Auch Privatradios wollen Geld
TV-Gebührensplitting weckt zusätzlich Begehrlichkeiten bei den Radioveranstaltern
TV-Gebührensplitting weckt zusätzlich Begehrlichkeiten bei den RadioveranstalternVon Daniel Schifferle Die vom Bundesrat in Aussicht gestellten Gebührenmillionen stellen nicht nur die Lokal-TVs vor eine neue Situation. Bereits melden die Privatradios ihre Begehrlichkeiten an, die nun ihren eigenen Gebührenanteil ebenfalls massiv erhöht haben wollen.
Noch offen ist, wie viele Gebührenmillionen für die Regional-TV-Szene zur Verfügung stehen werden. Und noch genau so unklar ist, nach welchem Schlüssel der Geldsegen unter den zehn bis zwölf auszuscheidenden Konzessionsgebieten dereinst zu verteilen sein wird. Das Seilziehen um diese entscheidenden Fragen beginnt jetzt erst.
Als Reaktion auf die angekündigten Millionen fürs TV hat jetzt auch der Verband Schweizer Privatradios (VSP) zusätzliche Gebührenforderungen angemeldet. Martin Muerner, Vizepräsident des VSP und zuständig für Gebührensplitting, verlangt «als Ausgleich eine massive Verbesserung des Splittingbeitrags für die Privatradios». Dieser müsse «in etwa die Hälfte des Betrages ausmachen, den das Fernsehen bekommen wird». Gegenüber den rund 7 Millionen Franken, die heute ins Privatradio gehen, würde dies eine beträchtliche Aufstockung bedeuten. Muerners Argumente: «Fernsehen, Privatradios und Verlage sind in der Schweiz zum Teil derart vernetzt – mit dem angekündigten Gebührensplitting würde nicht nur das TV, sondern jeweils eine ganze Gruppe unterstützt. Wenn also in einer Stadt zwei Privatradios senden, wovon eines noch eine TV-Station hat, müsste auch das ohne TV einen Ausgleich bekommen.»
TeleNewsCombi fährt Integrationskurs rasch weiter
Wie werden sich die Gebührenmillionen auf das TeleNewsCombi (TNC) auswirken? Wird der Regional-TV-Pool seinen Integrationskurs weiter so gezielt fortsetzen wie bisher oder wird der Geldsegen den Druck zur Zusammenarbeit nehmen? Für TNC-Geschäftsführer Christian Stärkle ist klar: «Wir müssen so weiterarbeiten, wie wir 2001 angefangen haben, wir müssen diesen Prozess sogar möglichst beschleunigen, damit wir die Synergien rasch nutzen können.» Ziel sei, auch ohne Gebührensplitting rasch eine optimale Leistung für die Zuschauer auf die Beine zu stellen.
Stärkles Bedenken leuchten ein: «Je mehr Mittel man hat, umso eher neigt man zur Eigenbrötelei, das zeigen die Erfahrungen mit den Lokalradios. Deshalb wäre eine Verschnaufpause jetzt fehl am Platz.»
Über die Bier- und Weinwerbung, die der Bundesrat lokalen Veranstaltern zugesteht, mag sich Stärkle noch nicht wirklich freuen. «Das würde erst richtig interessant, wenn auch der Marktleader SRG Radiowerbung machen könnte», wendet er ein.
Noch offen ist, wie viele Gebührenmillionen für die Regional-TV-Szene zur Verfügung stehen werden. Und noch genau so unklar ist, nach welchem Schlüssel der Geldsegen unter den zehn bis zwölf auszuscheidenden Konzessionsgebieten dereinst zu verteilen sein wird. Das Seilziehen um diese entscheidenden Fragen beginnt jetzt erst.
Als Reaktion auf die angekündigten Millionen fürs TV hat jetzt auch der Verband Schweizer Privatradios (VSP) zusätzliche Gebührenforderungen angemeldet. Martin Muerner, Vizepräsident des VSP und zuständig für Gebührensplitting, verlangt «als Ausgleich eine massive Verbesserung des Splittingbeitrags für die Privatradios». Dieser müsse «in etwa die Hälfte des Betrages ausmachen, den das Fernsehen bekommen wird». Gegenüber den rund 7 Millionen Franken, die heute ins Privatradio gehen, würde dies eine beträchtliche Aufstockung bedeuten. Muerners Argumente: «Fernsehen, Privatradios und Verlage sind in der Schweiz zum Teil derart vernetzt – mit dem angekündigten Gebührensplitting würde nicht nur das TV, sondern jeweils eine ganze Gruppe unterstützt. Wenn also in einer Stadt zwei Privatradios senden, wovon eines noch eine TV-Station hat, müsste auch das ohne TV einen Ausgleich bekommen.»
TeleNewsCombi fährt Integrationskurs rasch weiter
Wie werden sich die Gebührenmillionen auf das TeleNewsCombi (TNC) auswirken? Wird der Regional-TV-Pool seinen Integrationskurs weiter so gezielt fortsetzen wie bisher oder wird der Geldsegen den Druck zur Zusammenarbeit nehmen? Für TNC-Geschäftsführer Christian Stärkle ist klar: «Wir müssen so weiterarbeiten, wie wir 2001 angefangen haben, wir müssen diesen Prozess sogar möglichst beschleunigen, damit wir die Synergien rasch nutzen können.» Ziel sei, auch ohne Gebührensplitting rasch eine optimale Leistung für die Zuschauer auf die Beine zu stellen.
Stärkles Bedenken leuchten ein: «Je mehr Mittel man hat, umso eher neigt man zur Eigenbrötelei, das zeigen die Erfahrungen mit den Lokalradios. Deshalb wäre eine Verschnaufpause jetzt fehl am Platz.»
Über die Bier- und Weinwerbung, die der Bundesrat lokalen Veranstaltern zugesteht, mag sich Stärkle noch nicht wirklich freuen. «Das würde erst richtig interessant, wenn auch der Marktleader SRG Radiowerbung machen könnte», wendet er ein.
