CR Basel: Plakate zwischen Wahn und Wirklichkeit
Eingebettet in reale Szenerien ziehen in Basel Plakate die Blicke auf sich. Der Grund: Eine sehenswerte Kampagne von CR Basel macht auf die Probleme von Psychose-Erkrankten aufmerksam.
Mit der Sensibilisierungskampagne «Wahn oder Wirklichkeit?» macht das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt mit CR Basel auf die komplexe Welt und die Probleme von Psychose-Erkrankten aufmerksam. Psychose ist ein Überbegriff für Erkrankungen, bei denen es bei den Betroffenen zu einer Veränderung in der Wahrnehmung und dem Denken kommt. Die bekannteste Form ist die Schizophrenie. Unabhängig von Geschlecht, kulturellem Hintergrund oder Einkommensschicht, erkrankt ungefähr 0,5 Prozent der Bevölkerung, also jeder 200., im Laufe des Lebens an einer Psychose. Wie bei einer schweren körperlichen Erkrankung führen die Krankheitserscheinungen oft dazu, dass Betroffene zweitweise arbeitsunfähig sind und ihr Leben nicht mehr wie gewohnt gestalten können. Mit entsprechender Behandlung können heute viele Patienten von schizophrener Psychose geheilt werden, vor allem bei frühzeitigem Erkennen. Aber auch später lässt sich Betroffenen soweit helfen, dass sie in der Lage sind, ihr Leben wieder relativ selbständig zu bewältigen.
GBS setzt ein Zeichen
Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt (GBS), das unter dem Label Allesgutebasel.ch seit Jahren in verschiedenen Bereichen viel beachtete Kommunikationsarbeit leistet, widmet sich mit der aktuellen, wiederum von der cr basel Werbeagentur konzipierten und realisierten Sensibilisierungskampagne dem Schwerpunktthema Psychose. Aus gutem Grund: Denn Menschen mit einer Psychose leiden doppelt, da sie mit schwerwiegenden gesellschaftlichen Vorurteilen konfrontiert sind und dies oft zu Benachteiligungen führt, etwa bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder einer Wohnung. Für die Plakatkampagne «Wahn- oder Wirklichkeit?» führte die Agentur eine aufwändige Standortsuche durch, um die Botschaften sowohl an gut frequentierten als auch für die über 30 individuellen Motive ideal passenden Stellen platzieren zu können – zumal es ein ebenso überzeugender wie entscheidender dramaturgischer Punkt ist, dass die Plakate passgenau in reale Welten integriert sind. Die Sujets repräsentieren dabei exemplarisch Impressionen und Visionen, wie sie an Psychose erkrankte Menschen bedrängen können. Für die Betrachtenden kann dies, je nach Sichtweise, einfach nur interessant sein, oder eben auch bedrückend. Kurz: «Für Sie ein Plakat. Für Psychose-Erkrankte Realität.», wie es in der Unterzeile auf den Plakaten heisst.
Das gekonnt inszenierte visuelle Spiel mit Wahn oder Wirklichkeit setzt starke Zeichen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Weiterführende und detaillierte Informationen finden sich in themenspezifischen Flyern, die auch in Trams aufgelegt sind, sowie unter Allesgutebasel.ch.























Verantwortlich beim Gesundheitsdepartement Basel-Stadt: Thomas Steffen (Kantonsarzt Basel-Stadt), Christina Karpf (Programmleiterin psychische Gesundheit), Nicole Zingg. Verantwortlich bei CR Basel: Gabriel Heuberger (CD), Alain Szerdahelyi (AD), Daniel Roth (Grafik), Judith Mann, Philipp Schweizer (Text), David Burkhardt (Fotos), Thomas Fux, Lukas Weibel (Beratung).
