Der Motz vom Butz: Zum Ende des 1. Motz Semesters – die Rekapitulation

Was habt Ihr daraus gelernt? Nichts. Täglich und überall begegne ich immer noch Werbung, die völlig unverständlich, dilettantisch ist und meilenweit am Konsumenten vorbeigeht.

Anscheinend wird diese Kolumne zwar gelesen, aber genützt hat sie anscheinend noch nichts. Ich habe mich deshalb entschieden, ab August weiter zu motzen. Wir rekapitulieren. Im Motz vom 14. Januar ging es darum, dass Orange mir verschiedene Botschaften zu übermitteln versuchte. Also, es braucht nur eine Botschaft, und die muss im Gedächtnis hängen bleiben. Im Motz vom 4. Februar erklärte ich anhand der AXA-Kampagne, da, wo die Menschen einen roten Strich überspringen müssen, dass gegenüber früher durch die Computer-Technologie viel mehr Möglichkeiten und Zeit für bessere Werbeideen vorhanden wären. Ich stelle meistens leider nur das Gegenteil fest.

Am 18. Februar habe ich vorgeschlagen, sich auf YouTube unter «witzige Autowerbung» inspirieren zu lassen. Was stelle ich fest: BMW wirbt immer noch mit 200% BMW. Diese Rechnung habe ich trotzdem immer noch nicht begriffen. Also meilenweit am Konsumenten vorbei. Soll jetzt aus Freude am Fahren Freude am Sparen werden? Kein M besser vom 4. März hat dem Geri Aebi nicht so wie sonst gefallen. Die Nanos sind ja ganz witzig gemacht. Nur den Trick, die Kinder vor den Verkaufswagen zu spannen, finde ich nach wie vor unethisch.

Herr Steven Jobs hat meinen Motz vom 18. März immer noch nicht gelesen, denn der Flash Player funktioniert auf dem iPad bis heute nicht. Und aussergewöhnliche Websites sind nach wie vor Raritäten. Die Kolumne vom 1. April war leider kein Scherz. Ständig buttert man mir immer noch abscheuliche Reklame in den Briefkasten.

Auf der untersten Stufe der Werbeskala steht die Werbung für Politiker. Bald kommt die Zeit, da dieser ganze Kopfsalat wieder von vorne beginnt. Bitte lest nochmals meinen Motz vom 15. April.

Dass niemand beim Wettbewerb vom 29. April herausgefunden hat, welche Werbung zu welcher Automarke gehört, beweist meine Einheitsbreitheorie.

Neuer Werbeleiter, neue Agentur und selbstverständlich eine neue Werbeidee. Meistens wirds schlechter. Nebst einem guten Konzept, einer kreativen Unsetzung braucht es die Kontinuität. Zu lesen im Motz vom 13. Mai.

In der Kolumne vom 27. Mai «Ideen und seelenlose Aktionitis» hätte man sich überzeugen können, dass das Markenimage und die psychologische Präferenz für ein Produkt vor dem Preiskracherangebot kommt.

Liebe Kunden, hört auf, am falschen Ort zu sparen, indem Ihr die Kreation selber wurstelt, wenn ihr schon viel Geld für die Werbefläche ausgebt. Lasst doch die Message von den Profis generieren. Nachzulesen in der Werbewoche vom 10. Juni. In der letzten Ausgabe vom 24. Juni kann man lernen, dass eine Doppelseite noch keinen Erfolg garantiert. Da müsste dann schon mehr Pfeffer drin sein als dieses Sunrise-Gesäusel.

Also, meine Lektionen gehen weiter, ab dem 12. August. Ihr habt jetzt vier Wochen Zeit, alles nochmals zu rekapitulieren. Mein Aufsteller diese Woche: 30 Tage keinen Motz zu produzieren. Schöne Ferien.

Theophil Butz, einst Starwerber (Zitat Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].
 

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