Das gefiel Theophil: Mit Gian und Giachen kann man lachen

Regelmässige Leser meiner Kolumne wissen, dass ich einmal pro Jahr anstelle eines «Motz von Butz» eine «Das gefiel Theophil»-Kolumne schreibe. Von Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit über anderthalb Jahren auch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Gefallen tun sie mir schon seit der Lancierung vor sechs Jahren: die zwei Steinböcke von Graubünden Tourismus. Gefallen finden die sprechenden Böcke auch beim Publikum. Bei dieser Werbekampagne kommen alle Komponenten, welche ich immer wieder predige, ins Spiel: ein wahrscheinlich unkompliziertes Briefing; eine für das Produkt Graubünden geniale, kreative Idee und Umsetzung, nämlich Bündner Dialekt sprechende Bündner Wappentiere vor blauem Himmel in den Bergen. Durch die Vielfalt von verschiedenen Episoden bleibt der Witz immer frisch, unterhaltsam und strahlt viel Sympathie auf die Betrachter aus. Das wichtigste Element ist jedoch, dass sich die Kampagnenidee seit sechs Jahren nicht verändert hat. Macht noch lange weiter so. Die Milchkuh existiert auch schon bald seit zwanzig Jahren.

Interessant ist, dass bei beiden Kampagnen die Protagonisten Tiere sind, die sich wie Menschen benehmen. Dieses Phänomen ist natürlich nicht neu. Schon Walt Disney hat seinen Welterfolg auf diesem Rezept aufgebaut. Ich würde aber jetzt nicht vorschlagen, dass unter dem Motto «Wir nehmen ein Tier, das spricht und tanzt» erfolgreiche Werbung entsteht. Das kann nämlich auch in die Hosen gehen wie beim Tiger, welchen man in den Tank stecken soll. Diese Katze wurde sehr berühmt. Es war klar, dass sie Werbefigur für eine Benzinfirma war, aber für welche? Esso oder Shell oder was? Da steckte der stumme Wurm drin.

Speziell angetan bin ich von der Website www. reisebuero-gianundgiachen.ch. Da zeigt sich, dass eine gute TV-Spot-Lösung genial auf ein anderes Medium umfunktioniert werden kann. Lassen Sie sich von den zwei Böcken Ihr individuelles Reiseprogramm zusammenstellen. Viel Spass und klicken sie mal rum. Dem Theophil gefiel’s. Es gibt noch zwei andere Projekte, die meinen Geschmack getroffen haben. Das eine war der Blick am Abend vom 28. Mai. Diese Ausgabe zum fünfjährigen Jubiläum wurde auf 32 Seiten in Dialekt geschrieben. Jeder Journalist hat den seinigen angewendet. Bringt viel Sympathie. Die andere erfreuliche Sache: Der Art Directors Club of Switzerland – wie er sich neu nennt – hat mich an der GV zusammen mit Reini Weber in die Hall of Fame aufgewertet. Eine Ehre, der ich meinen Gefallen zolle. Wenn Ihr meine Kolumne weiter so intensiv lest, wünsche ich mir, dass Ihr diese Tatsache im Hinterkopf behält.

Übrigens freute mich auch, dass ich in der Kolumne vom Dezember 2011 über die Gaydoul-Gruppe mit meiner Analyse richtig lag.

Nach soviel Lob und sogar Eigenlob möchte ich zum Schluss nicht noch meinen obligatorischen Aufsteller erwähnen, sondern den Ablöscher der Woche nominieren: Habt Ihr das Plakat beachtet, auf dem aus einem offenen Hemd eine zu einem Pik rasierte, haarige Männerbrust herausschaut? Daneben steht zu allem noch geschrieben: «Sind Sie ein Playboy?» Mit diesem Aushang wollen mich die Betreiber der Swiss Casinos Zürich anlocken. Mit ein bisschen Glück winkt sogar noch der Gewinn einer 5100-fränkigen Golduhr. Les jeux sont faits, rien ne va plus moche.

gian
 

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