Zu guter Letzt: Urzeitkrebs 2.0

Das Kult-Magazin Yps kam nach 12 Jahren Pause zurück und ist mit der Leserschaft gewachsen. Der durchschlagende Erfolg war absehbar.

Kein anderes Magazin im deutschsprachigen Raum geniesst einen vergleichbaren Kultstatus wie das Comic-Heft Yps, das in den 70er- und 80er Jahren eine ganze Generation von Heranwachsenden prägte. Zu verdanken hatte der Titel seine Beliebtheit vor allem den sogenannten Gimmicks, die jeder Ausgabe beigelegt waren. Mögen Beilagen wie das Mini-Wörterbuch mit eingebauter Plastikpistole (zumindest bei den meisten Lesern) weniger in Erinnerung geblieben sein, so prägte ein Extra die «Generation Yps» wie kein zweites: Die Urzeitkrebse. Die Eier des Salinenkrebs waren der Zeitschrift seit Mitte der 70er Jahre 22 mal beigelegt und liessen sich mit etwas Geschick (und Glück) in eine stolze Minikrebs-Farm verwandeln. Dass selbst die tollpatschigsten Kinder gewisse Zuchterfolge erzielten, lag daran, dass die Eier ausserodentlich widerstandsfähig sind: Sie können selbst bei Temperaturen über 50 Grad jahrzehntelang überleben, um dann beim ersten Regen zu schlüpfen. Diesen Überlebenswillen soll ihnen erst mal jemand nachmachen.

Seit Yps 2000 eingestellt wurde, forderte eine riesige, aber zwischenzeitlich erwachsene Fangemeinde die Rückkehr des Heftes. Foren, Facebook-Gruppen und Fanseiten äusserten hartnäckig den Wunsch, das Gimmick-beladene Comic-Magazin möge neu aufgelegt werden. Am 11. Oktober 2012 wurden die Gebete endlich erhört und Egmont Ehapa veröffentlichte die Yps-Nummer 1258. Erwachsen geworden ist inzwischen nicht nur die Leserschaft, sondern auch das Heft. Hochglanzcover, 100 Seiten, (grösstenteils) redaktionelle Inhalte statt Comics. Viel Nostalgie, viel Bezug auf frühere Zeiten – und beigelegte Urzeitkrebse. Man ahnt es: Ein voller Erfolg! Bereits heute fragte W&V: «Wo sind noch Exemplare?» In vielen Teilen Deutschland ist Yps ausverkauft. «Das Absammeln hat unmittelbar begonnen», so Ehapa-Sprecherin Elke Schickedanz. Bereits seien Umverteilungen aus den neuen Bundesländern im Gange. Dort, so lässt sich vermuten, ist die historische und nostalgische Verankerung des Magazins wohl geringer.

Wahrscheinlich wäre die folgende Relaunch-Kampagne gar nicht nötig gewesen. Aber schön war sie trotzdem. Wer sie noch nicht gesehen hat, kann dies jetzt nachholen. (hae)
 

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