YouTubes «Gold Play Button» für Schweiz Tourismus

Schweiz Tourismus knackt auf YouTube die Marke von 1 Million Subscribers und erhält dafür den Gold Play Button. m&k war exklusiv vor Ort – mit Video von der Übergabe und einem Doppelinterview mit Debbie Weinstein (President Google EMEA) und André Hefti (CMO Schweiz Tourismus).

Es ist nur eine Platte – golden, schwer, ikonisch. Und doch erzählt sie mehr als «nur» eine Zahl. Denn wer auf YouTube die Million erreicht, hat nicht einfach Reichweite gesammelt, sondern einen Kanal aufgebaut, der regelmässig wiederbesucht wird. Genau diesen Moment hat m&k eingefangen: die Award-Übergabe, das Gespräch – und in der B-Roll jene Schweiz-Tourismus-Inhalte, die zeigen, wie ein bunter und zugleich intelligenter Content-Mix die Community über die Schwelle getragen hat.

Objekt der Begierde: der «Golden Play Button»

Ein Meilenstein, der als Anfang gedacht ist

Für André Hefti ist die Million kein Endpunkt, sondern ein sichtbares Signal dafür, dass der eingeschlagene Kurs funktioniert – und weitergeführt werden soll. Zielbild: YouTube als grösstes «Fenster» der Schweiz in die Welt und als Plattform, die der Branche zusätzliche Sichtbarkeit verschafft.

Debbie Weinstein, President Google, Europe – Middle East – Africa (EMEA), André Hefti, CMO Switzerland Tourism

YouTube: Vom Handyclip zum Kultur- und Wohnzimmermedium

Debbie Weinstein beschreibt YouTube als kulturelles Epizentrum, in dem Creator und Inhalte im Zentrum stehen – egal ob von Einzelpersonen, Medien oder Marken. Entscheidend sei, wie stark sich das Nutzungsverhalten erweitert hat: YouTube wird längst nicht nur mobil genutzt, sondern massiv auf Connected TVs. Menschen streamen, scrollen, suchen und kaufen – alles innerhalb eines Ökosystems, das immer mehr Funktionen bündelt.

Debbie Weinstein, André Hefti im Talk mit m&k (Fotos: Tincan AG)

Die Strategie hinter dem Wachstum: 3H statt «nur Werbung»

Der Kern des Erfolgs liegt in einer klaren Content-Architektur: Schweiz Tourismus nutzt YouTube nicht primär als Werbeplattform, sondern agiert als eigener Creator-Kanal – mit Best Practices und dem 3H-Modell:

  • Help/Hygiene: suchoptimierte How-to’s und Planungsinhalte

  • Hub: wiederkehrende Serien und Formate zur Community-Bindung

  • Hero: emotionale Kampagnen mit internationaler Reichweite (z. B. Federer, Sport- und Eventmomente)

So entsteht ein Mix, der sowohl Inspiration liefert als auch konkrete Orientierung – und genau dadurch immer wieder neue Einstiege für unterschiedliche Zielgruppen schafft.

Content-Bandbreite als Stärke: Von Federer bis «Culinary»

Weinstein macht im Gespräch deutlich, wie stark die Inhalte unterschiedliche Reisemotive und Mindsets abdecken: vom «Ich suche eine Idee» bis zur ganz praktischen Frage nach Transport, Ablauf oder Timing. Besonders sichtbar wird dabei: Das Spektrum reicht von grossen Bildern bis zu sehr konkreten Hilfestellungen – und erzeugt damit nicht nur Aufmerksamkeit, sondern wiederkehrende Nutzung.

Marke wird «Creative Brand»: Creator Residency als nächster Schritt

Mit der Million verschiebt sich die Rolle: Schweiz Tourismus ist auf YouTube nicht nur Absender, sondern ein Kanal, der wie ein Medienformat geführt werden muss – mit Produktionslogik, Taktung und Handschrift. Viel Content entsteht intern, zugleich wird das Creator-Ökosystem ausgebaut. Neu dazu kommt die Creator Residency: internationale Creators sollen über mindestens ein Jahr eigenständige Formate für Schweiz Tourismus produzieren und neue Perspektiven einbringen. Der Anspruch dahinter: Storytelling, Kreativität – und Inhalte, die nahbar bleiben.

KI in der Praxis für Prozesse, nicht für das Matterhorn

KI spielt ebenfalls eine Rolle – vor allem dort, wo es um Effizienz und Performance geht: Analyse, Distribution, Schnitt, Format-Adaptionen. Gleichzeitig wird die Grenze klar gezogen: Die Authentizität der Schweiz im Bild soll nicht «synthetisch» werden. Der Deal ist simpel: Optimieren ja – aber die Schweiz bleibt erkennbar und echt.

Drei YouTube-Tipps von Google an Marketer

Aus Googles Sicht lassen sich drei strategische Hebel verdichten:

  1. YouTube als Bündel verschiedener Verhaltensweisen denken (Streaming, Scrollen, Suchen, Kaufen)

  2. KI nutzen, um Zielgruppen und Situationen besser zu treffen, statt alles manuell vorwegzunehmen

  3. Creator-Kollaboration ausbauen, weil Authentizität und Bindung dort besonders stark entstehen

Debbie Weinstein, André Hefti posieren mit dem goldenen Play Button

Ausklang mit Ambition: «Musterbeispiel» – und Blick nach vorn

Am Ende wird es fast pointiert: Auf die Frage nach der Beziehung zwischen Google/YouTube und Schweiz Tourismus fällt auf beiden Seiten derselbe Begriff: «Musterbeispiel». Hefti formuliert den Anspruch für die Zukunft unmissverständlich – nicht Top 3, sondern Nummer 1 unter den nationalen Tourismusorganisationen auf YouTube. Und Weinstein lässt einen Satz fallen, der als netter Nachhall dieser Auszeichnung funktioniert: Der nächste Urlaub könnte in die Schweiz führen. Hefti und seine Crew freut’s.

Von links nach rechts: Christine Antlanger-Winter, Country Director Google Switzerland, Debbie Weinstein, President Google, Europe – Middle East – Africa (EMEA), André Hefti, CMO Switzerland Tourism, Britta Fleck, Regional Sales Director Google, Austria & Switzerland, Natalie Schönbächler, Head of Media, Switzerland Tourism, Isabella Kerl, Account Executive Google (Bild: Tincan AG)

Über die YouTube Creators Awards

Die YouTube Creator Awards – oft «Play Buttons» oder «Plaques» genannt – sind Auszeichnungen von YouTube für Kanäle, die bestimmte Abonnenten-Meilensteine erreichen. Ob ein Kanal den Award erhält, entscheidet YouTube nach Prüfung: Vor der Vergabe wird kontrolliert, ob der Kanal die Community-Richtlinien einhält. YouTube kann eine Verleihung auch verweigern.

Die wichtigsten Stufen im Überblick:

  • Silver Play Button: ab 100’000 Abonnent:innen

  • Gold Play Button: ab 1’000’000 Abonnent:innen

  • Diamond Play Button: ab 10’000’000 Abonnent:innen

Der Gold Play Button besteht aus goldplattiertem Messing und wird als flache Trophäe in einer Metallfassung überreicht. Produziert werden die Creator Awards von Society Awards (New York).

More articles on the topic