Zu guter Letzt: Zeitungen mit tödlicher Wirkung

Es fehlt in der Geschichte nicht an Beispielen, in denen unwahre Pressemeldungen als Auslöser oder Vorwand für einen Krieg gedient haben. Immer schon beliebt waren Falschmeldungen, die das Ableben von Prominenten verkündeten.

Es fehlt in der Geschichte nicht an Beispielen, in denen unwahre Pressemeldungen als Auslöser oder Vorwand für einen Krieg gedient haben. Immer schon beliebt waren Falschmeldungen, die das Ableben von Prominenten verkündeten. Kürzlich ist die Berliner Tageszeitung Tagesspiegel einer solchen aufgesessen und berichtete exklusiv vom Schlaftabletten-Selbstmord der schwangeren Schauspielerin Birge Schade. Schade war Ende Oktober in der ZDF-Komödie «Krieg der Frauen» als überzeugte Vollzeit-Mama zu sehen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Nachrichtenagentur AFP griff die Meldung auf und schickte sie über den Ticker. 34 Minuten später zog die Agentur die Meldung allerdings wieder zurück, da sich der Tagesspiegel-Bericht als Ente entpuppt hatte. Die Schauspielerin erfreut sich nach Angaben ihrer Agentur bester Gesundheit.
Offenbar entstammte die Fehlinformation einer gefälschten E-Mail, die unter dem Namen von Schades Künsterlagentur in Umlauf gebracht worden war. Die Zeitung hatte es unterlassen, sich die Meldung bestätigen zu lassen. Die makabere Meldung sei ihnen glaubwürdig erschienen.
Die Richtigstellung erschien unter anderem auch in der Bild-Zeitung. Dieser entnahm die Internet-Zeitung Netzeitung die Meldung. Doch auch die Netzeitung setzte Frau Schade wieder zu – sie liess sie vorzeitig altern. Die 1969 geborene ist nämlich erst 37 und nicht, wie die Netzeitung berichtete, 41 Jahre alt.
 

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