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Agenturen Purer Durchschnitt: Jung von Matt hat das «häufigste Wohnzimmer der Schweiz» 1:1 nachgebaut.
«häufigste Schweizer Wohnzimmer» gebaut.
Am 1. April 1998 zog eine Familie namens
Biundo an eine der besten Adressen in Zürich – in ein
Jelmoli-Schaufenster. Dort sollte sie, so Werber Frank Baumanns Pläne,
während eines Monats für ein Möbelhaus leben und werben.
Bereits am ersten Tag besuchte Frank Baumann die Biundos. Gerade noch
rechtzeitig. Denn schon am zweiten Abend erwies sich die famose
Werbeaktion – ein Vorläufer von Endemols Voyeur-Formaten – als
Rohrkrepierer. Repräsentativ war das gläserne Heim alleweil nicht.
Durchschnitt bis ins Detail
Völlig anders präsentiert seit letztem Montag die Zürcher Agentur Jung
von Matt das «häufigste Wohnzimmer der Schweiz»: ohne Skandal und ohne
Versuchsobjekte, auf 24 statt auf 40 Quadratmetern, zu Marktforschungs-
und wohl auch zu Akquisitions- statt zu Belustigungszwecken und alles
hinter den dicken Agenturmauern statt im Schaufenster eines
Warenhauses.
Um immer ganz nah bei der Zielgruppe zu sein, soll das Wohnzimmer
fortlaufend den neusten Forschungsergebnissen angepasst werden. Am
Interieur sei kein Detail zufällig, sondern Resultat von Statistiken,
qualitativen Untersuchungen, Expertengesprächen und Hausbesuchen.
Künftig wird das Wohnzimmer der Schweizer Durchschnittsfamilie, das
zwei Jahre auf das deutsche Pendant in Hamburg folgt, als
Sitzungszimmer und Inspirationskulisse für JvM-Mitarbeiter, Kunden und
Gäste dienen. Dort tauchen sie dann in die Agglo-Welt von Thomas,
Claudia und Sohn Pascal Müller (10) ein – notabene die häufigsten Namen
der jeweiligen Jahrgänge – und sind mitten in der zum Leben erweckten
Marktforschungsstudie.
Luca Aloisi
