bol.ch macht in Baar kein Bares mehr.

Als Folge der Umstrukturierungen bei der Direct Group Bertelsmann – der Konzernbereich integriert Bol.com und die Buchclubs in Europa und Asien – wird Bol.ch künftig von München aus betreut.

Als Folge der Umstrukturierungen bei der Direct Group Bertelsmann – der Konzernbereich integriert Bol.com und die Buchclubs in Europa und Asien – wird Bol.ch künftig von München aus betreut. Dies schreibt Bol.ch in einer Mitteilung an seine Geschäftspartner. Wie Andreas Németh, Marketingdirektor von Bol.ch, der WerbeWoche erklärte, sind von dem Entscheid 15 Mitarbeiter in Baar betroffen. Die Direct Group Bertelsmann will die Homepage des nach eigenen Angaben «führenden Medienshops» der Schweiz von der bayrischen Hauptstadt aus betreuen. Noch im letzten Jahr hatte Bol.ch mit TV- und Radiospots für seinen Shop geworben.Geschäftige Annabelle. Seit dem 11. Mai ist mit Annabelle Business ein Lifestyle-Magazin für die Business-Frau auf dem Markt. Die neue Line-Extension der Annabelle präsentiert auf mehr als 100 redaktionellen Seiten nicht nur aktuelle Informationen, Unterhaltsames und viel Service rund um das Thema Frau und Karriere, sondern auch Tipps und Trends aus der Beauty- und Fashionwelt. Die erste Ausgabe von Annabelle Business ist als Oneshot konzipiert, bei Erfolg ist eine Erscheinungsweise zweimal jährlich geplant.
gar nichts für Kleinkarierte. Es sei zwar schön, gibt Silvano Spezia, Mitinhaber und Berater der Agentur Lang Gysi Knoll, zu, wenn man Erfolg und Budgetgewinne zu verzeichnen hat. Weit schöner sei es jedoch, wenn auch die dazu nötige Man- und Womanpower vorhanden ist. Mit einer ausgefallenen lokalen Plakat- und Flyerkampagne gibt die Berner Agentur zu verstehen, dass sie mehr mit dem Zweiten als mit dem Ersten zu kämpfen hat. Da nicht nur bei den Werbern, aber bei ihnen in besonderem Masse, die Arbeitsatmosphäre einen immer höheren Stellenwert einnimmt, hängt die Kampagne hier mit der Botschaft: Wir sind trotz Arbeit ein lustiger Haufen. Und originell – gell!
FRITZ UND FRÄNZI SUCHEN INSERATE. Fritz und Fränzi, ein neues Magazin für Eltern schulpflichtiger Kinder, wird unter anderem von Pro Juventute, dem Marie-Meierhofer-Institut für das Kind, Schule+Elternhaus beraten. Trägerin des Projekts ist die gemeinnützige Stiftung Elternsein mit Ellen Ringier als Stiftungsratspräsidentin. Das Heft erscheint sechsmal jährlich mit 100000 Exemplaren. Gedruckt wird bei Zollikofer AG in St.Gallen. Die ersten zwei Ausgaben werden dank Erziehungsdirektionen den Weg in die Schulzimmer finden. Redaktionell geleitet wird Fritz und Fränzi von Sabine Danuser, Editorial Service, Zürich. Zu den Inhalten wie Generationenkonflikte, Medienkonsum, Drogen, Gewalt, Scheidung, Taschengeld sind auch Anzeigen willkommen.
ZOFFNUNG am SONNTAG. «Gut möglich, dass die Neonazis in der Schweiz am Samstag wieder für Zoff sorgen», hofft die SonntagsZeitung in einem Inserat und droht ihren Lesern: «Nichts verpassen.» Sollte es wider Erwarten keinen Zoff geben, ist es natürlich auch recht. Da hat man wenigstens davor gewarnt, getreu dem Motto: «Wehret den Anfängen!» Bleibt die Frage, ob das auch für die Werbeleiter gilt.
frühlingserwachen beim blick. Seit dem 15. Mai setzt der Blick den im März angekündigten inhaltlichen Ausbau um. Dazu gehören die neuen Themenseiten «WissenBlick» am Montag und «GenussBlick» am Samstag, eine Wirtschaftsseite von Dienstag bis Freitag sowie mehr Softnews auf der letzten Seite. Weitere Neuheiten sind das «Links-Rechts-Duell» jeweils dienstags mit Peter Bodenmann und Franz Steinegger und die Partyseite «Happy Monday». Dafür fällt am Montag die Leserseite aus, und das Samstagsrätsel wird halbiert.

Werd-Expo. Die Expo.02 und der Werd Verlag
(Tamedia AG, Zürich) haben einen Zusammenarbeitsvertrag unterzeichnet, der die Herausgabe des offiziellen Expo.02-Führers regelt. Er erscheint im Taschenbuchformat Anfang April 2002 in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Die geplante Auflage beträgt 350000 Exemplare.
30000 cornets. Vom 15. Mai bis Mitte August erhält jeder Gast am Schluss einer Fahrt im Züritaxi ein Frisco-Cornet. Dazu wird die gesamte Züritaxi-Flotte mit kleinen Tiefkühltruhen ausgestattet. Bei der Aktion, von Publicis-Berater Jean-Marie Egger ausgeheckt, werden zudem 20 Taxis so umgestaltet, dass sie aussehen wie Lieferwagen von Frisco-Findus. Voraussichtlich dürften die Taxifahrerinnen und Taxifahrer im Verlauf der Aktion rund 30000 Cornets abgeben.
Editorial

Trends entstehen im Hier und Jetzt
Wir alle sind im Hier und Jetzt verhaftet und in der Kultur, in der wir uns bewegen. Aus diesen Denkmustern auszubrechen, ist schwierig. So führten britische Futurologen 1873 allen Ernstes den «wissenschaftlichen Beweis», England werde durch den Boom der Kutschen bis 1961 unter einer dicken Schicht Pferdemist verschwinden. Auch die Marsbewohner der Sciencefiction ähneln noch immer erstaunlich den Menschen. Beispiele, die uns lehren, dass seriöse Zukunftsforschung eine Maxime hat:
Die Zukunft ist nicht vorhersehbar.
Die Suche nach dem Neuen um des Neuen willen ist ein Gesetz, das auch und besonders heute gilt, nachdem Hoffnungen auf Sinn stiftende Grosskonzepte und wärmende Gewissheiten verabschiedet worden sind. Entsprechend boomen die Beratungsbranche und die Ratgeberliteratur,Trendreports strotzen vor Halbweisheiten, vermischt mit wissenschaftlichen Fakten, Esoterik und Lebenshilfe. Nur die Bücher von Matthias Horx sind mehr als nur gerade simple Handlungsanweisungen für Manager (Seite 41). Akribisch untersucht er unsere Alltagskultur und liefert ein ironisches Gesellschaftsporträt. Letztlich sind seine Analysen ein Plädoyer für eine Kultur des Wandels. Trends sind eine Art kulturelle Anpassungsübung an veränderte Gegebenheiten. Sie sagen mehr über die Gegenwart und unsere Befindlichkeit aus als darüber, was sein wird.
Kein Widerspruch ist die Tatsache, dass vieles, was heute Realität ist, vor kurzer Zeit als pure Spinnerei galt. Wann die Zeit reif ist für solche abseitigen Ideen, weiss niemand, weil komplexe Systeme wie unsere Gesellschaft letztlich zukunftsblind und selbstreferenziell sind. Nichts ist so gewiss wie die Ungewissheit der Zukunft.
Samuel Helbling

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