Zu guter Letzt: Under Construction

Italiens ärmste Region, Kalabrien, hat etwas eigenartige Vorstellungen von der Verwendung der EU-Wirtschaftsfördergelder. Die letzte Investition hat der EU-Kommission jetzt dermassen missfallen, dass sie der Region droht, sie müsse das Geld nach Brüssel zurückzahlen.

In Kalabrien, an den Gestaden der Skylla, wo die Mandel- und Olivenbäume blühn, blühen bekanntlicherweise auch die seltsamsten Geschäftspraktiken. Die Region hat erst kürzlich wegen dem Aufleben der mafiösen ‚Ndrangheta und dem chronischen Versagen der Justiz wieder für Negativschlagzeilen gesorgt. Nun hat sie auch noch Probleme mit der EU-Kommission. Diese pumpt bis 2010 sechs Milliarden Euro an Fördergeldern in die ärmste Region Italiens, um Gewerbe und Tourismus anzukurbeln. Die Regione Calabria wusste daraufhin nichts besseres, als 1,8 Milliarden Euro für die italienische Fussball-Nationalmannschaft auszugeben.
Die Entscheidung wird nach Angaben der EU-Kommission jetzt genau geprüft. Die Regionen in der Europäischen Union hätten gewisse Freiheiten bei der Verwendung von Fördermitteln, sagte ein Sprecher der Behörde, aber man könne doch nicht einfach einen Koffer mit dem Geld der EU-Steuerzahler abgeben und sagen: «Hier, habt Spass damit!» Ebenfalls nicht sehr zur Erheiterung beigetragen haben dürfte die Idee Kalabriens, eine halbe Million Euro für Werbeaufnahmen mit dem kalabresischen Fussballstar Gennaro Gattuso auszugeben. Gattuso werde das Geld jedoch nicht behalten, heisst es aus Kalabrien, sondern seiner Stiftung für bedürftige Kinder zukommen lassen. Man kann nur hoffen, dass diese Stiftung etwas entwickelter ist als seine Webseite.

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