mitbringt als in anderen Bereichen».
Lust auf all diese Arbeiten macht Hubacher, dass die Peter Bütikofer Company «in einer spannenden Phase» ist. Interessante Mandate, viele Aufträge, die Nummer drei im Ranking und «ein guter Drive mit vielen jungen Kräften».
Kenner der politischen Mechanismen: Simon Hubacher, der neue Leiter Public Affairs der Peter Bütikofer Company.
Andreas Panzeri
