Zu guter Letzt: Wenn die Biographie die Person zu stark in den Mittelpunkt stellt

Demnächst hätte sie erscheinen sollen, die Biographie über unseren Finanzminister Hans-Rudolf Merz – ist sie doch bereits zu 90 Prozent fertiggestellt. Doch dann kam alles anders.

Mit den Recherchen – Autor Philippe Reichen führte rund 70 Interviews – wurde Anfang 2008 begonnen. Es war abgemacht worden, dass Merz die Biographie autorisieren sollte. Nachdem dieser im Herbst 2008 einen Herzstillstand erlitten hatte, wurde der Termin für die Publikation nach Absprache mit ihm auf unbestimmte Zeit verschoben. Und nun plötzlich will Herr Merz nicht mehr: Am Dienstag hat er dem Autor und dem Verleger kurzerhand den Stopp des Projektes mitgeteilt. Interessant ist dabei die Begründung: Die Biographie sei zu stark auf seine Person fokussiert, so Merz. Tja, das hat eine Biographie – die Präsentation des Lebenslaufes eines anderen Menschen also – im Allgemeinen halt nun mal so an sich, Herr Bundesrat. Auf Anfrage der SDA begründete seine Sprecherin Tanja Kocher den Stopp dann immerhin noch etwas detaillierter: Während des Projekts sei ein grosser Veränderungsprozess in Gang gekommen. Stichworte dazu seien unter anderem die Finanz- und Wirtschaftskrise oder die Diskussion um das Bankgeheimnis – das Konzept «Biographie» trage diesen Veränderungen zu wenig Rechnung…

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