Zu guter Letzt: Wir leben Zürich? Ach was!

Langsam geht die Fürsorglichkeit der Stadt einem deftig auf die Nerven aber erkennen tun’s die Medien nicht immer.

Langsam geht die Fürsorglichkeit der Stadt einem deftig auf die Nerven aber erkennen tun’s die Medien nicht immer.  
Marvin ist mehr als die ehemalige Zürcher Helvti-Bar, es ist auch der Mini-Radiosender Marvin.fm, die 500-tägige Marvin-Countdown-Zeitrechnung und vieles mehr. Kurz: Ein lockeres, urbanes Feeling, Liebe zum Detail, ästhetische Motive und Gedanken-Freiräume. Wie kann es denn sein, dass philanthropische (und zugegebenermassen auch durchaus eigennützige und Nabelschau-artige) Projekte von Land und Medien hochgelobt werden und die Stadt Zürich gleichzeitig Beizern ihre Lounges verbietet und sowohl Zürchern als auch Touristen den Sommer gründlich vermiest?
Wollt ihr mehr? Die Werd-Bar, die von der Stadt betrieben wird und wo die Mitarbeiter vom Steueramt nebenan sich tagsüber verpflegen und sich Abends vergnügen, schenkt am 8. Mai Drinks gratis aus und serviert Tapas umsonst. Schon mal was davon gehört? Natürlich nicht, es sagt uns ja auch niemand, dass unsere Steuergelder dazu verwendet werden.
Währenddessen stirbt das Labyrinth und die Medien berichten über die durchzechten Nächte im Drogenrausch und lasterhafte Begegnungen in hygienisch unhaltbaren Verhältnissen. Was ist mit dem innovativen und unbeschwerten Geist, der Zürich noch vor wenigen Jahren animierte? Vorschriften ersetzen langsam Genussquellen und die Verwaltung lädt zu Tapas ein, um uns die Verödung schmackhaft zu machen…
Zürich, quo vadis? Medien, ubi estis?

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