Aufgespiesst: Zum Hören gezwungen
Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier über Zwangshören im Stau.
Der erste Montag nach den Sommerferien. Die Verkehrsplaner oder wer immer für die Baustellensignalisationen auf den Nationalstrassen zuständig sind, haben sich entschlossen, just zum Ferienende der Autobahn A 3 zwischen Wädenswil und Richterswil eine einspurige Verkehrsführung pro Richtung zu verpassen. Dies nachdem die gleiche Baustelle jetzt schon ungefähr ein halbes Jahr in beide Richtungen zweispurig befahren werden konnte. Kleine Ursache grosse Wirkung: Der Rückstau reichte von Richterswil bis Horgen. Aufenthaltsdauer im Stau: 50 Minuten. Zurückgelegte Kilometerzahl: 15. Toll, vor allem wenn man daran denkt, dass sich am Abend wahrscheinlich das gleiche Bild zeigen wird – einfach in die Gegenrichtung.
Stillstehen im Stau, das erlaubt mal, ungestört Radio zu hören. Radio 1 – das Radio für Erwachsene. Für diejenigen, die das Programm von Radio 1 nicht kennen sollten: Es gibt dort sogenannte Morgenkolumnen. Wie es auf der Homepage so schön heisst, analysieren dort «profilierte Meinungsmacher pointiert das Thema der Stunde.» Das Ganze ist eine interessante Idee – die Beiträge oft witzig und spannend. Bei den Meinungsmachern handelt es sind im Normalfall um Patrik Müller, Chefredaktor der Zeitung Sonntag, Ex-Zürich-Stapi Elmar Ledergeber, Roger Köppel von der Weltwoche, meinen Kollegen Mat¬thias Ackeret von Persönlich und Regula Stämpfli, die sich auf allen Kanälen äussernde Berner Politologin mit Brüsseler Wohnsitz.
Regula Stämpfli kommt immer am Montag dran. So also auch heute. Seit Monaten hackt sie regelmässig auf Bundesrat Merz herum. Manche mögen sagen zu Recht, andere haben sich vielleicht daran gestört, aber Kolumnen sollen ja auch polarisieren. Was aber die scharfzüngige Dame heute in den Äther liess, ging einfach einen Schritt zu weit. Wäre Merz keine Person des öffentlichen Rechts, hätte er problemlos wegen Ehrverletzung klagen können und erst noch recht erhalten. Wie ein Kampfhund – die weibliche Form lasse ich jetzt mal höflicherweise aussen vor – verbiss sich Stämpfli in ihren Lieblingsgegner. Es ging aber nicht nur um Merz, alle kriegten in einem typisch stämpflischen Rundumschlag ihr Fett weg: Der Bundesrat, die FDP, die Banken. Alle ihre Feindbilder wurden brav abgearbeitet. Ich weiss nicht, ob ein ¬solch emotionaler Ausbruch von den Zuhörern wirklich goutiert wird. Auch wenn diese nicht im Stau stehen. Da konnte auch der von vielen Leuten als charmant geltende Berner Akzent nichts mehr ändern und die ausgleichende Art des Morgenshow-Moderators Marc Jäggi blieb ebenso erfolglos.
Umschalten auf Radio 24. Dort läuft Ufsteller – die «beliebteste Morgenshow von Zürich mit Patrick Hässig». Das Radio-24-Morgenspiel «Toast Hässig», in welchem der Ufsteller-Moderator Patrick Hässig gegen einen seiner Hörer antritt, ist vorbei. Die Schminktipps von Bea Petri sind an der Reihe. Da geht es um Puder, um losen und festen. Und darum, wie frau das Zeugs am Besten aufträgt. Patrick Hässig schwafelt etwas von Rasierpinsel, Bea Petri korrigiert ihn und jetzt weiss ich endlich, woraus die Schminkpinsel sind: aus feinstem Ziegenhaar vom Hals. Ach wie wohl tut ein wenig Banalität.
Stillstehen im Stau, das erlaubt mal, ungestört Radio zu hören. Radio 1 – das Radio für Erwachsene. Für diejenigen, die das Programm von Radio 1 nicht kennen sollten: Es gibt dort sogenannte Morgenkolumnen. Wie es auf der Homepage so schön heisst, analysieren dort «profilierte Meinungsmacher pointiert das Thema der Stunde.» Das Ganze ist eine interessante Idee – die Beiträge oft witzig und spannend. Bei den Meinungsmachern handelt es sind im Normalfall um Patrik Müller, Chefredaktor der Zeitung Sonntag, Ex-Zürich-Stapi Elmar Ledergeber, Roger Köppel von der Weltwoche, meinen Kollegen Mat¬thias Ackeret von Persönlich und Regula Stämpfli, die sich auf allen Kanälen äussernde Berner Politologin mit Brüsseler Wohnsitz.
Regula Stämpfli kommt immer am Montag dran. So also auch heute. Seit Monaten hackt sie regelmässig auf Bundesrat Merz herum. Manche mögen sagen zu Recht, andere haben sich vielleicht daran gestört, aber Kolumnen sollen ja auch polarisieren. Was aber die scharfzüngige Dame heute in den Äther liess, ging einfach einen Schritt zu weit. Wäre Merz keine Person des öffentlichen Rechts, hätte er problemlos wegen Ehrverletzung klagen können und erst noch recht erhalten. Wie ein Kampfhund – die weibliche Form lasse ich jetzt mal höflicherweise aussen vor – verbiss sich Stämpfli in ihren Lieblingsgegner. Es ging aber nicht nur um Merz, alle kriegten in einem typisch stämpflischen Rundumschlag ihr Fett weg: Der Bundesrat, die FDP, die Banken. Alle ihre Feindbilder wurden brav abgearbeitet. Ich weiss nicht, ob ein ¬solch emotionaler Ausbruch von den Zuhörern wirklich goutiert wird. Auch wenn diese nicht im Stau stehen. Da konnte auch der von vielen Leuten als charmant geltende Berner Akzent nichts mehr ändern und die ausgleichende Art des Morgenshow-Moderators Marc Jäggi blieb ebenso erfolglos.
Umschalten auf Radio 24. Dort läuft Ufsteller – die «beliebteste Morgenshow von Zürich mit Patrick Hässig». Das Radio-24-Morgenspiel «Toast Hässig», in welchem der Ufsteller-Moderator Patrick Hässig gegen einen seiner Hörer antritt, ist vorbei. Die Schminktipps von Bea Petri sind an der Reihe. Da geht es um Puder, um losen und festen. Und darum, wie frau das Zeugs am Besten aufträgt. Patrick Hässig schwafelt etwas von Rasierpinsel, Bea Petri korrigiert ihn und jetzt weiss ich endlich, woraus die Schminkpinsel sind: aus feinstem Ziegenhaar vom Hals. Ach wie wohl tut ein wenig Banalität.
