Auf zum langen Marsch nach Bern
Das geplante Werbefenster des französischen Privatsenders M6 stiftet nicht nur in der Westschweiz Verwirrung
Das geplante Werbefenster des französischen Privatsenders M6 stiftet nicht nur in der Westschweiz Verwirrungvon Anita Vaucher Der Starttermin des M6-Werbefensters bleibt ungewiss. Das Bundesamt für Kommunikation wartet auf die Bewilligungskopie aus Frankreich, die Kabelnetzbetreiber verhandeln seit Wochen mit M6. TSR-Generaldirektor Gilles Marchand ruft bei Kaffee und Gipfeli zum Marsch nach Bern auf.
Für Gilles Marchand, Direktor der Télévision Suisse Romande (TSR), ist das geplante Werbefenster des französischen Senders M6 ein rotes Tuch. Er schätzt den Verlust der Werbeeinnahmen für TSR auf 10 bis 12 Millionen Franken (WW 39/01). Indes, das Schreckgespenst wurde auch am 1. November, dem jetzt zweiten angekündigten Starttermin, nicht gesichtet. Und gemäss Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ist auch noch kein definitives Datum fixiert, an dem das Werbefenster aufgeschaltet werden soll. Das Bakom wartet laut dessen Mitarbeiter Bernhard Bürki immer noch auf das Papier, das die französische Aufsichtsbehörde CSA dem Sender M6 ausgestellt hat und diesem das Betreiben des Schweizer Werbefensters erlaubt.
Die Verwirrung beim Bakom ist gross, denn laut Bürki hat auch mehrmaliges Nachfragen beim CSA nach dem Verbleib der Bewilligungskopie bis jetzt keine Früchte getragen. Vielleicht deutet man aber an der Bieler Zukunftsstrasse insgeheim die Verzögerung als ein Zeichen dafür, dass das CSA es sich doch noch anders überlegt haben könnte und dadurch neuer Verhandlungsspielraum geschaffen wird.
Es sei alles eine Frage der Auslegung, meint Bürki gegenüber der WerbeWoche. Zur Diskussion stehe die europäische Konvention über grenzüberschreitende Fernsehausstrahlungen.
Unterdessen hält sich das Gerücht, dass zumindest ein Teil der Kabelnetzbetreiber das Werbefenster eventuell gar nicht aufschalten wird – aus Solidarität oder Gehorsam gegenüber den mit TSR verbandelten privaten TV-Stationen. Bestätigt wird dieses Gerücht zwar nirgends, doch lässt zumindest aufhorchen, dass M6 nach wie vor mit den Kabelnetzbetreibern verhandelt.
Technische Probleme stellen sich aber sicher nicht, verfügt doch M6 bereits heute über eine technische Reichweite von 91 Prozent in der Westschweiz. Die Verhandlungen dürften eher darauf hinweisen, dass M6 bei den Netzbetreibern unerwartet auf Granit gebissen hat. Noch im September hatte es ja den Start per
1. Oktober angekündigt.
Worüber verhandelt wird, ist unklar. Selbst Kabelnetzbetreiber wie TéléGenève wollen sich noch nicht festlegen, ob sie das M6-Fenster aufschalten werden. Beim Kabelnetz von Nyon gibt man gar vor, vom M6-Werbefenster noch nie gehört zu haben. Fest steht jedenfalls, dass ein Werbefenster ohne Reichweite in Westschweizer Städten kein Interesse der Werbewirtschaft findet.
TSR-Direktor Gilles Marchand lud zu Kaffee und Gipfeli
Bei der Vermarktungsfirma IP Multimedia ist man deshalb ratlos. Pressesprecherin Bettina Singeisen hofft bloss, dass das M6-Werbefenster «noch dieses Jahr» starten könne.
Unterdessen lud TSR-Generaldirektor Gilles Marchand zusammen mit dem Büro der Publisuisse für die Westschweiz zu Kaffee und Gipfeli. Vertreter der Westschweizer Werbe- und Mediaagenturen wurden beim Frühstück im TSR-Hochhaus regelrecht bearbeitet und aufgefordert, in Bern gegen das M6-Werbefenster zu lobbyieren und der TSR Treue zu schwören. Das dürfte nicht leicht sein, beklagten sich die Westschweizer Werber und Mediaplaner doch in jüngster Vergangenheit öffentlich über mangelnde Alternativen zur TSR.
Laut Charly Schwarz, Direktor von Initiative Media Schweiz, dürfe das M6-Fenster nicht überbewertet werden. In Le Temps schätzt er den Verlust für TSR auf höchstens 6 Millionen Franken. Er glaubt, dass Kinowerbung und die jugendspezifischen Medien stärker zu leiden hätten, weil M6 eher ein junges Zielpublikum anvisiere.
Für Gilles Marchand, Direktor der Télévision Suisse Romande (TSR), ist das geplante Werbefenster des französischen Senders M6 ein rotes Tuch. Er schätzt den Verlust der Werbeeinnahmen für TSR auf 10 bis 12 Millionen Franken (WW 39/01). Indes, das Schreckgespenst wurde auch am 1. November, dem jetzt zweiten angekündigten Starttermin, nicht gesichtet. Und gemäss Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ist auch noch kein definitives Datum fixiert, an dem das Werbefenster aufgeschaltet werden soll. Das Bakom wartet laut dessen Mitarbeiter Bernhard Bürki immer noch auf das Papier, das die französische Aufsichtsbehörde CSA dem Sender M6 ausgestellt hat und diesem das Betreiben des Schweizer Werbefensters erlaubt.
Die Verwirrung beim Bakom ist gross, denn laut Bürki hat auch mehrmaliges Nachfragen beim CSA nach dem Verbleib der Bewilligungskopie bis jetzt keine Früchte getragen. Vielleicht deutet man aber an der Bieler Zukunftsstrasse insgeheim die Verzögerung als ein Zeichen dafür, dass das CSA es sich doch noch anders überlegt haben könnte und dadurch neuer Verhandlungsspielraum geschaffen wird.
Es sei alles eine Frage der Auslegung, meint Bürki gegenüber der WerbeWoche. Zur Diskussion stehe die europäische Konvention über grenzüberschreitende Fernsehausstrahlungen.
Unterdessen hält sich das Gerücht, dass zumindest ein Teil der Kabelnetzbetreiber das Werbefenster eventuell gar nicht aufschalten wird – aus Solidarität oder Gehorsam gegenüber den mit TSR verbandelten privaten TV-Stationen. Bestätigt wird dieses Gerücht zwar nirgends, doch lässt zumindest aufhorchen, dass M6 nach wie vor mit den Kabelnetzbetreibern verhandelt.
Technische Probleme stellen sich aber sicher nicht, verfügt doch M6 bereits heute über eine technische Reichweite von 91 Prozent in der Westschweiz. Die Verhandlungen dürften eher darauf hinweisen, dass M6 bei den Netzbetreibern unerwartet auf Granit gebissen hat. Noch im September hatte es ja den Start per
1. Oktober angekündigt.
Worüber verhandelt wird, ist unklar. Selbst Kabelnetzbetreiber wie TéléGenève wollen sich noch nicht festlegen, ob sie das M6-Fenster aufschalten werden. Beim Kabelnetz von Nyon gibt man gar vor, vom M6-Werbefenster noch nie gehört zu haben. Fest steht jedenfalls, dass ein Werbefenster ohne Reichweite in Westschweizer Städten kein Interesse der Werbewirtschaft findet.
TSR-Direktor Gilles Marchand lud zu Kaffee und Gipfeli
Bei der Vermarktungsfirma IP Multimedia ist man deshalb ratlos. Pressesprecherin Bettina Singeisen hofft bloss, dass das M6-Werbefenster «noch dieses Jahr» starten könne.
Unterdessen lud TSR-Generaldirektor Gilles Marchand zusammen mit dem Büro der Publisuisse für die Westschweiz zu Kaffee und Gipfeli. Vertreter der Westschweizer Werbe- und Mediaagenturen wurden beim Frühstück im TSR-Hochhaus regelrecht bearbeitet und aufgefordert, in Bern gegen das M6-Werbefenster zu lobbyieren und der TSR Treue zu schwören. Das dürfte nicht leicht sein, beklagten sich die Westschweizer Werber und Mediaplaner doch in jüngster Vergangenheit öffentlich über mangelnde Alternativen zur TSR.
Laut Charly Schwarz, Direktor von Initiative Media Schweiz, dürfe das M6-Fenster nicht überbewertet werden. In Le Temps schätzt er den Verlust für TSR auf höchstens 6 Millionen Franken. Er glaubt, dass Kinowerbung und die jugendspezifischen Medien stärker zu leiden hätten, weil M6 eher ein junges Zielpublikum anvisiere.
