Zu guter Letzt: Was wir von den indischen Medien lernen können

Weltweit haben Zeitungen mit sinkenden Reichweiten zu kämpfen – ausser in Indien. Das Riesenland freut sich über stetig wachsende Leserschaft und hat sich international zum zweitgrössten Pressemarkt nach China entwickelt. Was kann die Schweizer Branche also von Indien lernen?

Die verkaufte Zeitungsauflage stieg in Indien gemäss Weltverband der Zeitungen (WAN) in den letzten fünf Jahren um 36 Prozent. Klar, die steigende Anzahl Leser ist einerseits auf die fortschreitende Alphabetisierung der Bevölkerung sowie auf den zunehmenden Wohlstand zurückzuführen. Aber nicht nur. Die Zahl der Zeitungsleser hat in den vergangenen Jahren proportional deutlich stärker zugenommen, wie die Aargauer Zeitung schreibt. Wie machen die das nur?
Zu verdanken sei der Erfolg vor allem der Regionalisierung und Lokalisierung. Viele Zeitungen beschäftigen Korrespondenten auf dem Land, die ihrerseits nebenbei eine kleine Werkstatt betrieben. Sparpotenzial gibt es genug: Die Korrespondenten verfassen die Beiträge umsonst. Zwar ernten sie kein Geld, dafür jede Menge Prestige. Und wenn die Medienvertreter nicht gerade Gratisartikel verfassen sind sie auf Anzeigenfang oder vertreiben die Zeitung in ihrer Gegend. Das nennt man echtes Engagement. Also, liebe Schweizer Journalisten: Lernt bitte ein ordentliches Handwerk, das sorgt für ein geregeltes Einkommen. Den Schreibdrang kann man nebenbei ausleben. Und, der Morgensport wird kurzerhand durch das Zeitungsaustragen ersetzt.

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