9,4 Millionen Verlust im ersten Jahr
Goldbach Media erwartet ausgeglichene Rechnung für 2002 und Gewinn für 2003
Goldbach Media erwartet ausgeglichene Rechnung für 2002 und Gewinn für 2003Von Markus Knöpfli Bei einem Umsatz von 115,3 Millionen Franken hat die Goldbach Media in ihrem ersten Jahr einen Verlust von 9,4 Millionen Franken erwirtschaftet. Trotz schwierigen Umfelds erwartet sie dieses Jahr eine ausgeglichene Rechnung.
Der Bruttoerlös 2001 der Goldbach Media betrug 115,3 Millionen Franken. Da das Crossmedia-unternehmen international tätig ist, stammen 112 Millionen Franken aus der Schweiz, 1,5 Millionen aus Österreich und der Rest aus Deutschland und Ungarn.
80% des Gesamtumsatzes erwirtschaftete der Offline-Bereich (Radio und TV), der Rest floss über den Online-Bereich in die Kasse. Den Nettoerlös durch Radio und TV bezifferte CEO Klaus Kappeler mit 83 Millionen Franken. Laut seinen Aussagen war dieser Bereich profitabel, ebenso die Firma Swisscontent, die allerdings ihren Personalbestand wegen verlorener Aufträge um 50% auf 27 Mitarbeitende reduzieren musste. Nicht Gewinn bringend arbeitet der übrige Online-Bereich.
Vom Gesamtumsatz musste die Goldbach Media mehr als die Hälfte, nämlich 77,9 Millionen Franken, abliefern – in Form von Abgaben für Vermarktungsrechte (rund 59 Millionen), Rabatten (11,8 Millionen) und Agentur- sowie Beraterkommissionen (gut 6 Millionen). Übrig blieb ein Bruttogewinn von 37,4 Millionen Franken, der jedoch vom Betriebsaufwand (36,4 Millionen), von den Kosten für den Gruppenaufbau (4,1 Millionen) sowie von sofortigen Abschreibungen (4,2 Millionen) und Steuern aufgefressen wurde. Das Resultat: Ein Verlust von satten 9,4 Millionen Franken.
Angesichts des Umzugs, der Umstrukturierungen, Fusionen und Akquisitionen des letzten Jahres ist ein solches Ergebnis nachvollziehbar, immerhin zählt die Goldbach Media heute 21 konsolidierte Firmen, vor einem Jahr waren es noch deren 12.
«Explodierende» Radioumsätze für 2003 erwartet
Erstaunlich ist aber, dass Kappeler für dieses Jahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis und für 2003 sogar mit einem operativen Gewinn rechnet. Kommt dazu, dass er diese Rechnung nicht in Erwartung einer besseren Wirtschaftslage machte. Im Gegenteil: Diesbezüglich ist Kappeler eher pessimistisch. Im Offline-Bereich der Goldbach Media rechnet er aber mit einem Umsatzzuwachs, nur schon wegen des Wegfalls von TV 3 und Tele 24 sowie dank des Starts der Werbefenster von Vox und M6. Im Radiogeschäft erwartet Kappeler zudem «explodierende» Umsätze. Einen weiteren Zuwachs sieht er zudem im Online-Bereich voraus, wo er den Marktanteil von angeblich 30 auf 38% steigern will. Umgekehrt sollen auch Kosteneinsparungen vorgenommen werden. So will Kappeler allein die IT-Kosten von derzeit 14 Millionen Franken um die Hälfte reduzieren.
Die ersten vier Monate dieses Jahres seien jedenfalls viel versprechend, sagte Kappeler. In dieser Zeit habe der Umsatz allein in der Schweiz um 23% zugenommen. An Swisscontent, das dieses Jahr einen Umsatz von rund 7 Millionen Franken erwirtschaften wird, hält die Goldbach Media weiterhin fest. «Wir kämpfen um diese Firma und bauen sie auf», sagte Kappeler. Auch für Moneycab wählte man die «Vorwärtsstrategie» und will das Portal «erfolgreich gestalten».
Im Verwaltungsrat der Goldbach wird demnächst ein Wechsel erfolgen: Die VR-Präsidentin Rosmarie Michel tritt an der Generalversammlung von ihrer Funktion zurück, bleibt aber noch ein Jahr im Gremium. Neuer VR-Präsident wird der IT-Spezialist Peter A.C. Blum.
goldbach media in zahlen in Mio. Fr. 2001
Der Bruttoerlös 2001 der Goldbach Media betrug 115,3 Millionen Franken. Da das Crossmedia-unternehmen international tätig ist, stammen 112 Millionen Franken aus der Schweiz, 1,5 Millionen aus Österreich und der Rest aus Deutschland und Ungarn.
80% des Gesamtumsatzes erwirtschaftete der Offline-Bereich (Radio und TV), der Rest floss über den Online-Bereich in die Kasse. Den Nettoerlös durch Radio und TV bezifferte CEO Klaus Kappeler mit 83 Millionen Franken. Laut seinen Aussagen war dieser Bereich profitabel, ebenso die Firma Swisscontent, die allerdings ihren Personalbestand wegen verlorener Aufträge um 50% auf 27 Mitarbeitende reduzieren musste. Nicht Gewinn bringend arbeitet der übrige Online-Bereich.
Vom Gesamtumsatz musste die Goldbach Media mehr als die Hälfte, nämlich 77,9 Millionen Franken, abliefern – in Form von Abgaben für Vermarktungsrechte (rund 59 Millionen), Rabatten (11,8 Millionen) und Agentur- sowie Beraterkommissionen (gut 6 Millionen). Übrig blieb ein Bruttogewinn von 37,4 Millionen Franken, der jedoch vom Betriebsaufwand (36,4 Millionen), von den Kosten für den Gruppenaufbau (4,1 Millionen) sowie von sofortigen Abschreibungen (4,2 Millionen) und Steuern aufgefressen wurde. Das Resultat: Ein Verlust von satten 9,4 Millionen Franken.
Angesichts des Umzugs, der Umstrukturierungen, Fusionen und Akquisitionen des letzten Jahres ist ein solches Ergebnis nachvollziehbar, immerhin zählt die Goldbach Media heute 21 konsolidierte Firmen, vor einem Jahr waren es noch deren 12.
«Explodierende» Radioumsätze für 2003 erwartet
Erstaunlich ist aber, dass Kappeler für dieses Jahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis und für 2003 sogar mit einem operativen Gewinn rechnet. Kommt dazu, dass er diese Rechnung nicht in Erwartung einer besseren Wirtschaftslage machte. Im Gegenteil: Diesbezüglich ist Kappeler eher pessimistisch. Im Offline-Bereich der Goldbach Media rechnet er aber mit einem Umsatzzuwachs, nur schon wegen des Wegfalls von TV 3 und Tele 24 sowie dank des Starts der Werbefenster von Vox und M6. Im Radiogeschäft erwartet Kappeler zudem «explodierende» Umsätze. Einen weiteren Zuwachs sieht er zudem im Online-Bereich voraus, wo er den Marktanteil von angeblich 30 auf 38% steigern will. Umgekehrt sollen auch Kosteneinsparungen vorgenommen werden. So will Kappeler allein die IT-Kosten von derzeit 14 Millionen Franken um die Hälfte reduzieren.
Die ersten vier Monate dieses Jahres seien jedenfalls viel versprechend, sagte Kappeler. In dieser Zeit habe der Umsatz allein in der Schweiz um 23% zugenommen. An Swisscontent, das dieses Jahr einen Umsatz von rund 7 Millionen Franken erwirtschaften wird, hält die Goldbach Media weiterhin fest. «Wir kämpfen um diese Firma und bauen sie auf», sagte Kappeler. Auch für Moneycab wählte man die «Vorwärtsstrategie» und will das Portal «erfolgreich gestalten».
Im Verwaltungsrat der Goldbach wird demnächst ein Wechsel erfolgen: Die VR-Präsidentin Rosmarie Michel tritt an der Generalversammlung von ihrer Funktion zurück, bleibt aber noch ein Jahr im Gremium. Neuer VR-Präsident wird der IT-Spezialist Peter A.C. Blum.
goldbach media in zahlen in Mio. Fr. 2001
Gruppenumsatz 115,3
Erlösminderungen* 11,8
Umsatzabhängige Kosten** 66,1
Bruttogewinn 37,4
Gruppenverlust 9,4
* Rabatte
** Sender-, Agentur- und Beraterkommissionen
das Goldbach-aktionariat
Verwaltungsrat 42%
Management/Mitarbeitende 15%
Ex-Radio-Z-Aktionäre (Firmen) 17%
Ex-Radio-Z-Aktionäre (Privatpers.) 12%
Beisheim Holding 7%
Eigenbestand 7%
