Zu guter Letzt: Volltreffer

Der Fussballverein Getafe CF will mit einer eigenen Flirt-App Zuschauer ins Stadion locken – und diese vermehren.

Mangelndes Zuschauerinteresse ist man sich sonst eher aus kleinen Ligen wie der Schweizer Super League gewohnt. Aber vereinzelt klagen auch Vereine aus den Top-Ligen dieser Welt über leere Ränge. Der FC Getafe spielt zwar in der vielbeachteten spanischen Primera Divisón, dennoch besuchen im Schnitt nur 9000 Zuschauer die Heimspiele. Also ungefähr so viele wie der FC Zürich in der aktuellen Saison. Einer der Gründe für die Flaute: In der Madrider Vorstadt ist die Konkurrenz durch die Platzhirsche Real und Athletico gross. Kreative Ansätze sind also gefragt. Diese liefert der Klub jetzt mit «Getafinder». Die «Tinder» nachempfundene Verkupplungs-App punktet vor allem durch eine entscheidende Besonderheit: Sie funktioniert nur im und ums Stadions Coliseum Alfonso Pérez. Paarungswillige Fans treffen also an Ort und Stelle auf Gleichgesinnte. Der Verein hofft einerseits, dass die Aussicht auf neue Bekanntschaften Fans ins Stadion lockt. Andererseits, dass sich diese als Folge davon «vermehren» und so langfristig die Fan-Basis stärken.

Ob dieser Plan aufgehen wird, ist fraglich. Eine gelungen Aktion ist «Getafinder» dennoch: Der sonst im Schatten der grossen Hauptstadt-Vereine stehende Fussballklub hat durch die Kampagne so viel mediale Aufmerksamkeit erregt, wie seit Jahren nicht mehr. 2011 sorgte der Verein – nebst dem Verkauf nach Dubai – ebenfalls mit einer Kampagne für Furore. Der Werbespot forderte die männlichen Fans auf, Sperma zu spenden. In einer Samenbank wurde einem Spender der Film «Zombies Calientes de Getafe» («Scharfe Zombiebräute aus Getafe») überreicht – im Spot zu sehen der Trailer in 70er-Jahre B-Movie-Optik. Der rund zehnminütige Trashfilm mit expliziten Darstellungen ist auf der Porno-Plattform Xvideos.com zu sehen. Die kontroverse Kampagne polarisierte zwar stark, führte aber im Endeffekt zu deutlich mehr Saisonkarten-Verkäufen. (hae)
 

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