Zu guter Letzt: Wir verkaufen nichts

«Wir verkaufen keine Pullover», verspricht auf deutschen Plakatstellen ein Model mit adrettem Lockenkopf. Darunter die Adresse Keine-Pullover.de. Ein besonders ausgefuchster Teaser, denken Sie? Weit gefehlt.

 
«Wir verkaufen keine Pullover», verspricht auf deutschen Plakatstellen ein Model mit adrettem Lockenkopf. Darunter die Adresse Keine-Pullover.de. Ein besonders ausgefuchster Teaser, denken Sie? Nein, die Auflösung findet sich in der linken unteren Ecke des Plakats: Die Ansage kommt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Was haben Kriegsgräber mit Pullovern zu tun, fragen Sie sich? Die Auflösung wird uns online serviert: Der Volksbund verkauft keine Pullover, weil man Frieden nämlich nicht kaufen kann. Aha. Zur Erläuterung gibt’s auf der Website des Volksbundes noch einen weiteren Geistesblitz: «Unsere Welt ist überfüllt von Konsumgütern und der Werbung, die darauf hinweist», ist da zu lesen. Da wären wir natürlich nie drauf gekommen. Weniger umstritten der folgende Satz: «Doch das wichtigste Gut ist der Frieden». Und genau für diesen Frieden – beziehungsweise für Massnahmen, die ihn fördern – wollen die Wir-verkaufen-keine-Pullover-Sujets werben.
Eine löbliche Absicht für ein äusserst löbliches Unterfangen. Nur fragen wir uns, ob sie beim Konsumenten ankommt. Wie auf Horizont.net zu lesen ist, wurde die Kampagne beim Volksbund inhouse konzipiert. Vielleicht besser so. Wenn’s eine Agentur gewesen wäre, könnte die wohl bald mit der Botschaft «Wir verkaufen keine Werbung» in die Werbegeschichte eingehen. Zu sehen auf Wir-sind-bankrott.de.

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