20 Minuten provoziert die Wemf
Verlage Das Pendlerblatt plädiert für die Publikation der Quartalszahlen. Derzeit ein Minderheitsanliegen.
Verlage Das Pendlerblatt plädiert für die Publikation der Quartalszahlen. Derzeit ein Minderheitsanliegen. «Punkto Leserzahlen werden wir den Blick heuer von Platz eins verdrängen», zitierte die HandelsZeitung vergangene Woche Rolf Bollmann, den Geschäftsführer von 20 Minuten. Für die Wemf stellt diese – mutmasslich auf Zwischenauswertungen der für Herbst angekündigten Mach Basic 2004 basierende – Behauptung einen heiklen Problemfall dar. «Sollten solche Äusserungen Mode werden, müssen wir unsere Geschäftspraxis überdenken», kommentiert Wemf-Marketingleiterin Carine Lins, die auf Bollmanns Aussage übrigens bei eigener Lektüre stiess und nicht etwa durch 20-Minuten-Mitbewerber darauf aufmerksam gemacht wurde. Denkbar wären zwei Szenarien: eine Erhöhung der Konventionalstrafe, die momentan 50000 Franken beträgt, oder die Einstellung der individuellen Quartalsberichterstattung. Da Bollmann keine konkreten Zahlen genannt hat, wird er wohl um die vertraglich fixierte Busse herumkommen. Ein Papiertiger ist die Klausel dennoch nicht, kam sie doch allein 2003 zwei Mal zur Anwendung – pikanterweise in beiden Fällen gegen Tamedia-Titel.
Von Arrivierten ausgebremstDer neuerdings auch an Tamedia berichtende Bollmann ist sich keiner Vertragsverletzung bewusst. «Ich habe nur meine persönliche, allerdings durch allgemein bekannte Reichweitentrends abgestützte Meinung gesagt.» Und fügt hinzu, dass «wachstumsorientierte Verlage wie 20 Minuten» schon lange für eine vierteljährliche Veröffentlichung der Wemf-Zahlen kämpfen, von «den Besitzstandwahrern der Branche» aber bislang ausgebremst wurden. Ein Votum, in dem auch Bollmanns Ärger über den Branchentenor herauszuhören ist, der immer noch gern einen Qualitätsunterschied zwischen den Leserschaften von Kauf- und Gratiszeitungen behauptet – ohne Grund, da ist sich der 20-Minuten-Mann sicher.
(oc)
Von Arrivierten ausgebremstDer neuerdings auch an Tamedia berichtende Bollmann ist sich keiner Vertragsverletzung bewusst. «Ich habe nur meine persönliche, allerdings durch allgemein bekannte Reichweitentrends abgestützte Meinung gesagt.» Und fügt hinzu, dass «wachstumsorientierte Verlage wie 20 Minuten» schon lange für eine vierteljährliche Veröffentlichung der Wemf-Zahlen kämpfen, von «den Besitzstandwahrern der Branche» aber bislang ausgebremst wurden. Ein Votum, in dem auch Bollmanns Ärger über den Branchentenor herauszuhören ist, der immer noch gern einen Qualitätsunterschied zwischen den Leserschaften von Kauf- und Gratiszeitungen behauptet – ohne Grund, da ist sich der 20-Minuten-Mann sicher.
(oc)
