121,4 Millionen weniger

Die Tageszeitungen mussten 2001 die schmerzlichsten Einbussen hinnehmen

Die Tageszeitungen mussten 2001 die schmerzlichsten Einbussen hinnehmenVon Bruno Amstutz Media Focus verzeichnete im Dezember weniger drastische Rückgänge der Bruttowerbeausgaben als im November. Das Jahresergebnis fiel deshalb nicht ganz so miserabel wie befürchtet aus.
Vor allem im Printbereich lichteten sich im Dezember die Wolken ein wenig. Ein Minus von 5,3 Prozent bescherte den Tageszeitungen zum erstenmal seit Juli 2001 wieder lediglich einstellige prozentuale Verluste. Die Publikumszeitschriften konnten sich sogar über die Nulllinie schwingen und legten um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu.
Hingegen musste das Medium Fernsehen zum erstenmal seit dem Juni mit minus 4,4 Prozent wieder Verluste einstecken. Die Todesurteile für Tele 24 und TV 3 schlugen sich in der Statistik bereits nieder. Auch der Novemberhöhenflug der Radiostationen wurde wieder gebremst, sie lagen allerdings immer noch mit 5,2 Prozent im Plus.
Über das ganze Jahr 2001 gerechnet ergibt sich ein Bild, das sich nicht ganz so furchtbar präsentiert, wie es die Hiobsbotschaften der vergangenen Monate vermuten liessen. Insgesamt 3,0 Prozent beziehungsweise 121,4 Millionen Franken an Bruttowerbeeinnahmen haben alle Medien zusammen gegenüber dem Jahr 2000 verloren. Positiv schlägt zu Buche, dass zwei Medien mit einem hohen Einnahmenniveau zulegen konnten: Die Fernsehstationen gewannen 5,4 Prozent oder 35,3 Millionen Franken dazu, das Plakat steigerte sich um 4,1 Prozent oder 16,5 Millionen Franken. Neben diesen Gewinnern konnten sich lediglich noch die Medien Kino (plus 0,9 Prozent) und Teletext (plus 0,2 Prozent) knapp auf der positiven Seite halten.
Länger ist die Liste der Verlierer des Jahres 2001. Angeführt wird sie von den Internetbannern, die mit einem bedauernswerten Jahresminus von 38,1 Prozent abschliessen. Das Medium generierte 2001 nur noch Bruttoeinnahmen von 18,9 Millionen Franken – 11,7 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Ebenfalls schlecht erging es den Fachzeitschriften, die 8 Prozent ihrer Werbeeinnahmen einbüssten. Ähnlich viele Federn mussten die Tageszeitungen lassen: Minus 7,6 Prozent zeigt die Jahresbilanz, dies entspricht Verlusten von 133,9 Millionen Franken. In diesem Sektor schrumpfte der Werbekuchen am sichtbarsten.
Die letzten zwei positiven Monate reichten den Radiostationen nicht für einen Jahresabschluss im grünen Bereich: Sie büssten insgesamt 3,3 Prozent ein und mussten auf 4,4 Millionen Franken verzichten. Die Publikumszeitschriften fielen mit minus 0,5 Prozent nur knapp in den negativen Bereich. Ihnen entgingen 3,3 Millionen Franken.
Für die ersten Monate des neuen Jahres wagt es Media Focus nicht, Entwarnung zu geben und prognostiziert einen weiterhin schleppenden Gang der Werbegeschäfte.

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