Da warens nur noch acht
Beim Bundesverwaltungsgericht haben sich die hängigen Rekurse gegen die Radio- und TV-Konzessionen mittlerweile auf acht reduziert.
Die Richter am Bundesverwaltungsgericht in Bern konnten in letzten 14 Tagen gleich zweimal aufatmen. Denn in dieser Zeit haben sich zwei der zehn hängigen Rekurse gegen die vom UVEK Ende Oktober vergebenen Radio- und TV-Konzessionen fast von selbst erledigt. Zuerst einigten sich Tele M1 und Tele Alf im Gebiet Mittelland, und per 1. April ging auch der Handänderung des Innerschweizer Tele Tell von der AZ Medien an die LZ Medien über die Bühne.
Dass in beiden Fällen Peter Wanners AZ Medien involviert war, ist kaum Zufall. Denn Wanner sah sich gleich von drei Seiten her bedrängt. Nach der Vergabe der TV-Konzession Innerschweiz an Neuling Tele 1 (LZ Medien) war die Zukunft seines Tele Tell zumindest ungewiss war. Und für Tele M1 und Radio Argovia hat er zwar die Konzessionen im Sack, sie wurden ihm aber streitig gemacht: Einerseits von Tele Alf und andererseits von Roger Schawinskis Radio AG. Mit den Einigungen im TV-Bereich kann sich Wanner nun vollständig auf die Auseinandersetzung mit Schawinski konzentrieren. Und dieser wird sich kaum auf aussergerichtliche Deals einlassen. Seine Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Werbewoche war jedenfalls klar: «Ein Rückzug steht nicht zur Debatte», hielt der Radiopionier fest. Den selben Bescheid gab er auch für die Situation in der Südostschweiz, wo er gegen die Vergabe an Hanspeter Lebruments Radio Grischa rekurrierte.
Könnte es in nächster Zeit dennoch zu weiteren Einigungen unter Radio- und TV-Kontrahenten kommen. Vermutlich nur in einem Fall: Denn beim Bundesverwaltungsgericht ist von den acht übrigen Rekursen immerhin einer sistiert – jener von Radio One FM gegen Buzz FM im Arc Lémanique. Das ist aber schon seit November 2008 so, hatte doch Newcomer Buzz FM nur wenige Tage nach Erhalt einer Konzessionen auf diese verzichtet und sie dem leer ausgegangenen Sender One FM angeboten. Wegen der anschliessenden Vergleichsverhandlungen sistierte One FM seinen Rekurs. Klar ist: Wenn One FM an Stelle von Buzz FM weiter senden will, muss es sein Konzept der Buzz-Konzession anpassen. Das fällt offenbar schwer.
Hängig ist der Rekurs auch in der Ostschweiz, wo Günter Heubergers Tele Säntis dem St. Galler Tele Ostschweiz die Konzession streitig macht. «Einen Rückzug der Beschwerde – verbunden mit irgendeinem Deal – gibt es in unserem Verfahren nicht», schreibt Heuberger.
Aufrecht sind die Rekurse von Ringiers Radio Energy in Zürich sowie von Christian Heebs Radio RBB in Basel. Ebenso im Jura: Radio Lune opponiert dort weiterhin gegen die Konzession, die an Pierre Steulets Arc FM ging, Steulet seinerseits will zu seinen zwei Radiokonzessionen auch noch eine TV-Konzession für sein Arc TV, weshalb er den Rechtsweg gegen TV-Konzessionär Canal Alpha beschritt.
Kein Rückzug, hingegen etwas Bewegung gibts im Wallis. TV-Sender Canal 9/Kanal 9, der dort die Konzession für den ganzen Kanton und das Chablais erhielt, wird am 29. Juni seinen deutschsprachigen Betrieb im Oberwallis starten. Bereits wurde mit Roger Brunner, auch ein Leiter für die sechsköpfige Oberwalliser Redaktion gewählt, die ihre Arbeit am 1. Mai aufnimmt. Bunner ist seit sieben Jahren Redaktor des Walliser Bote und moderierte auch bei Tele Oberwallis. Das ist insofern pikant, als Tele Oberwallis und Walliser Bote am Konkurrenzprojekt Valais Wallis TV beteiligt waren, das bei der Konzessionsvergabe gegen Canal 9 unterlag. Der UVEK-Entscheid wurde zwar akzeptiert und Valais Wallis TV eingestellt. Doch Tele Oberwallis sendet als meldepflichtiges Fernsehen weiter und hofft nach wie vor auf eine Kooperation mit Canal 9. Brunners Wahl sei aber eine rein personelle Rochade und kein Signal für eine Annäherung der beiden bisherigen Kontrahenten, sagt Christian Stärkle, VR-Präsident von Tele Oberwallis.
Markus Knöpfli
Dass in beiden Fällen Peter Wanners AZ Medien involviert war, ist kaum Zufall. Denn Wanner sah sich gleich von drei Seiten her bedrängt. Nach der Vergabe der TV-Konzession Innerschweiz an Neuling Tele 1 (LZ Medien) war die Zukunft seines Tele Tell zumindest ungewiss war. Und für Tele M1 und Radio Argovia hat er zwar die Konzessionen im Sack, sie wurden ihm aber streitig gemacht: Einerseits von Tele Alf und andererseits von Roger Schawinskis Radio AG. Mit den Einigungen im TV-Bereich kann sich Wanner nun vollständig auf die Auseinandersetzung mit Schawinski konzentrieren. Und dieser wird sich kaum auf aussergerichtliche Deals einlassen. Seine Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Werbewoche war jedenfalls klar: «Ein Rückzug steht nicht zur Debatte», hielt der Radiopionier fest. Den selben Bescheid gab er auch für die Situation in der Südostschweiz, wo er gegen die Vergabe an Hanspeter Lebruments Radio Grischa rekurrierte.
Könnte es in nächster Zeit dennoch zu weiteren Einigungen unter Radio- und TV-Kontrahenten kommen. Vermutlich nur in einem Fall: Denn beim Bundesverwaltungsgericht ist von den acht übrigen Rekursen immerhin einer sistiert – jener von Radio One FM gegen Buzz FM im Arc Lémanique. Das ist aber schon seit November 2008 so, hatte doch Newcomer Buzz FM nur wenige Tage nach Erhalt einer Konzessionen auf diese verzichtet und sie dem leer ausgegangenen Sender One FM angeboten. Wegen der anschliessenden Vergleichsverhandlungen sistierte One FM seinen Rekurs. Klar ist: Wenn One FM an Stelle von Buzz FM weiter senden will, muss es sein Konzept der Buzz-Konzession anpassen. Das fällt offenbar schwer.
Hängig ist der Rekurs auch in der Ostschweiz, wo Günter Heubergers Tele Säntis dem St. Galler Tele Ostschweiz die Konzession streitig macht. «Einen Rückzug der Beschwerde – verbunden mit irgendeinem Deal – gibt es in unserem Verfahren nicht», schreibt Heuberger.
Aufrecht sind die Rekurse von Ringiers Radio Energy in Zürich sowie von Christian Heebs Radio RBB in Basel. Ebenso im Jura: Radio Lune opponiert dort weiterhin gegen die Konzession, die an Pierre Steulets Arc FM ging, Steulet seinerseits will zu seinen zwei Radiokonzessionen auch noch eine TV-Konzession für sein Arc TV, weshalb er den Rechtsweg gegen TV-Konzessionär Canal Alpha beschritt.
Kein Rückzug, hingegen etwas Bewegung gibts im Wallis. TV-Sender Canal 9/Kanal 9, der dort die Konzession für den ganzen Kanton und das Chablais erhielt, wird am 29. Juni seinen deutschsprachigen Betrieb im Oberwallis starten. Bereits wurde mit Roger Brunner, auch ein Leiter für die sechsköpfige Oberwalliser Redaktion gewählt, die ihre Arbeit am 1. Mai aufnimmt. Bunner ist seit sieben Jahren Redaktor des Walliser Bote und moderierte auch bei Tele Oberwallis. Das ist insofern pikant, als Tele Oberwallis und Walliser Bote am Konkurrenzprojekt Valais Wallis TV beteiligt waren, das bei der Konzessionsvergabe gegen Canal 9 unterlag. Der UVEK-Entscheid wurde zwar akzeptiert und Valais Wallis TV eingestellt. Doch Tele Oberwallis sendet als meldepflichtiges Fernsehen weiter und hofft nach wie vor auf eine Kooperation mit Canal 9. Brunners Wahl sei aber eine rein personelle Rochade und kein Signal für eine Annäherung der beiden bisherigen Kontrahenten, sagt Christian Stärkle, VR-Präsident von Tele Oberwallis.
Markus Knöpfli


Unterschiedliche Strategien: Canal 9 hat sich bislang nicht mit seinem Konkurrenten geeinigt, Tele Alf dagegen schon.
