Bildung schützt vor Werbung nicht

Retail Die Aldisierung – Achtung Falle: nicht die Media-Marktisierung – treibt bei der Volg Konsumwaren AG sonderbare Strategieblüten.

Retail Die Aldisierung – Achtung Falle:
nicht die Media-Marktisierung – treibt bei der Volg Konsumwaren AG
sonderbare Strategieblüten. Anders als bei der Konkurrenz erhält man in
den 640 Volg-Läden frisches Lächeln und spontane Hilfsbereitschaft
gratis und franko. Ob die Gewerkschaft des Verkaufspersonals daraus
Forderungen ableiten wird, steht noch aus. Schon jetzt aber darf sich
ein ganz spezieller Konsumententyp bestätigt fühlen: derjenige der
Blöden.
Frotzeln Sie jetzt bitte nicht! Die Zugehörigkeit zu diesem Milieu muss
niemandem peinlich sein. Selbst Hochgebildete wie Dr. Michael Meier aus
Maur stehen ungeniert zu ihrer geistigen Beschränkung. Die trotzköpfige
Headline beweist, dass das mit einer Extraportion Blödheit geschlagene
Testimonial weder Mitgefühl erwartet noch vor sich selbst geschützt
werden will. Selbstbewusst steht Meier dazu, dass er seit 15 Jahren für
denselben Einkauf mehr hinblättert als andere. Was für ein Vollidiot,
denken sich nun viele, was gar niederträchtig ist. Deshalb dürften die
Werber für die Volg-Kunden die harmlosere Vokabel «blöd» ausgesucht
haben, frei nach dem Sprichwort: «Wenn ein Narr auf den Markt geht,
freuen sich die Krämer.» Und die Kreativen, sind wir geneigt
hinzuzufügen. (la)

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