Der Krug geht zum Brunnen…
Pierre C. Meier über Chefredaktorenwechsel in Bern und in Berlin.
Pierre C. Meier über Chefredaktorenwechsel in Bern und in Berlin.Hanspeter Spörri, der Chefredaktor des Bund, verlässt seinen Job. Wie Hans Lauri, VR-Präsident der Bund Verlag AG und SVP-Ständerat, zur Bund-Redaktion sagte, hätte sich Spörri zunehmend unwohl gefühlt, die Entscheide der Geschäftsleitung umzusetzen. In der offiziellen Medienmitteilung heisst das dann so: «In den letzten Monaten entstanden unterschiedliche Auffassungen über die Führung und Weiterentwicklung der Zeitung.» Es scheint, dass die diversen drastischen Sparmassnahmen und organisatorischen Veränderungen der vergangenen Monate für Spörri zuviel waren. Gesucht wird nun ein neuer Chefredaktor. Nachdem die NZZ beim Bund noch immer publizistisch federführend ist, muss sie wohl in den sauren Apfel beissen und einen Nachfolger finden. Auf diesen wartet keine leichte Aufgabe, muss er doch versuchen, das Berner Modell (zwei Zeitungen mit je selbstständigen Redaktionen unter einem Verlagsdach) unter immensem Kostendruck am Leben zu erhalten.
Den gleichen unaufgeregten Stil einer seriösen Qualitätszeitung wie der Bund pflegt die Berliner Zeitung. Auch hier gab es einen Sesselwechsel. Der bisherige Chefredaktor, Uwe Vorkötter, verlässt seinen Job und wechselt zur Frankfurter Rundschau. Die neuen Eigentümer der Zeitung (u. a. der britische Zeitungsinvestor David Montgomery) haben mit Josef Deppenbrock eine konzerninterne Nachfolgelösung bereit. Deppenbrock wird nicht nur Chefredaktor der Berliner Zeitung, er bleibt gleichzeitig Herausgeber der Hamburger Morgenpost und wird in der Geschäftsführung der BV Deutschen Zeitungsholding für die redaktionellen Belange der gesamten Gruppe zuständig.
Heute muss ein Chefredaktor offenbar vor allem über ausgeprägte Managementqualitäten verfügen. Nur so kommt der Krug zum Brunnen.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
Den gleichen unaufgeregten Stil einer seriösen Qualitätszeitung wie der Bund pflegt die Berliner Zeitung. Auch hier gab es einen Sesselwechsel. Der bisherige Chefredaktor, Uwe Vorkötter, verlässt seinen Job und wechselt zur Frankfurter Rundschau. Die neuen Eigentümer der Zeitung (u. a. der britische Zeitungsinvestor David Montgomery) haben mit Josef Deppenbrock eine konzerninterne Nachfolgelösung bereit. Deppenbrock wird nicht nur Chefredaktor der Berliner Zeitung, er bleibt gleichzeitig Herausgeber der Hamburger Morgenpost und wird in der Geschäftsführung der BV Deutschen Zeitungsholding für die redaktionellen Belange der gesamten Gruppe zuständig.
Heute muss ein Chefredaktor offenbar vor allem über ausgeprägte Managementqualitäten verfügen. Nur so kommt der Krug zum Brunnen.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
