Zu guter Letzt: Wenn Brustwarzen zu Schandflecken werden

Wir sind definitiv im Sommerloch angekommen. Manche Medien versuchen sich mit Promi-Strandgeschichten unter Titeln wie «Hier wird die Carla ‚bruni’» oder «Igitt! Rihannas p(r)ickelnder Badespass mit Chris Brown», oder berichten darüber, dass Präsident Sarkozy im Urlaub weisse Socken trägt.

 Wir sind definitiv im Sommerloch angekommen. Manche Medien versuchen sich mit Promi-Strandgeschichten unter Titeln wie «Hier wird die Carla ‚bruni’» oder «Igitt! Rihannas p(r)ickelnder Badespass mit Chris Brown», oder berichten darüber, dass Präsident Sarkozy im Urlaub weisse Socken trägt. Wieder anders nutzen die Amerikaner die ereignislose Zeit. Sie zensieren fleissig. Zum Beispiel im Fall des neuen
für den Calvin Klein-Duft «Obsession». Eine wunderschöne Frau – es ist Schauspielerin Eva Mendes – räkelt sich in weissen Laken. Der ganze Clip ist stimmungsvoll gehalten, ihm haftet nichts Pornografisches, nichts Anrüchiges, nichts Billiges an. Doch man sieht halt für einen kurzen Moment die Brustwarze von Frau Mendes. Und das reicht für die Bosse der grossen amerikanischen Fernsehstationen, um den Clip zu verbannen. Der verantwortliche Kreativchef Fabien Baron kann das überhaupt nicht verstehen: «Dieses Land braucht wirklich einen neuen Präsidenten. Dieses Land ist so am Ende», schimpfte er gegenüber der New York Post. Das alles in einer Jahreszeit, in der man an jeder Pfütze, an jedem Baggerloch und auf jeder Wiese mehr Haut als in diesem Werbespot zu sehen kriegt. Das Ganze erinnert an das Theater, das vor wenigen Monaten um die angeblichen «oben ohne»-Bilder der 16-jährigen Schauspielerin Miley Cyrus veranstaltet wurde. Einmal mehr: Schade, dass schöne und originelle Werbung immer öfter unterbunden wird.

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