Zu guter Letzt: Wahlwerbung reloaded
In Belgien hat ein Sonnenschutzmittel-Hersteller verblichenen Wahlplakaten neues Leben eingehaucht.
Wahlpropaganda zu verschandeln ist eigentlich nicht die feine demokratische Art. Auch wenn die Verlockung je nach Penetranz der Köpfe und Slogans manchmal gross sein mag. Etwas harmloser gestaltet sich die Ausgangslage, wenn die Wahlen vorbei sind und die Plakate ihre politische Relevanz verloren haben. In der Schweiz werden die meisten Aushänge feinsäuberlich abgebaut, zusammengeräumt oder von der Plakatgesellschaft ordnungsgemäss überklebt. In anderen Ländern bleiben die vertrauensvoll lächelnden Volksvertreter ihrem Schicksal überlassen: Wer nicht von der nächstbesten Technoparty verdrängt wird, fällt der Witterung und dem Sonnenlicht zum Opfer.
In Belgien hat sich dies die Agentur Famous zunutze gemacht: In der Kampagne des Sonnenschutzmittel-Hersteller Gerard's erlebten die verblichenen Köpfe der verganenen Europwahl einen zweiten Frühling. Vermutlich nicht ganz freiwillig. Egal ob zu rot oder zu blass – Sonnenlicht kann der Haut empfindliche Schäden zuführen. Oder könnte, wenn nicht gerade der Sommer ausfiele. (hae)


